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Kadaver vor Ferieninsel Anholt: Dänemark will toten Wal Timmy nun doch bergen und obduzieren

Dänemark plant, einen toten Wal aus der Ostsee zu bergen und eine Autopsie durchzuführen (Symbolbild).
Dänemark plant, einen toten Wal aus der Ostsee zu bergen und eine Autopsie durchzuführen (Symbolbild). Copyright  Copyright 2023 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Kirsten Ripper
Zuerst veröffentlicht am
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Die Behörden in Dänemark befürchten, dass der tote Buckelwal Timmy vor der Ferieninsel Anholt Badegäste stören könnte. Die Menschen wurden aufgefordert, sich dem Kadaver nicht zu nähern. Eine Obduktion soll auch offene Fragen klären.

Die Umweltbehörde in Kopenhagen hat angekündigt, dass der tote Buckelwal Timmy nun doch geborgen und obduziert werden soll. Verstorben ist das Tier vor der dänischen Ferieninsel Anholt - etwas mehr als 300 Kilometer Luftlinie von der Insel Poel in der Wismarer Buch entfernt, wo die umstrittene private "Rettungsaktion" begann.

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Da der Kadaver Badegäste und Einheimische voraussichtlich stark stören werde, werde "an einer Lösung gearbeitet, die es gleichzeitig ermöglicht, eine Obduktion durchzuführen und wertvolle wissenschaftliche Proben für Forschungszwecke zu sichern", sagte Jane Hansen von der Umweltbehörde.

Zunächst wollte Dänemark den toten Buckelwal seinem Schicksal überlassen. Der Kadaver diene mehreren Dutzend Möwen als Fressen, hatte Morten Abildstrøm von der dänischen Naturschutzbehörde am Samstagabend erklärt.

Dänischen Medienberichten zufolge waren am Wochenende aber Schaulustige auf den toten Wal geklettert, um Selfies und Fotos zu machen. Die Umweltbehörde forderte die Menschen dazu auf, sich dem toten Tier nicht anzunähern, da dies auch eine Gesundheitsgefahr darstelle.

Eigentlich hätte der in der Wismarer Bucht gestrandete totgeweihte Buckelwal von den Wissenschaftlerinnen im Meeresmuseum in Stralsund obduziert werden sollen, dafür war schon alles vorbereitet. Doch dann wurde das Tier am 2. Mai mit einem Lastkahn in Richtung Norden transportiert und rund 70 Kilometer von Skagen entfernt im Skagerrak ausgesetzt. Einige Experten kritisierten, der Wal sei durch die umstrittene Aktion einfach entsorgt worden.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus, der die private "Rettungsaktion" erlaubt und damit viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verärgert hatte, meinte inzwischen, dass Timmy wohl schon mehrere Tage tot war, bevor die Leiche am 14. Mai entdeckt wurde. Der SPD-Minister zeigte sich skeptisch, was die Obduktion betreffe, weil das tote Tier schon so lange im Wasser gelegen habe. Backhaus sagte aber auch, er stehe im Austausch mit den dänischen Behörden, was das weitere Vorgehen betreffe.

Woran starb Buckelwal Timmy?

Eine Obduktion des Wals forderte der Meeresbiologe und Sachbuchautor Fabian Ritter. Der Vorsitzende des Vereins M.E.E.R., der sich für den Schutz von Walen und Delfinen einsetzt, erklärte in BILD zur möglichen Todesursache: "Das Netz, das bei der Strandung vor Timmendorfer Strand noch in seinem Maul steckte, hatte sicherlich einen großen Einfluss. Das ist meiner Meinung nach der offensichtlichste Faktor".

Laut Ritter ist die Untersuchung des Kadavers nötig, nicht nur um die Todesursache zu ermitteln, sondern auch um die privat finanzierte "Rettungsaktion" aufzuarbeiten. Fast alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten vor dem Versuch gewarnt, den mehrmals an der Küste gestrandeten Buckelwal in Richtung Nordsee zu transportieren.

Der Rostocker Honorarprofessor für Meeresnaturschutz, Henning von Nordheim, forderte im NDR die deutschen Behörden dazu auf, sich an den Kosten einer professionellen Sektion des Buckelwals zu beteiligen.

Zudem müsse jetzt endlich ein viel größerer Schutz der heimischen Schweinswale durchgesetzt werden, unterstrich Wissenschaftler von Nordheim. Das verlangen auch zahlreiche Tier- und Meeresschutzorganisationen als logische Konsequenz aus der Odyssee von Buckelwal Timmy, die so viele Menschen in Deutschland und weltweit bewegt hat.

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