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1. Mai ist Tag der Arbeit: Wie steht es um die Arbeitsbedingungen in Europa?

Mehr als 840.000 Menschen sterben jedes Jahr an gesundheitlichen Problemen, die mit der beruflichen Belastung zusammenhängen.
Mehr als 840.000 Menschen sterben jedes Jahr an gesundheitlichen Problemen, die mit der beruflichen Belastung zusammenhängen. Copyright  Euronews
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Von Inês Trindade Pereira & video by Léa Becquet
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Während Europa den Tag der Arbeit feiert, fordert die Arbeitsbelastung weltweit einen hohen Tribut von Beschäftigten: von Burnout bis zu Angstzuständen. Viele Menschen in Europa zögern, ihre Probleme offen anzusprechen, weil sie negative Konsequenzen befürchten.

Laut einer aktuellen Studie der Internationale Arbeitsorganisation sterben jedes Jahr mehr als 840.000 Menschen an den Folgen beruflicher Belastungen – darunter lange Arbeitszeiten, unsichere Beschäftigungsverhältnisse und Belästigung am Arbeitsplatz.

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Diese psychosozialen Risiken begünstigen Depressionen, Burnout und sogar Krebserkrankungen. Gleichzeitig kämpfen Unternehmen mit sinkender Mitarbeiterbindung, geringerer Produktivität und steigenden Fehlzeiten. Zwar gehen die meisten dieser Todesfälle auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurück.

Doch psychische Störungen führen am häufigsten dazu, dass Beschäftigte gesunde Lebensjahre verlieren – vor allem, weil sie oft chronisch verlaufen und stark einschränken. Insgesamt entspricht das einem geschätzten wirtschaftlichen Schaden von 1,37 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts.

In Europa und Zentralasien – einer der weltweit am stärksten betroffenen Regionen – liegt der Anteil sogar bei 1,43 Prozent.

In Europa berichtet nahezu jede dritte erwerbstätige Person von arbeitsbedingtem Stress, Depressionen oder Angstzuständen. Frauen dabei deutlich häufiger als Männer.

Dem Bericht der Internationale Arbeitsorganisation zufolge bleibt die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen eines der größten globalen Hindernisse für Prävention und Unterstützung am Arbeitsplatz. Innerhalb der EU werden die jährlichen Kosten arbeitsbedingter Depressionen auf mehr als 100 Milliarden Euro geschätzt, wobei über 80 Prozent dieser Belastung von den Arbeitgebern getragen werden.

Einer Umfrage der Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz aus dem Jahr 2025 zufolge befürchten in Griechenland, Zypern, Frankreich und Italien mehr als sechs von zehn Beschäftigten negative Konsequenzen, wenn sie mit Vorgesetzten über psychische Probleme sprechen. In den nordischen Ländern zeigt sich ein anderes Bild: Dort geben rund acht von zehn Arbeitnehmern an, sich dabei wohlzufühlen.

Autonomie am Arbeitsplatz

Andere Studien zeigen, wie stark sich Beschäftigte in Europa in ihrem Arbeitsalltag tatsächlich selbstbestimmt fühlen. Laut einer Untersuchung von Eurofound aus dem Jahr 2025 gibt rund die Hälfte der Männer an, ihre Arbeitszeiten zumindest teilweise selbst kontrollieren zu können – bei Frauen liegt dieser Anteil bei 43 Prozent.

Gleichzeitig berichten etwa 17 Prozent der Beschäftigten in der EU, kaum Einfluss auf ihr Arbeitstempo oder die Gestaltung ihrer Aufgaben zu haben. Auch beim Blick auf Technologie gehen die Einschätzungen auseinander. Nach Angaben der Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sagen 48 Prozent, dass digitale Systeme ihr Arbeitstempo vorgeben.

19 Prozent sehen dadurch ihre Möglichkeiten eingeschränkt, eigene Kenntnisse und Fähigkeiten einzusetzen, während 16 Prozent angeben, weniger Einfluss auf Entscheidungen zu haben. Europaweit ist zudem der Anteil der Beschäftigten mit monotonen Tätigkeiten deutlich gestiegen – von 39 Prozent im Jahr 1995 auf 48 Prozent im Jahr 2024. Besonders hoch ist die Belastung in bestimmten Branchen: In der Landwirtschaft berichten rund 60 Prozent der Beschäftigten von eintöniger Arbeit, im Verkehrssektor sind es 56 Prozent, im Handel und Gastgewerbe 53 Prozent.

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