Die Finanzminister der G7-Länder haben sich in Paris getroffen. Sie beraten über die Folgen der iranischen Blockade der Straße von Hormus und über neue Russland-Sanktionen. Eine Lockerung der Ölsanktionen seitens der USA kommentierten sie kritisch.
Die G7-Staaten zeigen sich in ihrer Unterstützung für die Ukraine "einig". Zum Abschluss des Treffens der G7-Finanzminister bekräftigte der französische Wirtschafts- und Finanzminister Roland Lescure am Dienstag den Willen der G7-Staaten, "den Druck auf Russland aufrechtzuerhalten".
Nach Lescures Worten hat es für die G7 oberste Priorität, zu verhindern, dass Russland von den Kriegen in der Ukraine oder im Nahen Osten profitiert. Dort treibt der Konflikt die Rohölpreise in die Höhe. Um die Folgen abzufedern, kündigten die USA zum Auftakt des Gipfels an, die Aussetzung der Sanktionen gegen auf See gelagerte russische Öllieferungen vorübergehend zu verlängern.
Das teilte der Finanzminister der USA, Scott Bessent, auf der Plattform X mit. Er bezeichnete die Maßnahme als Unterstützung für die "am stärksten betroffenen Nationen".
Schon vor Beginn der Beratungen hatte der EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis die Entscheidung der USA kritisiert. "Aus Sicht der EU halten wir es nicht für den richtigen Zeitpunkt, den Druck auf Russland zu verringern", sagte er.
"Tatsächlich ist es Russland, das vom Krieg im Iran und von den steigenden Preisen für fossile Brennstoffe profitiert", fügte Dombrovskis hinzu. "Im Gegenteil, wir sollten den Druck erhöhen."
Entsprechend angespannt verlief das Treffen. "In den vergangenen zwei Tagen hatten wir offene, teils schwierige, sehr direkte Gespräche, um kurzfristige und langfristige Lösungen für die großen globalen Wirtschaftsfragen zu finden und so die wirtschaftliche Stabilität zu sichern", erklärte Roland Lescure nach einer Runde mit seinen G7-Amtskollegen, an der auch US-Finanzminister Scott Bessent teilnahm.
G7: ein "Bekenntnis zu multilateraler Zusammenarbeit"
Im Mittelpunkt stand die Lage in der Straße von Hormus, einer Schlüsselroute im Golf. Die Meerenge ist seit März von Iran blockiert – seit sich das Land im Krieg mit den Vereinigten Staaten und Israel befindet. In einem Kommuniqué fordern die G7-Mitglieder einen "raschen Übergang zu einem freien und sicheren Transit" in der Straße von Hormus.
In der gemeinsamen Mitteilung bekräftigen sie außerdem ihr "Bekenntnis zu multilateraler Zusammenarbeit", um den Risiken für die Weltwirtschaft zu begegnen. "Die wirtschaftliche Unsicherheit hat die Risiken für Wachstum und Inflation erhöht, vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten", heißt es darin.
Der Text verweist auf "den Druck auf die Lieferketten für Energie, Nahrungsmittel und Düngemittel, der insbesondere die verwundbarsten Länder trifft".
Das Treffen der G7-Finanzminister bereitet den Gipfel vor, der im Juni im französischen Évian stattfinden und von Emmanuel Macron geleitet werden soll. Daran wird voraussichtlich auch Donald Trump teilnehmen.
Unter französischem Vorsitz hat das Treffen den Kreis der eingeladenen Staaten erweitert. Brasilien, Indien, Kenia und Südkorea stießen zu Kanada, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Großbritannien und den Vereinigten Staaten und nahmen an den Beratungen teil.