Die CIA hatte den Obersten Führer des Iran Ali Chamenei mehrere Monate lang beobachtet und konnte so zuverlässige Informationen über sein Leben herausfinden.
Die New York Times und das Wall Street Journal haben enthüllt, dass der US-Auslandsgeheimdienst Central Intelligence Agency - kurz CIA - den Obersten Führer des Iran, Ali Chamenei, monatelang überwacht hat. Auch der israelische Mossad hat ihn intensiv beobachtet.
So waren die USA in der Lage, den Ort zu lokalisieren, an dem die politische und militärische Führung des Iran am Samstagmorgen, dem 28. Februar 2026, in einem Regierungsgebäude im Zentrum Teherans zusammenkam. Die Informationen wurden mit Israel ausgetauscht, um den Luftschlag durchzuführen. Dabei wurden der Oberste Führer Ali Chamenei und Dutzende hochrangiger Beamter getötet. Auch die Tochter, der Schwiegersohn und die Enkelin des 86-jährigen Chamenei kamen bei dem Angriff ums Leben.
30 bunkerbrechende Bomben
Israelische Kampfjets warfen Berichten zufolge rund 30 bunkerbrechende Bomben mit einer Sprengkraft von je 500 Kilo auf das Gebäude auf dem Gelände der Residenz in Teheran ab, in dem das Treffen der Spitzen des iranischen Regimes stattfand.
Die Operation begann gegen 6.00 Uhr morgens israelischer Zeit, und die Angriffe trafen das Gelände gegen 9.40 Uhr Teheraner Zeit, zwei Stunden und fünf Minuten nach dem Start der Flugzeuge.
Zunächst hatten die US-Strategen offenbar einen Angriff während der Nacht im Schutz der Dunkelheit vorgeschlagen, doch dann wurde auf eine Bombardierung bei Tageslicht umgeplant. Amos Yadlin, der ehemalige Leiter des israelischen Militärgeheimdienstes, bezeichnete den Angriff am Tag als "taktische Überraschung".
CIA lieferte "sehr präzise Informationen"
Die CIA war Chamenei seit mehreren Monaten auf der Spur und konnte so zuverlässige Informationen über seine Bewegungen und Aufenthaltsorte aufzeichnen.
Der Geheimdienst erfuhr, dass am Samstagmorgen im Kommandokomplex ein Treffen hochrangiger iranischer Beamter stattfinden würde und dass der Oberste Führer anwesend sein würde. Es sollen "sehr präzise" Informationen über den Aufenthaltsort von Ali Chamenei ermittelt worden sein.
Israel bestätigte, dass Geheimdienstmitarbeiter drei gleichzeitige Treffen auf dem Gelände überwachten, bei denen führende Persönlichkeiten in den Büros des iranischen Präsidenten, des Obersten Führers und des Nationalen Sicherheitsrats zusammenkamen.
Mehr als eine Woche vor dem Angriff enthüllten US-amerikanische Quellen gegenüber Axios, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump eine Reihe von militärischen Optionen im Umgang mit dem Iran in Betracht zieht, darunter auch die Möglichkeit, den Obersten Führer Ali Chamenei und seinen Sohn Mojtaba ins Visier zu nehmen, falls die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm scheitern.
Hochrangige iranische Beamte getötet
Israel gab bekannt, dass mehrere hochrangige militärische und politische Beamte bei den Angriffen getötet wurden. Die amtliche iranische Nachrichtenagentur IRNA bestätigte den Tod von Ali Shamkhani, dem Vorsitzenden des Militärrats und ranghoher Sicherheitsberater von Chamenei, General Mohammad Pakpour, dem Kommandeur der Revolutionsgarden, sowie des iranischen Verteidigungsministers Amir Nasirzadeh.
Im Internet veröffentlichten die israelischen Streitkräfte eine Art Organigramm der - so wörtlich - "terroristischen Anführer der Axe des Terrors in Iran, die eliminiert worden" seien.
Seyyed Majid Mousawi, Befehlshaber der IRGC-Luftraumtruppen, Mohammad Shirazi, stellvertretender Geheimdienstminister, und andere hochrangige Beamte waren ebenfalls Ziele der Angriffe.
Ein israelischer Militärvertreter sagte: "Der Angriff wurde gleichzeitig an mehreren Orten in Teheran durchgeführt, unter anderem an einem Ort, an dem hochrangige iranische Politiker und Sicherheitsbeamte versammelt waren."
Er betonte, dass es Israel gelungen sei, trotz der Kriegsvorbereitungen des Irans eine "taktische Überraschung" zu erzielen, da sich die höchsten Sicherheitsbeamten in einem Gebäude und cCamenei in einem anderen Gebäude in der Nähe befanden.
Iranische und internationale Reaktionen
Der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Amir Saeed Iravani, verurteilte die Angriffe und bezeichnete sie als "einen Krieg gegen die UN-Charta und eine offene bewaffnete Aggression gegen die Islamische Republik Iran".
Der von den USA und Israel geführte Krieg richte sich nicht nur gegen den Iran, sondern auch gegen das Völkerrecht und die internationale Rechtsordnung, sagte er.
Teheran habe dem UN-Sicherheitsrat und dem UN-Generalsekretär wiederholt seine Besorgnis über die Einmischung des US-Präsidenten in die inneren Angelegenheiten des Iran mitgeteilt, aber "alle Antworten blieben unbeantwortet".
Der Sekretär des iranischen Nationalen Sicherheitsrates, Ali Laridschani, erklärte, der Iran werde gegen die USA und Israel hart reagieren, da die Ermordung des Obersten Führers "die Herzen der Iraner verbrannt" habe. Er betonte, dass US-Präsident Donald Trump "in die israelische Falle getappt ist und Israel zu seiner Priorität gemacht hat, nicht Amerika". "Der Feind sich irrt, wenn er glaubt, dass die Ermordung von Führern den Iran destabilisieren wird".
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez kritisierte den Militäreinsatz der USA und Israels.
US-Präsident Donald Trump sagte, die Ermordung Chameneis mache eine diplomatische Lösung "jetzt viel einfacher", es gebe "einige gute Kandidaten" für die Führung des Iran, ohne dies näher zu erläutern.
In Israel erklärte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu: "Unser gemeinsames Handeln wird die notwendigen Voraussetzungen dafür schaffen, dass das mutige iranische Volk sein Schicksal selbst in die Hand nehmen kann. Es ist für alle Teile des iranischen Volkes an der Zeit, die Tyrannei abzuschütteln und einen freien und friedlichen Iran zu errichten".
Etwa 40 iranische Beamte wurden Berichten zufolge bei den gemeinsamen US-amerikanisch-iranischen Angriffen getötet.
Auf Luftaufnahmen war zu sehen, wie Rauch aus iranischen Einrichtungen aufstieg, nachdem diese bei den Angriffen zerstört worden waren, darunter ein Marinestützpunkt im Süden Irans und andere Militäreinrichtungen.
Laut iranischen Staatsmedien sollen bei der Bombardierung einer Grundschule für Mädchen in Minab im Süden des Iran mehr als 148 Menschen getötet und sehr viele weitere verletzt. Berichte über diesen Angriff gab es auch von lokal Verantwortlichen, die Informationen konnten aber zunächst nicht unabhängig geprüft werden. Laut US-Medien hat auch die US-amerikanische Armee Ermittlungen eingeleitet.