Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hat den von Donald Trump vorgeschlagenen Namen "Golf von Amerika" erneut abgelehnt. Auf einem Forum für saudische Investoren in Miami hatte Trump Sheinbaum direkt angesprochen - und die Präsidentin bekam enormen Rückhalt von ihrem Püblikum.
Vor wenigen Tagen hat Donald Trump auf einer von saudischen Investoren organisierten Veranstaltung in Miami eine seiner Lieblingspolemiken wieder aufgegriffen. In seiner Rede verteidigte der US-Präsident erneut die Umbenennung des Golfs von Mexiko in "Golf von Amerika". Er sprach auch von einer möglichen Umbenennung der Straße von Hormus, der Meerenge unter iranischem Einfluss, durch die ein Fünftel des weltweiten Öls fließt, in "Trump-Straße".
"Wir haben 92 Prozent des Gebiets um die Straße, und sie haben acht Prozent", sagte Trump in dem lässigen Ton, den er oft anschlägt. Trump sprach auch über ein Telefonat, das er mit Mexikos Präsidentin Claudi Sheinbaum geführt hatte. Die Staatschefin beschrieb er in einer Mischung aus Schmeicheleien und Herablassung.
Sheinbaum fragt, das Volk antwortet
Die Antwort kam aus Zacatecas, denn die mexikanische Präsidentin war am Wochenende in diesem mexikanischen Bundesstaat unterwegs. Ohne Trump direkt beim Namen zu nennen, wählte Claudia Sheinbaum ein einfaches und wirksames Mittel: Sie fragte das Publikum, wie der Golf denn genannt werden solle.
Die Menge antwortete unisono: "Golf von Mexiko".
"Wir wollen keine Probleme mit der US-Regierung, wir sind Partner, wir lieben unsere Brüder, die dort leben, wir verteidigen sie", sagte sie, bevor sie klarstellte, dass die Ablehnung der Namensänderung keinen diplomatischen Bruch bedeute.
Sheinbaum wiederholte die Befragung des Publikums bei einem weiteren Auftritt in Zacatecas, bei der vor allem über die Rente von Frauen debattiert wurde.
Ein Name mit mehr als vier Jahrhunderten Geschichte
Es ist nicht das erste Mal, dass Präsidentin Claudia Sheinbaum dieses Thema anspricht. Bei verschiedenen Gelegenheiten erinnerte die Staatschefin daran, dass der Name Golf von Mexiko seit 1607 international anerkannt ist, so dass es sich um einen Namen handelt, der seit mehr als vier Jahrhunderten in der Geografie verwendet wird.
Für die Menschen in Mexiko ist die Debatte nicht nur ein Namensstreit: Sie hat eine Dimension der Souveränität und Identität, die Claudia Sheinbaum und ihre Regierung nicht stillschweigend hinnehmen wollen.
Der US-Präsident ließ in Miami verlauten, dass er einmal in Erwägung gezogen habe, den Namen "Golf von Trump" zu verwenden, doch er habe die Idee aus Angst vor Gegenreaktionen verworfen. "Vielleicht können wir es schaffen. Es ist noch Zeit", scherzte er.
Trumps Sprüche schwanken zwischen politischer Unterhaltung und verschleierter Drohung. Indirekt zwingt er damit seine Gesprächspartner wie Sheinbaum, mit der gleichen Häufigkeit zu reagieren.