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Globale Macht am Himmel? Was das "fast unsichtbare Kampfflugzeug" F-35 kann

DATEI: Eine F-35A Lightning II steht auf der Startbahn des Luftwaffenstützpunkts Florennes in Florennes, 13. Oktober 2025
DATEI: Eine F-35A Lightning II steht auf der Startbahn des Luftwaffenstützpunkts Florennes in Florennes, 13. Oktober 2025 Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Jonathan Benton
Zuerst veröffentlicht am
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Der Kampfjet F-35 Lightning II hat eine entscheidende Rolle bei den Angriffen der USA und Israels im laufenden Iran-Krieg gespielt. Wird damit die globale Macht am Himmel neu gestaltet?

Seit den amerikanisch-israelischen Luftangriffen auf den Iran spielt ein Flugzeug eine zentrale und tödliche Rolle: die F-35 Lightning II, kurz F-35. Das "F" steht für "Fighter" (Kampfflugzeug). Die "35" verweist auf die Bezeichnung innerhalb des US-Militärsystems.

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US-Präsident Donald Trump beschrieb die F-35 als "fast unsichtbares Kampfflugzeug". Der Jet ist so konstruiert, dass er sich der Radarerfassung weitgehend entzieht. Möglich machen das unter anderem radarabsorbierende Materialien und spezielle Beschichtungen.

Das erlaubt der F-35, ein breites Arsenal an Lenkwaffen und Bomben einzusetzen, ohne früh erkannt zu werden. Angriffe können dabei auch aus großer Entfernung erfolgen – teils aus bis zu 400 Kilometern.

Ein Kernmerkmal der F-35 ist die sogenannte Datenfusion. Der Jet bündelt Informationen aus Bordradar, Kameras und elektronischen Sensoren in einem integrierten System. So erhält der Pilot ein Lagebild "aus einem Guss" und soll gegnerischen Kräften einen Schritt voraus sein.

Diese Kombination aus Tarnkappentechnik und Sensorik macht die F-35 besonders effektiv gegen Luftabwehr. Sie kann gegnerische Systeme bekämpfen und Luftüberlegenheit herstellen. Dadurch können auch andere Flugzeuge im Verband leichter operieren.

Nach Angaben des Artikels setzten die USA und Israel die F-35 bei mehreren tausend Angriffen ein. Dabei seien auch hochrangige iranische Befehlshaber getötet worden. Genannt wird außerdem Irans Oberster Führer Ali Chamenei.

Was kann die F-35?

Die F-35 ist ein Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeug der fünften Generation. Hersteller ist der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin. Der Jet kann Luft-Luft-Einsätze fliegen, Bodenziele bekämpfen sowie Aufklärung und Überwachung leisten.

Technisch zählt die F-35 zu den modernsten Flugzeugen der Welt. Sie erreicht Geschwindigkeiten von bis zu etwa 2.000 Kilometern pro Stunde (Mach 1,6) und kann bis zu 50.000 Fuß hoch fliegen. Die Reichweite wird mit bis zu 2.200 Kilometern angegeben.

DATEI: US-Soldaten stehen neben einem F-35 A-Kampfflugzeug, das auf der Paris Air Show in Le Bourget ausgestellt ist, 16. Juni 2025
DATEI: US-Soldaten stehen neben einem F-35 A-Kampfflugzeug, das auf der Paris Air Show in Le Bourget ausgestellt ist, 16. Juni 2025 AP Photo

Flotten, Standorte, Varianten und Kosten

Die US-Streitkräfte verfügen über mehr als 600 F-35. Viele davon starten demnach von Stützpunkten im Nahen Osten und von Flugzeugträgern – genannt werden die USS Gerald Ford im Mittelmeer und die USS Abraham Lincoln im Arabischen Meer. Israel setzt weitere 48 Maschinen ein.

Die F-35 wurde 2015 in Dienst gestellt. Der Stückpreis liegt je nach Version zwischen 80 und 120 Millionen US-Dollar. Es gibt drei Varianten: F-35A, F-35B und F-35C. Die A-Version ist für konventionelle Start- und Landebahnen ausgelegt. Die B-Version kann senkrecht starten und landen. Die C-Version ist für den Einsatz auf Flugzeugträgern konzipiert.

Wer fliegt sie – und was ist mit dem "Kill Switch"?

Die F-35 ist bei der NATO und bei US-Verbündeten weit verbreitet. Genannt werden unter anderem das Vereinigte Königreich, Italien, die Niederlande, Kanada, Dänemark, Norwegen, Belgien, Polen, Deutschland, Griechenland und Rumänien.

Der Jet ist stark softwaregetrieben und in vernetzte militärische Systeme eingebunden. Er kann Gefechtsfelddaten in Echtzeit mit anderen Plattformen teilen. Diese Fähigkeit hängt jedoch von US-Software, Sicherheitsfreigaben und Lieferketten für Wartung und Betrieb ab.

Immer wieder taucht das Gerücht auf, die USA könnten F-35-Flotten anderer Länder aus der Ferne stilllegen, indem sie den Softwarezugang sperren. Das F-35 Joint Program Office (JPO) wies das zurück: "Es gibt keinen Kill Switch".

DATEI: Ein US-Kampfjet vom Typ F-35 landet auf dem Flughafen José Aponte de la Torre in Ceiba, Puerto Rico, am 19. September 2025
DATEI: Ein US-Kampfjet vom Typ F-35 landet auf dem Flughafen José Aponte de la Torre in Ceiba, Puerto Rico, am 19. September 2025 AP Photo

Debatte in Europa und Konkurrenz durch den Eurofighter

Politische Spannungen zwischen Trump und europäischen Regierungschefs hätten in Europa Zweifel am Kauf verstärkt, heißt es im Text. Spanien habe seine Kaufpläne im August des Vorjahres aufgegeben. Hohe Betriebskosten würden demnach auch Portugal und die Schweiz abschrecken.

Als wichtigster Konkurrent gilt der Eurofighter Typhoon. Er ist schneller und wendiger und wird unter anderem von Deutschland, Italien, Spanien, Österreich und dem Vereinigten Königreich genutzt. Der Text erwähnt zudem, Großbritannien habe kürzlich vier weitere Eurofighter zur Verteidigung Katars gegen iranische Angriffe entsandt.

Ein weiteres Detail: Am 4. März soll eine israelische F-35 eine iranische Yak-130 abgeschossen haben – demnach der erste Luftkampf-Abschuss für diesen Jet. Außerdem wird eine iranische Behauptung erwähnt, während eines 12-tägigen Konflikts zwei israelische F-35 abgeschossen zu haben. Diese Darstellung habe sich als falsch herausgestellt.

Bundeswehr setzt künftig ebenfalls auf die F-35

Auch Deutschland hat die F-35 bestellt: Die Bundeswehr beschafft 35 F-35A aus dem dem Sondervermögen, um die alternden Tornado-Jets zu ersetzen, für den Ersatzteile zuletzt zunehmend schwer zu bekommen waren. Ab 2026 sollen erste deutsche Maschinen zunächst in den USA stationiert werden; auf der Ebbing Air National Guard Base im US-Bundesstaat Arkansas beginnt dann die Ausbildung von Piloten und Technikern.

In Deutschland ist Büchel in Rheinland-Pfalz als künftiger Standort vorgesehen: Das Taktische Luftwaffengeschwader 33 soll ab 2027 die ersten Flugzeuge erhalten, die Tornado-Maschinen sollen dort bis 2030 ausgemustert werden. Dafür wird der Fliegerhorst umfangreich umgebaut – unter anderem mit neuen Hallen, einem Ersatzteillager und Infrastruktur für Einsatzführung – auch mit Blick auf die IT- und Cybersicherheitsanforderungen des Systems. Kritiker verweisen allerdings auf eine andere Form der Abhängigkeit: Weil die F-35 stark softwaredefiniert ist, bleibt sie auf regelmäßige US-Updates angewiesen.

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