"Ich habe entschieden, die Flugzeuge der Streitkräfte einzusetzen, um die Evakuierung von Polen aus dem Nahen Osten zu unterstützen", schrieb Premierminister Donald Tusk auf X.
Im Nahen Osten halten sich zahlreiche polnische Staatsbürger auf – darunter Mitarbeiter von Unternehmen, Soldaten, Diplomaten und Touristen. Im Falle einer weiteren Zuspitzung könnten sie erheblichen Gefahren ausgesetzt sein: Kommunikationsausfälle, gesperrte Lufträume, Raketenangriffe oder eine mögliche innenpolitische Destabilisierung einzelner Staaten zählen zu den realistischen Risiken.
Kurswechsel der polnischen Regierung
"Ich habe entschieden, Flugzeuge der Streitkräfte zur Unterstützung der Evakuierung von Polen aus dem Nahen Osten einzusetzen", schrieb Ministerpräsident Donald Tusk auf X.
Nach Angaben des Regierungschefs liegt der entsprechende Antrag bereits Präsident Karol Nawrocki vor. Nach geltendem Recht entscheidet der Präsident per Verordnung über den Einsatz des Militärs außerhalb des Landes – auf Antrag der Regierung.
Der Minister für Sport und Tourismus, Jakub Rutnicki, teilte mit, dass bis Dienstag bereits 574 polnische Staatsbürger aus dem Nahen Osten nach Polen zurückgekehrt seien.
Zuvor hatte Tusk den Minister damit beauftragt, im Außenministerium ein Sonderteam zu koordinieren, das sich mit der Lage der Polen in den betroffenen Ländern befasst. Der Premierminister betonte, viele Landsleute befänden sich in einer schwierigen Situation und benötigten Unterstützung.
Gleichzeitig machte Tusk deutlich, dass Polen nicht unbegrenzt Evakuierungsflüge organisieren könne. "Wir können keine Flugzeuge an jeden Ort der Welt schicken", erklärte er und verwies darauf, dass Maschinen zunächst sicher landen müssten – was derzeit nicht überall möglich sei, da mehrere Flughäfen in der Region geschlossen seien.
Der stellvertretende Ministerpräsident und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz versicherte am Mittwoch, die polnischen Streitkräfte stünden bereit. Insbesondere für Bürger, die medizinische Hilfe benötigen, seien entsprechende Kapazitäten vorbereitet.
Zur Unterstützung wurde zudem eine spezielle Hotline eingerichtet: +48 22 523 88 80. Dort erhalten polnische Staatsbürger aktuelle Informationen und konsularische Hilfe.
Von Reisen in mehrere Länder der Region wird abgeraten. Neben den Vereinigten Arabischen Emiraten betrifft die Warnung unter anderem Jordanien, Oman, Bahrain, Kuwait, Katar sowie Zypern.