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Riesenschildkröten kehren fast 150 Jahre nach ihrem Aussterben nach Floreana zurück

Ranger des Galápagos-Nationalparks entladen auf Floreana junge Riesenschildkröten, Galápagos-Inseln, Ecuador, 19. Februar 2026.
Ranger des Galápagos-Nationalparks setzen auf Floreana junge Riesenschildkröten aus, auf den Galápagos-Inseln in Ecuador, am 19. Februar 2026. Copyright  AP Photo/Dolores Ochoa
Copyright AP Photo/Dolores Ochoa
Von César Olmos mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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Ranger haben 158 junge Hybridschildkröten auf der Insel Floreana ausgesetzt, um das ökologische Gleichgewicht der Galápagos-Insel zu stärken.

Fast 150 Jahre nachdem die letzten Riesenschildkröten von der Insel Floreana im ecuadorianischen Galápagos-Archipel verschwunden waren, kehrt die Art zurück. Am Freitag, 20. Februar, wurden Dutzende junge Hybriden ausgewildert, um das ausgelaugte Ökosystem der Insel wiederaufzubauen.

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Die 158 Neuzugänge im Alter von acht bis dreizehn Jahren erkunden bereits den Lebensraum, den sie in den kommenden Jahren prägen sollen. Ihre Freilassung fiel genau mit den ersten Winterregen der Saison zusammen.

„Sie sind groß genug für die Auswilderung und können sich gegen eingeschleppte Tiere wie Ratten und Katzen behaupten“, sagt Fredy Villalba, Leiter des Zuchtzentrums des Galápagos-Nationalparks auf der Insel Santa Cruz. Man habe gezielt die besten Tiere mit der robustesten Abstammungslinie speziell für Floreana ausgewählt, betont er.

Junge Riesenschildkröten werden auf der Insel Floreana freigelassen. Das Projekt soll die Art in ihrem ursprünglichen Lebensraum in Ecuador wieder ansiedeln, Freitag, 20. Februar 2026.
Junge Riesenschildkröten werden auf der Insel Floreana freigelassen. Das Projekt soll die Art in ihrem ursprünglichen Lebensraum in Ecuador wieder ansiedeln, Freitag, 20. Februar 2026. AP Photo/Dolores Ochoa

Warum starben die Riesenschildkröten von Floreana aus?

Die jetzt freigelassenen Jungtiere sind Teil von insgesamt 700 Tieren, die nach und nach auf Floreana angesiedelt werden sollen. Nach Angaben von Christian Sevilla, Direktor für Ökosysteme des Galápagos-Nationalparks, tragen sie zwischen 40 und 80 Prozent des Erbguts von Chelonoidis niger in sich – einer Art, die dort seit 150 Jahren ausgestorben ist.

Die Abstammung dieser Hybriden führt zum Wolf-Vulkan auf der Insel Isabela zurück – ein Fund, der Forschende bis heute rätseln lässt. Durch die Auswahl von erwachsenen Tieren mit besonders starkem genetischem Profil will das Zuchtprogramm die einstige Floreana-Population Schritt für Schritt wieder möglichst rein herstellen, sagt Sevilla.

Vor zwei Jahrhunderten lebten auf Floreana schätzungsweise 20.000 Riesenschildkröten. Walfang, ein verheerendes Feuer und die ungebremste Nutzung durch den Menschen ließen den Bestand jedoch nach und nach verschwinden, bis die Art auf der Insel vollständig ausgelöscht war.

„Aus genetischer Sicht ist es entscheidend, die Art mit einem wesentlichen Anteil des ursprünglichen Erbguts auf diese Insel zurückzubringen“, sagt der Biologe Washington Tapia.

Tapia ist Forscher und Direktor von Biodiversa-Consultores, einem auf die Galápagos-Inseln spezialisierten Unternehmen. Er betont, dass es bei diesem Prozess um mehr geht als um schiere Zahlen. Es geht darum, eine verlorene Abstammungslinie wiederherzustellen.

Junge Riesenschildkröten werden am 19. Februar 2026 von einem Zuchtzentrum auf Santa Cruz zur Insel Floreana auf den Galápagos-Inseln in Ecuador transportiert.
Junge Riesenschildkröten werden am 19. Februar 2026 von einem Zuchtzentrum auf Santa Cruz zur Insel Floreana auf den Galápagos-Inseln in Ecuador transportiert. AP Photo/Dolores Ochoa

Floreana ist ein entlegener und ökologisch wichtiger Ort

Floreana umfasst rund 173 Quadratkilometer. Die Vulkaninsel bildet den südlichsten Punkt des Galápagos-Archipels. Sie liegt mitten im Pazifik, etwa 1.000 Kilometer von der Festlandsküste entfernt, und ist bis heute ein abgelegener, zugleich ökologisch äußerst wichtiger Lebensraum.

Die nach Floreana zurückgebrachten Schildkröten teilen sich ihren Lebensraum künftig mit knapp zweihundert Menschen sowie mit Flamingos, Leguanen, Pinguinen, Möwen und Bussarden. Gleichzeitig müssen sie mit eingeschleppten Pflanzen wie Brombeere und Guave sowie mit Tieren wie Ratten, Katzen, Schweinen und Eseln zurechtkommen. Diese gebietsfremden Arten, die der Mensch auf die Insel brachte, können den neuen Bewohnern gefährlich werden.

Für die Floreana-Bewohnerin Verónica Mora ist die Freilassung der Tiere die Erfüllung eines Traums. „Wir erleben jetzt, wie ein Projekt Wirklichkeit wird, das vor mehreren Jahren begonnen hat“, sagt sie. Die Gemeinschaft ist sehr stolz auf die Rückkehr der Riesenschildkröten.

Die Vereinten Nationen erklärten die Galápagos-Inseln 1978 zum Weltnaturerbe. Damit würdigen sie den einzigartigen Reichtum an terrestrischen und marinen Arten, die es nirgendwo sonst auf dem Planeten gibt.

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