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Solarenergie spart Europa seit Beginn des Iran-Kriegs täglich 136 Millionen Euro

Zwei Solartechniker wuchten in Manila ein Solarpanel auf das Dach eines Wohnhauses, Philippinen, 30. April 2026.
Zwei Solartechniker hieven am 30. April 2026 in Manila auf den Philippinen ein Solarpanel auf das Dach eines Wohnhauses. Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Liam Gilliver
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Neue Analyse: Europas bestehende Solaranlagen sparen dem Kontinent schon 2026 Milliarden.

Solarenergie hilft Europa, sich von den verheerenden Kosten für fossile Brennstoffimporte zu befreien. Der Krieg gegen Iran hält die Preise für Öl und Gas weiter auf Rekordniveau.

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Rohöl der Sorte Brent, der weltweite Referenzwert für Ölpreise, bleibt besonders schwankungsanfällig. Grund ist Irans Kontrolle über die Straße von Hormus, eine Schlüsselpassage, durch die normalerweise rund ein Fünftel der globalen Ölversorgung läuft.

Gestern, am Donnerstag, den 4. Juni, lag der Brent-Preis bei 95 US-Dollar (81 Euro) pro Barrel – ein Plus von 20 Euro im Vergleich zum Tag vor Kriegsbeginn, dem 27. Februar. Auch der maßgebliche niederländische TTF-Gaspreis ist seit Ausbruch des Konflikts stark gestiegen und kletterte zeitweise im März um fast 50 Prozent.

Eine neue Analyse von SolarPower Europe zeigt jedoch: Die Nutzung von Sonnenlicht als Energiequelle hat Europa bis zum 2. Juni bereits 12,8 Milliarden Euro erspart – im Schnitt 136 Millionen Euro pro Tag.

Solar macht Europa „sicherer“

„Die Menschen in Europa wenden sich in dieser Krisenzeit der Solarenergie zu“, sagt Walburga Hemetsberger, Chefin von SolarPower Europe.

„Die Lehren aus den vergangenen 100 Tagen Krieg sollten den Fokus auf flexible Lösungen ohne fossile Brennstoffe schärfen – etwa Batteriespeicher –, die den Nutzen der europäischen Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen weiter verstärken.“

Hemetsberger ist überzeugt, dass dies die Energierechnungen der Europäer senken und Europa „sicherer und wettbewerbsfähiger“ machen kann. Sie warnt jedoch, dass die EU konkrete Maßnahmen und Finanzierungsinstrumente liefern muss, um die Dynamik zu halten.

Wie Erneuerbare Europa vor steigenden Gaspreisen schützen

Mehrere europäische Länder haben die Vorteile eines Umbaus ihres Energiesystems bereits vor dem Krieg gegen Iran gezeigt, indem sie auf grüne Technologien gesetzt haben.

Seit 2019 hat Spanien seine Wind- und Solarkapazität verdoppelt und seinem Energiemix mehr als 40 Gigawatt hinzugefügt. Zum Vergleich: Ein Kraftwerk mit einer Leistung von 1 Gigawatt könnte rund 876.000 Haushalte ein Jahr lang versorgen, wenn sie im Schnitt 10.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr verbrauchen.

„Das Wachstum bei Wind und Solar hat den Einfluss teurer fossiler Kraftwerke auf den Strompreis seit 2019 um 75 Prozent verringert“, erklärte der Thinktank Ember in einem Bericht, der im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde.

„Dieser Rückgang der Stunden, in denen der Strompreis an Gaskraft gekoppelt war, verlief schneller als in anderen stark gasabhängigen Ländern wie Italien und Deutschland.“

Auf den europäischen Strommärkten setzt in der Regel der teuerste eingesetzte Kraftwerkstyp – meist fossile Anlagen – den stündlichen Großhandelspreis. Nimmt jedoch die Erzeugung aus günstigeren Technologien wie Wind- und Solarstrom zu, verdrängen diese Gas und Kohle. Fossile Brennstoffe bestimmen den Preis dann seltener.

Rekordwerte bei der Windkraft haben dem Vereinigten Königreich zudem einen neuen Ökostrom-Rekord beschert – trotz „phantastischer“ Behauptungen, das Land müsse in der Nordsee nach Öl bohren.

Am 26. März erreichte die britische Windstromerzeugung einen neuen Höchstwert von 23.880 Megawatt. Das reicht aus, um 23 Millionen Haushalte zu versorgen.

„Wind lieferte in dieser Rekordphase mehr als die Hälfte des britischen Stroms. Besonders bemerkenswert ist, dass zuvor kostengünstige Wind- und Solarenergie teures Gas weitgehend aus dem System gedrängt haben – der Gasanteil fiel auf den niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren und deckte nur noch 2,3 Prozent unseres Strombedarfs“, sagt Tara Singh vom Verband RenewableUK.

„So sieht die Energiewende in der Praxis aus. Und sie zeigt, warum wir jetzt und in den kommenden Jahren weiter eine ehrgeizige Pipeline neuer sauberer Energieprojekte aufbauen müssen.“

Welches EU-Land führt im Rennen um die Erneuerbaren?

Im Jahr 2025 haben Wind- und Solarkraft in der EU-Stromproduktion erstmals mehr Strom erzeugt als fossile Brennstoffe. Fachleute sprechen von einem „Meilenstein“ auf dem Weg zu sauberer Energie.

Einem Bericht von Ember zufolge kamen Wind- und Solarenergie auf einen Rekordanteil von 30 Prozent an der Stromerzeugung in der EU und lagen damit knapp vor fossilen Energieträgern, die auf 29 Prozent kamen.

2024 lag Österreich mit einer Quote von 90 Prozent grünem Strom an der Spitze – getragen vor allem von seinen 16 Wasserkraftwerken.

Schweden folgte mit 88 Prozent knapp dahinter, hauptsächlich gespeist aus Wind- und Wasserkraft. Dänemark belegte mit 80 Prozent erneuerbarem Anteil den dritten Platz.

Es folgten Georgien (68,4 Prozent), Portugal (65,8 Prozent), Spanien (69,7 Prozent) und Kroatien (58 Prozent). Schlusslicht war Malta mit lediglich 10,7 Prozent erneuerbarer Energie.

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