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EU: Meta verstößt gegen Digitalregeln, schützt Kinder nicht ausreichend auf Instagram und Facebook

ARCHIV: Facebook-Logo auf einem Handy in Boston, USA, am 14. Oktober 2022.
ARCHIV: Das Facebook-Logo auf einem Handy in Boston, USA, am 14. Oktober 2022. Copyright  AP Photo/Michael Dwyer, File
Copyright AP Photo/Michael Dwyer, File
Von Pascale Davies
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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EU-Behörde: Eines von zehn Kindern unter dreizehn nutzt Facebook oder Instagram

Die EU-Kommission hat in einer vorläufigen Einschätzung festgestellt, dass Meta Kinder unter 13 Jahren nicht wirksam daran hindert, Instagram und Facebook zu nutzen.

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Nach ihren bisherigen Erkenntnissen verstoßen die Systeme des US-Technologiekonzerns gegen das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA).

In den Nutzungsbedingungen von Meta ist 13 Jahre als Mindestalter für beide Plattformen festgelegt. Nach Darstellung der Kommission greifen die Alterskontrollen aber kaum: Kinder können bei der Registrierung einfach ein falsches Geburtsdatum angeben, ohne dass dieses überprüft wird.

Die Kommission geht davon aus, dass etwa zehn bis zwölf Prozent der Kinder unter 13 Jahren Instagram und Facebook nutzen. Das widerspricht den internen Bewertungen von Meta. Außerdem habe Meta „leicht zugängliche wissenschaftliche Erkenntnisse“ ignoriert, nach denen gerade jüngere Kinder besonders anfällig für Schäden durch Dienste wie Facebook und Instagram sind.

Wie reagiert Meta?

Meta erklärte in einer Stellungnahme gegenüber Euronews, das Unternehmen teile diese vorläufigen Einschätzungen nicht.

„Für uns ist klar: Instagram und Facebook richten sich an Menschen ab 13 Jahren, und wir haben Maßnahmen eingeführt, um Konten von Jüngeren zu erkennen und zu löschen“, sagte ein Meta-Sprecher und fügte hinzu, das Unternehmen investiere weiter in Technologien, um Nutzerinnen und Nutzer unterhalb der Altersgrenze aufzuspüren und zu entfernen.

Der Sprecher kündigte an, das Unternehmen werde in der kommenden Woche „mehr zu zusätzlichen Maßnahmen mitteilen, die in Kürze eingeführt werden“.

„Das zuverlässige Erfassen des Alters ist eine Herausforderung für die gesamte Branche und erfordert eine branchenweite Lösung. Wir werden deshalb weiterhin konstruktiv mit der Europäischen Kommission zu diesem wichtigen Thema zusammenarbeiten“, hieß es weiter.

Die Herausforderung Altersprüfung

Die Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, zu dem mehrere EU-Staaten generelle Verbote sozialer Medien für Kinder unter 15 Jahren diskutieren. Die Frage, wie sich das Alter zuverlässig prüfen lässt, bleibt dabei ein Knackpunkt.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte im April, eine neue App zur Altersüberprüfung sei technisch fertig und werde bald zur Verfügung stehen, nannte jedoch kein Datum.

Video. Sollten soziale Medien für Kinder verboten werden? Euronews fragt Europäerinnen und Europäer

Am 15. April erklärte von der Leyen gegenüber den Plattformen, es gebe „keine Ausreden mehr“, Kinder im Netz nicht zu schützen, und kündigte an, dass die EU-eigene App zur Altersüberprüfung technisch einsatzbereit sei.

Aufsichtsbehörden verlangen von Meta, die eigene Methodik zur Risikobewertung grundlegend zu überarbeiten und die Maßnahmen deutlich zu verschärfen, mit denen das Unternehmen minderjährige Nutzerinnen und Nutzer auf beiden Plattformen vom Zugang abhält, aufspürt und entfernt.

Wie geht es weiter?

Meta hat nun das Recht, die Ermittlungsakten der Kommission einzusehen und sich schriftlich zu den Ergebnissen zu äußern.

Sollten sich die Einschätzungen der Kommission am Ende bestätigen, kann sie einen förmlichen Nichtbefolgungsbeschluss erlassen und eine Geldbuße von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes von Meta verhängen. Das entspräche einem Betrag in Milliardenhöhe.

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