In Mailand ist eine Straßenbahn entgleist. Sie überfuhr und verletzte Dutzende Fahrgäste und Passanten, bevor sie in ein Gebäude prallte. Mindestens zwei Menschen sind dabei ums Leben gekommen.
Am Freitag, den 27. Februar, ist gegen 16 Uhr eine Straßenbahn der Linie 9 in Viale Vittorio Veneto, Mailand, auf dem Weg nach Porta Genova entgleist. Das Fahrzeug prallte gegen ein Gebäude und traf dabei einige Passanten und ein Schaufenster.
Die Bahn selbst war so gut wie voll besetzt.
Ersten Berichten zufolge gab es mindestens 39 Verletzte, eine Person starb nach Angaben der Feuerwehr. Inzwischen ist auch der Tod einer zweiten Person bekannt.
Bei einem der Toten handelte es sich um einen 60-jährigen Fußgänger aus Abbiategrasso, der von der Straßenbahn erfasst wurde. Das zweite Opfer war ein Fahrgast der Straßenbahn, ein senegalesischer Staatsbürger, dessen Identität noch ermittelt wird.
Er wurde in der Straßenbahn verletzt und verstarb trotz umgehender Einlieferung in kritischem Zustand ins Krankenhaus von Niguarda kurz nach seiner Ankunft.
Zunächst war die Rede davon, dass eine Person unter der Straßenbahn eingeklemmt sei, später dementierte die Feuerwehr jedoch die Anwesenheit von Fahrgästen oder Passanten.
Eine verletzte Person befindet sich in Lebensgefahr
Krankenwagen und medizinisches Personal sind vor Ort. Unter den Verletzten befindet sich eine Person im Code Rot, sechs im Code Gelb und zweiunddreißig im Code Grün. Alle Verletzten wurden in die Krankenhäuser Policlinico und Niguarda gebracht.
Insgesamt waren fünf Rettungsfahrzeuge und 25 Personen vor Ort. Auch die Polizei war vor Ort.
Die Mailänder Staatsanwaltschaft wird eine Untersuchung wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung einleiten. Oberstaatsanwalt Marcello Viola besichtigte den Unfallort. Die Ursache ist derzeit noch unklar. Der Richter beschrieb den Unfall als einen "Aufprall mit hoher Geschwindigkeit". Das Fahrzeug war neu und erst wenige Wochen im Einsatz.
Ebenfalls anwesend waren Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala und die Mobilitätsdezernentin Arianna Censi. Verkehrsminister Matteo Salvini erklärte, er sei zuversichtlich, dass "die Gründe für den Unfall aufgeklärt werden".
Bürgermeister: Fahrer habe Haltestelle nicht eingehalten
Laut dem Bürgrmeister Sala werde derzeit auch der Gesundheitszustand des Fahrers untersucht. "Das Merkwürdige ist, dass vorher ein Stopp angeordnet war, der aber nicht eingehalten wurde", sagte er zum Unfallhergang.
Inzwischen sollen außerdem einige Überprüfungen an einer Weiche in der Nähe der Unfallstelle durchgeführt worden sein, jedoch wurden keine offensichtlichen technischen Probleme festgestellt.
Die Ministerpräsidentin von Italien, Giorgia Meloni, drückte auf der Plattform X ihr Beileid aus. "Ich möchte mein tiefes Beileid für den schweren Unfall in Mailand zum Ausdruck bringen", schrieb sie in einem Beitrag. "Meine persönliche Anteilnahme und die der gesamten Regierung gilt den Familien der Opfer. Ich bekunde meine Solidarität mit der Stadt Mailand und wünsche den Verletzten von Herzen eine schnelle und vollständige Genesung."