"König der Schweiz" sei er durch seine Grundstücke geworden, die er erobert habe, sagt Jonas Lauwiner im Gespräch mit Euronews. Der IT-Projektleiter besitzt tatsächlich viel Land, ohne viel Geld dafür ausgegeben zu haben. Zur Verteidigung der Schweiz schießt Lauwiner - verbal - scharf gegen die EU.
Auf seiner Internetseite nennt sich Jonas Lauwiner, der im Kanton Bern aufgewachsen ist, "König der Schweiz". Schon 2019 hat sich der inzwischen 31-Jährige zum Monarchen krönen lassen. Publikum ist auf dem YouTube-Video dieser Zeremonie in der Kirche Nydegg in Bern nicht zu sehen, obwohl "König Jonas" laut Untertitel "von Bürgern gekrönt" wurde.
Im Gespräch mit Euronews sagt Jonas Lauwiner auf die Frage, wie er auf die Idee gekommen ist, König der Schweiz zu werden: "Ich wurde es einfach." Er erklärt aber auch, König sei er dank seiner Grundstücke. "Ich erobere Grundstücke."
Der "König" sammelt "herrenlose Grundstücke"
Zu seinem 20. Geburtstag hat ihm sein Vater sein erstes Grundstück, eine kleine landwirtschaftliche Wiese, geschenkt. Inzwischen besitzt Jonas Lauwiner offenbar etwa 100.000 Quadratmeter in mehreren Kantonen. Dafür nutzt er seit Jahren die Besonderheit, dass es in der Schweiz möglich ist "herrenlose Grundstücke" zu übernehmen, die vorher niemandem gehörten und für die sich zuvor niemand interessiert hat. Lauwiner musste nur einen Antrag stellen und bekam den Grund und Boden überschrieben.
Doch mittlerweile regt sich Widerstand bei den Behörden mehrerer Kantone gegen diese Methode des selbsternannten Monarchen. "Einige Behörden haben Probleme mit mir", räumt er ein.
Denn mittlerweile wollen mehrere Kantone verhindern, dass Jonas Lauwiner noch weiteren Grund und Boden an sich reißt. SRF berichtet von Konflikten mit Jura, Neuenburg und Luzern. Auch der Regierungsrat des Kantons Zug musste eine Anfrage beantworten zum selbsternannten König der Schweiz und seiner Methode, herrenlose Grundstücke zu erwerben.
Dabei weist Jonas Lauwiner den Vorwurf von sich, er verlange Straßengebühren und wolle mit seinen Grundstücken Profit machen. Er sagt: "Ich verlange keine Gebühren." Es gehe nur darum, den Unterhalt der Grundstücke und Straßen zurückzufordern.
Lauwiner und seine "Special Forces"
Jonas Lauwiner, der auch in der Kommunalpolitik aktiv ist, sieht sich selbst im Dienst der Schweiz sowie ihrer Bürgerinnen und Bürger. Es sei "schön sich an der Gesellschaft zu beteiligen". Der "König" arbeitet als IT-Projektleiter bei einem Pharmakonzern und lebt auf einem alten Fabrikareal bei Burgdorf.
"Ich habe eine eigene Schutztruppe", sagt er zu Euronews. Die Frage, ob das seine Freunde seien, beantwortet der selbsternannte König nicht.
Auf seiner Internetseite hat Jonas Lawiner ein Video mit dem Titel "Special Forces of the Lauwiner Empire Legion in Training" veröffentlicht, auf dem er in seiner Uniform sowie seine Anhänger mit einer Kanone zu sehen sind.
Auf der Internetseite sucht Jonas Lauwiner nach weiteren Mitgliedern seiner "Empire Legion", und er schreibt: "Die Legion führt hauptsächlich Übungen und Friedenseinsätze auf großen Gebieten der Privatgrundstücke des Königs durch. In Kriegszeiten gegen andere Nationen muss die Legion unser Volk verteidigen und die Sicherheit der Nation gewährleisten. Die Legion kämpft an der Seite der Schweizer Armee und verfolgt dieselben Ziele."
An mehreren Stellen wie bei "Regierungsberufen" verweist die Internetseite des "Königs" auf offizielle Websites der eidgenössischen Regierung oder auf die der UNO in Genf.
"Die Schweiz vor dem Abgrund retten"
"Ich will die Schweiz vor dem Abgrund retten", sagt Jonas Lauwiner auf die Frage von Euronews, was sein Ziel als König sei. Der "Anfang vom Abgrund", das ist für ihn die EU. Seiner Meinung nach hat die Schweizer Politik "hintendurch Verträge geschmiedet mit der Europäischen Union."
Lauwiners Vater ist Schweizer, seine Mutter kommt aus Marokko. Der 31-Jährige spricht neben Schwyzerdeutsch und Deutsch auch Englisch und Französisch. "Ich war in Paris, ich war in Marseille", sagt er. Aber in der Schweiz sei alles viel sauberer als in diesen Städten der EU.
Jonas Lauwiner setzt sich für eine eigenständige Schweiz ein und verteidigt das Prinzip der direkten Demokratie. Er hat zwar ein eigenes Emblem als König und auch eine Art eigene Währung, aber, betont er, ein Reichsbürger sei er nicht.