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Barmherzigkeitssonntag: Wer war die heilige Faustina Kowalska?

Heiligtum in Łagiewniki bei Krakau, das der Göttlichen Barmherzigkeit gewidmet ist, 2006.
Heiligtum in Łagiewniki bei Krakau, das der Göttlichen Barmherzigkeit gewidmet ist, 2006. Copyright  AP Photo, JENS MEYER
Copyright AP Photo, JENS MEYER
Von Jan Bolanowski
Zuerst veröffentlicht am
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Der Barmherzigkeitssonntag hat eine überraschende Geschichte – und führt zurück zu den Visionen einer polnischen Ordensschwester. Was steckt dahinter?

Der Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit fällt im Jahr 2026 auf den 12. April. Es handelt sich um ein bewegliches Fest, das jedes Jahr am Sonntag nach Ostern gefeiert wird. Es wurde von Johannes Paul II. eingeführt.

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Der polnische Papst starb am Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit, der im Jahr 2005 auf den 2. April fiel. Dieses Zusammentreffen von Daten wird von vielen Gläubigen als symbolisch angesehen und hat eine spirituelle Bedeutung.

Das Wesen des Barmherzigkeitssonntags besteht darin, den Glauben an die bedingungslose Barmherzigkeit Gottes gegenüber den Menschen zu betonen. Nach der Lehre der Kirche ist dieser Tag mit besonderen Gnaden verbunden - die Gläubigen können Vergebung von Sünden und Strafen erlangen, wenn sie bestimmte religiöse Praktiken erfüllen.

Der Feiertag wurde durch Offenbarungen inspiriert, die die polnische Nonne Faustina Kowalska in den 1930er Jahren erlebt haben soll. In seinen Visionen soll Jesus ihr Anweisungen gegeben haben, das Fest der Barmherzigkeit zu begehen und den Kult der göttlichen Barmherzigkeit in der ganzen Welt zu verbreiten.

Wer war die heilige Faustina Kowalska?

Faustina Kowalska wurde 1905 als Helena Kowalska im heutigen Polen geboren. Sie stammte aus einer armen Familie und hatte eine sehr bescheidene Schulbildung - sie absolvierte nur einige Klassen der Grundschule. Sie trat in die Kongregation der Schwestern Unserer Lieben Frau von der Barmherzigkeit ein, wo sie ein einfaches klösterliches Leben führte.

Das wichtigste Zeugnis ihrer Spiritualität ist das "Tagebuch" - eine Aufzeichnung mystischer Erfahrungen und Gespräche mit Christus, die sie zwischen 1934 und 1938 auf Anweisung ihres Beichtvaters, Pater Michal Sopoćko, führte. Der Text wurde zur Grundlage des heutigen Kults der göttlichen Barmherzigkeit, zu dem unter anderem der Barmherzigkeitskranz gehört - ein besonderes Gebet, das täglich um 15 Uhr gesprochen wird.

Die heilige Faustina starb 1938 im Alter von 33 Jahren. Ihr Leben und ihre Botschaft wurden erst Jahre später von der Kirche anerkannt. Im Jahr 2000 wurde sie von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen, der gleichzeitig den Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit zum Festtag für die gesamte katholische Kirche machte.

Die heilige Faustina Kowalska
Die heilige Faustina Kowalska Wikimedia Commons, Domena Publiczna

"Jesus, ich vertraue auf dich" - ein Bild, das in der ganzen Welt bekannt ist

Eines der bekanntesten Elemente dieses Kults ist das Bild des Barmherzigen Jesus mit der Aufschrift "Jesus, ich vertraue auf dich". Dieses Bild, das Christus mit Strahlen aus seinem Herzen darstellt, geht auf eine Vision von Faustina zurück.

Heute ist dieses Bild in fast allen katholischen Kirchen der Welt zu finden. Es ist zu einem Symbol der Hoffnung, der Vergebung und der geistigen Wiedergeburt geworden, insbesondere in Zeiten der Krise und der Unsicherheit.

Bild
Das Gemälde 'Jesu Ufam Tobie' von Eugeniusz Kazimirowski, nach den Anweisungen der Heiligen Faustina Wikimedia Commons, Domena Publiczna

Weltweite Verbreitung des "Tagebuchs"

Das "Tagebuch" der heiligen Faustina gilt als eines der wichtigsten mystischen Werke des 20. Jahrhunderts. Wie aus kirchlichen Quellen hervorgeht, wurde es in Dutzende von Sprachen übersetzt und weltweit in Millionen von Exemplaren verbreitet.

Die Publikation hat eine Schlüsselrolle bei der Verbreitung der Idee der göttlichen Barmherzigkeit über die Grenzen hinaus gespielt - von Lateinamerika bis Asien und Afrika. Papst Johannes Paul II. nannte es sogar "ein Evangelium der Barmherzigkeit, das in der Perspektive des 20. Jahrhunderts geschrieben wurde".

Der Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit ist ein Beispiel dafür, wie eine lokale religiöse Erfahrung in ein globales Phänomen verwandelt werden kann. Er ist auch einer der bekanntesten "geistigen Exporte" Polens.

Für viele Gläubige ist das Fest nicht nur ein liturgisches Ereignis, sondern eine persönliche Erinnerung an den Wert der Vergebung, des Mitgefühls und der Hoffnung. Unabhängig von kulturellen oder sprachlichen Unterschieden bleibt die Botschaft der Barmherzigkeit universell - und immer noch aktuell.

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