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Timmys Rettung aus der Ostsee: "Kein gesunder Wal hätte das mit sich machen lassen"

Der aus einer flachen Bucht vor Wismar geborgene Buckelwal wird in einem gefluteten Frachtschiff kurz vor der dänischen Grenze in Fehmarn, Deutschland, in Richtung Nordsee transportiert
Der aus einer flachen Bucht vor Wismar geborgene Buckelwal wird in einem gefluteten Frachtschiff kurz vor der dänischen Grenze in Fehmarn, Deutschland, in Richtung Nordsee transportiert Copyright  Philip Dulian/dpa via AP
Copyright Philip Dulian/dpa via AP
Von Ruth Wright mit AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der Buckelwal Timmy hat in einem Lastkahn jetzt die Nordsee erreicht. Doch die Meeresbiologin aus Stralsund bleibt skeptisch. Fans können Timmys Reise in Echtzeit verfolgen.

Eine Tierrettungsgeschichte, die die Leser weltweit in ihren Bann gezogen hat, könnte kurz vor einem glücklichen Ende stehen.

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Ein Lastkahn mit dem Buckelwal, der seit März in seichten Gewässern der Ostsee in der Wismarer Buch gestrandet war, hat seine Reise in Richtung der Hunderte von Kilometern entfernten Nordsee begonnen.

Wenn alles gut geht, könnte der Wal schließlich seinen Weg nach Hause in den Atlantik finden.

Doch die Meeresbiologin vom Deutschen Meeresmusem Stralsund bleibt skeptisch. Lisa Klemens sagt im NDR: "So eine Aktion gab es noch nie. Wir sehen die Aktion aber sehr kritisch, da das Tier sich so passiv verhält. Kein gesunder Wal hätte das mit sich machen lassen."

Der aus einer flachen Bucht vor Wismar geborgene Buckelwal wird in einem gefluteten Frachtschiff kurz vor der dänischen Grenze in Fehmarn, Deutschland, in Richtung Nordsee transportiert
Der aus einer flachen Bucht vor Wismar geborgene Buckelwal wird in einem gefluteten Frachtschiff kurz vor der dänischen Grenze in Fehmarn, Deutschland, in Richtung Nordsee transportiert Philip Dulian/dpa via AP

Der Buckelwal, der von deutschen Medien liebevoll Timmy und von einigen Hope genannt wird, war seit dem 3. März in der Ostsee gestrandet.

Bei wiederholten Rettungsversuchen wurde deutlich, dass es dem Tier schlecht ging. Zahlreiche Meerebiologen forderten, ihn in Frieden sterben zu lassen.

Die Bemühungen, ihn wieder in tiefere Gewässer zu bringen, wurden zunächst mit öffentlichen Geldern finanziert. Dann erlaubte das regionale Umweltministerium zwei deutschen Unternehmern, eine weitere Rettungsaktion zu finanzieren.

"Ich kann gar nicht sagen, wie glücklich ich bin", sagte Karin Walter-Mommert, eine der Unternehmerinnen, die die Rettungsaktion finanzierten, gegenüber der Bild-Zeitung.

"Man konnte sehen, dass der Wal gekämpft hat und leben wollte. Zu wissen, dass er jetzt auf dem Kahn ist, ist einfach wunderbar und zeigt, dass sich der Kampf um Timmy gelohnt hat."

Jetzt befindet sich Timmy in einem Wasserbecken auf einem Lastkahn auf einer Reise zur Nordsee, die drei Tage dauern sollte. Die Wissenschaftler sind sich nicht sicher, ob der Wal die Reise überlebt. Einige glauben, dass der Wal vor allem flache Gewässer aufgesucht hat, weil er schwach war und Ruhe brauchte. Die Tierärzte der privaten Initiative hielten das Tier jedoch für transportfähig.

Wie man die Reise von Timmy, dem Wal, verfolgen kann

Ein Schlepper mit dem Namen Robin Hood begann am Dienstagabend, den Kahn mit dem Wal in die Ostsee zu ziehen. Am Mittwochmorgen übernahm die Fortuna B und umrundet derzeit die Insel Fehmarn in Norddeutschland in der Nähe der dänischen Gewässer.

Die Position des Schleppers kann live auf Vesselfinder.com verfolgt werden.

Der Konvoi muss etwa 400 Kilometer zurücklegen, um die Nordsee zu erreichen. Die Reise wird mehrere Tage dauern.

Es wird erwartet, dass der Kahn die Nordspitze Dänemarks umrundet und über die Meerenge Skagerrak in Richtung Nordsee fährt.

Der aus einer flachen Bucht vor Wismar geborgene Buckelwal wird von zwei Schleppern in einem überfluteten Frachtschiff vor der dänischen Küste auf Fehmarn in Richtung Nordsee transportiert,
Der aus einer flachen Bucht vor Wismar geborgene Buckelwal wird von zwei Schleppern in einem gefluteten Frachtschiff vor der dänischen Küste auf Fehmarn in Richtung Nordsee transportiert, Philip Dulian/dpa via AP

Rettung wird weltweit per Livestream übertragen

Timmy war zunächst auf einer Sandbank in der Nähe von Timmendorfer Strand gestrandet, weit weg von seinem natürlichen Lebensraum im Atlantischen Ozean. Der Gesundheitszustand des Säugetiers verschlechterte sich, als er immer wieder ins seichte Wasser zurückkehrte, und die zunächst erfolglosen Versuche, ihn in tiefere Gewässer zu locken, wurden weltweit live übertragen.

Anfang April gaben die Behörden das Tier auf, weil sie glaubten, es sei nicht mehr zu retten.

Dies löste jedoch einen Aufschrei aus, und die Behörden ließen sich davon überzeugen, dass die Unternehmer einen Rettungsplan ausarbeiten sollten.

Eine heftige Debatte darüber, was für den Wal richtig ist

Till Backhaus, Umweltminister des Bundeslandes Mecklenburg Vorpommern, in dem der Wal gestrandet war, sagte am Dienstag, er sei "kurz davor, ins Wasser zu springen, um dem Wal auf den letzten Metern zu helfen".

Der Minister gab grünes Licht für den jüngsten Versuch zur Rettung des Wals, der von einer privaten Initiative vorgeschlagen wurde, trotz einiger Warnungen aus der wissenschaftlichen Gemeinschaft, dass dies für den Wal zu viel sein könnte.

Die Debatte darüber, ob man dem Tier am besten helfen kann, indem man es in Ruhe sterben lässt, oder ob man weiter versuchen sollte, ihm bei seiner Rückkehr in den Atlantik zu helfen, dauert schon seit Wochen an. Aktivisten haben am Strand von Wismar protestiert und die Befreiung des Tieres gefordert, während andere neue Ideen unterstützt haben, wie der Wal in Richtung Ozean transportiert werden könnte.

Doch Thilo Maack, Meeresbiologe bei Greenpeace, erklärte Anfang des Monats gegenüber The Associated Press, dass die Bemühungen, Timmy zu retten, dem Tier schweren Stress bereitet haben.

"Ich glaube, der Wal wird jetzt sehr bald sterben. Und ich möchte auch die Frage aufwerfen: Was ist eigentlich so schlimm daran?", sagte er. "Ja, Tiere leben, Tiere sterben. Dieses Tier ist wirklich, wirklich sehr, sehr, sehr krank. Und es hat sich entschieden, Ruhe zu suchen."

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