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Globaler Rückschritt: Pressefreiheit fällt auf historischen Tiefpunkt

DATEI: Eine Frau geht vor einer Morgenzeitung in Sofia vorbei, 20. April 2026
DATEI: Eine Frau geht vor einer Morgenzeitung in Sofia vorbei, 20. April 2026 Copyright  AP Photo
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Von Emma De Ruiter
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In ihrem jüngsten Bericht warnt die RSF, dass sich die Pressefreiheit auf einem 25-Jahres-Tief befindet, wobei mehr als die Hälfte der Welt einen "schwierigen" oder "sehr ernsten" Status hat und es nur wenige "gute" Länder gibt.

Die Pressefreiheit ist auf den niedrigsten Stand seit einem Vierteljahrhundert gesunken, warnt die Reporter ohne Grenzen (RSF).

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Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte des Index fällt mehr als die Hälfte der Länder in die Kategorien "schwierig" oder "sehr ernst", was die Pressefreiheit betrifft, teilte RSF mit.

"Die durchschnittliche Punktzahl für alle Länder und Gebiete weltweit war noch nie so niedrig", so die Organisation.

Der Index zeigt, dass die Pressefreiheit in 100 der 180 bewerteten Länder und Gebiete rückläufig ist. Insgesamt wird die Lage in mehr als der Hälfte der Welt (52,2 %) als "schwierig" oder "sehr ernst" eingestuft – gegenüber 13,7 % im Jahr 2002, als RSF den Index erstmals veröffentlichte.

Gleichzeitig ist der Anteil der Weltbevölkerung, der in einem Land mit "guter" Pressefreiheit lebt, von 20 % auf weniger als 1 % gesunken. Nur sieben Länder in Nordeuropa – allen voran Norwegen – erreichen diese Kategorie.

"Systematische" Angriffe auf die Presse

RSF zufolge behalten die EU-Mitgliedstaaten ihre führende Position im Index, auch dank des Medienfreiheitsgesetzes, das im August 2025 in Kraft trat.

Allerdings verstoßen laut RSF mehrere EU-Länder gegen dessen Vorgaben. So erfüllten etwa in Germany nationale Sicherheitsgesetze nicht die strengen Anforderungen zum Schutz von Journalisten und ihren Quellen.

In Osteuropa hebt RSF die Ukraine hervor: Trotz der Kriegsbedingungen im Zuge der russischen Invasion verbesserte sich das Land um sieben Plätze auf Rang 55.

Die United States rutschten im Ranking um sieben Plätze auf Rang 64 ab. RSF begründet dies mit einer "systematischen Politik" von Präsident Donald Trump, die wiederholte Angriffe auf Medien und Journalisten umfasse. Zudem verweist der Bericht auf konkrete Übergriffe und deutliche Kürzungen bei internationalen Rundfunkmitteln.

Russia liegt auf Rang 172 und wird von RSF als "Spezialist" bezeichnet, Gesetze zu Terrorismus, Separatismus und Extremismus zur Einschränkung der Pressefreiheit zu nutzen. Im April saßen dort demnach 48 Journalisten in Haft.

Besonders kritisch sei die Lage im Nahen Osten und in Nordafrika. RSF spricht von der „katastrophalsten“ Region für Journalismus und verweist auf 220 getötete palästinensische Journalisten im Gaza-Krieg zwischen Israel und der Hamas, darunter mindestens 70, die gezielt wegen ihrer Arbeit getötet worden seien. 18 von 19 Ländern der Region gelten als "sehr ernst" oder "schwierig".

Positiv bewertet RSF dagegen die Entwicklung in Syria: Das Land verbesserte sich von Rang 177 auf 141. Trotz weiterhin "sehr ernster" Lage entspricht das einem historischen Sprung um 36 Plätze nach dem Sturz des Regimes von Bashar al-Assad.

Den stärksten Rückgang verzeichnete 2026 Niger, das unter einer Militärjunta um 37 Plätze auf Rang 120 fiel. Dies spiegele den generellen Rückgang der Pressefreiheit in der Sahelzone wider, wo bewaffnete Gruppen und Militärregierungen die Arbeit von Medien zunehmend einschränken.

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