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Nach internationaler Kritik: Israel gibt Zugang zur Grabeskirche frei

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu kommt am Donnerstag, 19. März 2026, zu einer Pressekonferenz in Jerusalem. (Ronen Zvulun, Pool Photo via AP)
Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu kommt am Donnerstag, 19. März 2026, zu einer Pressekonferenz in Jerusalem. (Ronen Zvulun, Pool Photo via AP) Copyright  AP Photo
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Von euronews
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Nach scharfer Kritik aus Europa lenkt Israels Regierung ein: Netanjahu kündigt den Zugang zur Grabeskirche für Ostern an. Die Behörden arbeiten parallel an einem Plan für sicheres Beten in Jerusalems Altstadt.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat sich im Fall von Kardinal Pierbattista Pizzaballa mit einem Beitrag auf X geäußert. Darin kündigte er an, dass der lateinische Patriarch von Jerusalem sofortigen Zugang zur Grabeskirche erhalten werde.

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"Ich habe die zuständigen Behörden angewiesen, dem lateinischen Patriarchen Kardinal Pierbattista Pizzaballa sofortigen und uneingeschränkten Zugang zur Grabeskirche in Jerusalem zu gewähren", erklärte Netanjahu.

Damit entschärft die israelische Regierung einen möglichen Streitpunkt mit der katholischen Kirche in der heiklen Frage des Zugangs zu den Heiligen Stätten.

Sicherheitsgründe

Benjamin Netanjahu begründete das Zerwürfnis mit dem Patriarchen mit Sicherheitsbedenken infolge des Krieges mit dem Iran.

Nach Darstellung des Ministerpräsidenten bedrohen Teherans ballistische Raketen und Luftangriffe unmittelbar die Sicherheit der Gläubigen in der Altstadt von Jerusalem.

"In den letzten Tagen hat der Iran wiederholt die heiligen Stätten aller drei monotheistischen Religionen in Jerusalem mit ballistischen Raketen angegriffen", schrieb Netanjahu. Er fügte hinzu: "Bei einem Angriff fielen Raketensplitter nur wenige Meter von der Grabeskirche entfernt nieder. Um die Gläubigen zu schützen, hat Israel Angehörige aller Religionen gebeten, vorübergehend nicht an christlichen, muslimischen und jüdischen heiligen Stätten in der Altstadt von Jerusalem zu beten."

Plan für sicheres Beten

Die israelischen Polizeibehörden stellten am Montag einen Plan vor, der Gläubigen "aller christlichen Konfessionen" ermöglichen soll, die Grabeskirche zu den Osterfeierlichkeiten zu betreten und in einer vergleichsweise sicheren Umgebung zu beten.

Wie die Zeitung Times of Israel berichtet, wurde das vorläufige Zugangsprotokoll für die Grabeskirche nach einem Treffen zwischen den Jerusalemer Polizeibehörden und Vertretern der christlichen Gemeinden bekannt gegeben.

Auch Israels Staatspräsident Isaac Herzog äußerte in einem direkten Telefongespräch mit Kardinal Pizzaballa offiziell sein "Bedauern über den unglücklichen Vorfall".

Politische Reaktionen

Die italienische Regierung schaltete sich am Sonntag in die Angelegenheit ein. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bekundete ihre Verbundenheit mit Kardinal Pizzaballa und Pater Ielpo. Nach Angaben der Regierungschefin in Rom stellt der Vorfall "nicht nur für die Gläubigen, sondern für jede Gemeinschaft, die die Religionsfreiheit anerkennt, eine Beleidigung dar".

Der italienische Außenminister Antonio Tajani sprach dem Patriarchen von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, dem Oberhaupt der katholischen Kirche im Heiligen Land, sowie dem Kustos des Heiligen Landes, Pater Francesco Ielpo, seine tiefe Solidarität aus.

"Es ist inakzeptabel, sie am Betreten der Grabeskirche in Jerusalem zu hindern", schrieb der Minister. Er ergänzte: "Zum ersten Mal hat die israelische Polizei den Führern der katholischen Kirche die Möglichkeit verwehrt, die Palmsonntagsmesse an einem der heiligsten Orte für Millionen von Gläubigen weltweit zu feiern."

Auch aus Frankreich kam scharfe Kritik, unter anderem von Präsident Emmanuel Macron.

"Ich verurteile diese Entscheidung der israelischen Polizei, die zu der besorgniserregenden Zunahme von Verstößen gegen den Status der Heiligen Stätten in Jerusalem beiträgt. Die freie Ausübung des Gottesdienstes für alle Religionen muss in Jerusalem garantiert werden", schrieb Macron auf X.

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