Ein starkes Erdbeben erschüttert Indonesien und ist vermutlich Grund für die nächste Umweltwarnung vor Tsunamis. Eine 70-jährige Frau kam bei einem Erdrutsch ums Leben.
Indonesien ist von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Ein Unterwasserbeben der Stärke 7,4 brachte am Donnerstag in einigen Gebieten im Norden Indonesiens Gebäude zum Einsturz. Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Inzwischen wurde bereits ein Todesopfer gemeldet.
Die indonesischen Behörden haben für die Inseln rund um die Molukkensee eine Tsunamiwarnung ausgesprochen. Die Wellen entstanden durch die geringe Tiefe des Bebens vor der Insel Sulawesi. Nach Einschätzung lokaler Behörden gehe von ihnen allerdings keine große Gefahr aus.
Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde wurden in Bitung in der Provinz Nord-Sulawesi sowie in der Stadt Ternate in der benachbarten Provinz Nord-Molukken starke Erschütterungen mit einer Dauer von 10 bis 20 Sekunden registriert. Diese Provinzen grenzen an die Molukkensee, wo sich das Epizentrum des Erdbebens befand.
Erste Einschätzungen ergaben leichte bis schwere Schäden in einigen Gebieten von Ternate, darunter an einer Kirche und zwei Wohnhäusern. In Bitung waren die Schadensbegutachtungen laut Angaben der Behörde noch im Gange.
"Wir waren gerade aufgewacht, als uns plötzlich das Erdbeben überraschte. Wir rannten alle aus dem Haus", sagte Marten Mandagi, ein Einwohner von Bitung. "Das Beben war sehr stark."
Mindestens ein Todesopfer
Die indonesische Such- und Rettungsbehörde teilte mit, dass bei einem Gebäudeeinsturz in der Stadt Manado auf Nord-Sulawesi eine 70-jährige Frau ums Leben gekommen sei und ein weiterer Bewohner verletzt worden sei. Mindestens drei Verletzte wurden in Ternate ins Krankenhaus eingeliefert.
Die vom Rettungsdienst veröffentlichten Videos zeigten beschädigte Gebäude und zerstörte Häuser, während die Fernsehsender Bilder von Menschen zeigten, die auf die Straße rannten und sich dort versammelten, um der Einsturzgefahr von Gebäuden zu entgehen.
Darauf folgten Dutzende Nachbeben, darunter eines der Stärke 6,2. Die Behörden sammeln weiterhin Informationen über Schäden und mögliche Opfer in verschiedenen Gebieten, insbesondere in abgelegenen Dörfern. Gleichzeitig arbeiten sie daran, das Ausmaß der Katastrophe zu bewerten.
An mehreren Messstationen entlang der Küste der Molukken wurden Tsunami-Wellen von bis zu 75 Zentimetern über dem normalen Gezeitenstand gemessen. Die indonesische Wetterbehörde hob die Tsunami-Warnung wenige Stunden nach dem Beben auf, und das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie erklärte, dass keine zerstörerische Gefahr für das Land bestehe, das nördlich des Epizentrums des Bebens liegt.
Indonesien, ein ausgedehnter Archipel mit mehr als 280 Millionen Einwohnern, liegt auf bedeutenden seismischen Verwerfungen und ist häufig von Erdbeben und Vulkanausbrüchen betroffen.