Die meisten Todesopfer und Verletzten der russischen Angriffe in der Nacht gab es in der ostukrainischen Stadt Dnipro, wo bei einem Anschlag mindestens fünf Menschen getötet und mehr als 30 verletzt wurden.
Bei einem der größten nächtlichen Angriffe Russlands auf die Ukraine seit Beginn der umfassenden Invasion im Jahr 2022 sind nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte mindestens sieben Menschen getötet worden. Russland setzte dabei mehr als 600 Drohnen und 47 Raketen ein.
Nach Angaben des ukrainischen Militärs wurden 30 Orte entweder durch direkte Treffer oder durch herabfallende Trümmer beschädigt. Insgesamt seien 610 Luftangriffe abgewehrt worden.
Besonders betroffen war die östliche Stadt Dnipro, aber auch die Regionen Tschernihiw, Charkiw, Sumy, Odesa und Kyjiw wurden angegriffen.
Die Militärverwaltung von Dnipro erklärte, die Stadt sei mehr als zehn Stunden lang unter Beschuss gestanden. "Die Russen haben Dnipro und andere Städte und Gemeinden praktisch die ganze Nacht über beschossen", sagte der Gouverneur der Region Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanzha.
Bei einem Angriff auf einen Wohnblock wurden mindestens fünf Menschen getötet, darunter ein neunjähriger Junge. 34 weitere Personen wurden verletzt.
Weitere Menschen wurden unter den Trümmern vermutet, während die Such- und Rettungsarbeiten am späten Samstagmorgen noch andauerten. Die Angriffe richteten sich gegen Wohnhochhäuser, Industrieanlagen sowie Häuser und Fahrzeuge und lösten in weiten Teilen der Stadt Brände aus.
In der Stadt Nizhyn in der nordöstlichen Region Tschernihiw wurden zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt. Weitere sieben Personen seien bei Angriffen in der Region verletzt worden, teilte ein regionaler Beamter mit. Insgesamt habe es am Vortag 27 Angriffe in der Region gegeben.
Als Reaktion erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag bei einem Besuch in Aserbaidschan, die Ukraine benötige zusätzliche Unterstützung zur Stärkung ihrer Verteidigung.
"Jeder dieser Angriffe muss unsere Partner daran erinnern, dass die Situation ein sofortiges und entschlossenes Handeln erfordert. Wir brauchen eine rasche Verstärkung unserer Luftverteidigun", sagte Selenskyj. Zugleich drängte er darauf, ein weiteres EU-Sanktionspaket gegen Russland schnell in Kraft zu setzen.