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Simson-Kult: Diese Oldtimer-Bikes bekommen einen E-Motor

Teilnehmer des 16. Treffens mit Mopeds der Marke Simson aus DDR-Produktion
Teilnehmer des 16. Treffens mit Mopeds der Marke Simson aus DDR-Produktion Copyright  (c) dpa-Zentralbild
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Von Donogh McCabe
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Das Kult-Motorrad Simson erlebt seit den 2000ern ein Revival. Doch weil viele der Motoren nicht mehr rund laufen, hat sich ein Berliner Unternehmen darauf spezialisiert, sie mit Elektromotoren auszustatten. Ein Wechsel, der nur wenige Stunden dauert.

Die Simson ist einer der Oldtimer unter den Motorrädern. Das Kultfahrzeug der DDR war früher schon fast Standardfahrzeug für Jugendliche und Erwachsene. Seit den 2000ern erleben sie ein starkes Comeback.

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Heute sind sie vor allem bei jungen Leuten, Studierenden und Retro-Fans wieder richtig angesagt – doch das Modell scheint trotzdem etwas in die Jahre gekommen zu sein. Motorrad-Fan Carlo Schmid hat sich überlegt, was man ändern kann.

"Es gibt Millionen von Fahrzeugen da draußen, die super schön und erhaltenswert sind, aber ihnen fehlt einfach der Komfort moderner Fahrzeuge", sagt Carlo Schmid. Er ist Geschäftsführer des Unternehmens Second Ride.

Simson mit E-Antrieb: Kulturgut trifft Zukunft

Was eine Simson-Kultmaschine kompliziert macht? "Sie haben einen Zweitaktmotor, man muss Benzin und Öl mischen und einfüllen, und sie haben diese Auspuffgase, diese weißen Rauchwolken, und sie gehen ständig kaputt", antwortet Schmid. Sein Ansatz: Ikonen von damals mit der Technologie von morgen. Er wechselt den alten Verbrenner-Motor gegen einen Elektro-Antrieb. "Man hat einen super zuverlässigen, wirklich spaßigen Elektromotor in einem alten, schönen Oldtimer", beschreibt Schmid das Ergebnis.

In seiner Fabrik am Stadtrand von Berlin sind Techniker und Ingenieure damit beschäftigt, Akkus und Elektromotoren für alte Motorräder zusammenzubauen.

Einer seiner Kunden ist Robert Matti. Vor zwei Jahren hat er den Verbrenner aus seinem Motorrad gegen einen Elektromotor getauscht, erzählt er, während er auf seinem alten neuen Motorrad sitzt. Insgesamt sei er wirklich zufrieden. "Angefangen damit, dass der Umbau nur einen Nachmittag dauert und super einfach war", sagt Matti, "ist es ein sehr einfacher Umbau, und es ist einfach toll, dieses Motorrad zu haben."

Die Simson ist ein beliebtes Kultverkehrsmittel. Fans treffen sich regelmäßig zu Rennen.
Die Simson ist ein beliebtes Kultverkehrsmittel. Fans treffen sich regelmäßig zu Rennen. Jens Meyer/AP

Es habe eine Reichweite von 70 Kilometern. Für die Stadt sei es alles, was man braucht - und noch mehr, sagt Matti. Denn es mache wirklich Spaß. Mit dem Elektromotor hat er seinen Rhythmus gefunden. "Ich lade es vielleicht ein- oder zweimal pro Woche auf, das reicht definitiv für meinen täglichen Weg zur Arbeit."

Verkehrswende für Oldtimer

So ist die Simson wieder zu seiner früheren Mission zurückgekehrt, das Fortbewegungsmittel des Alltags schlechthin zu sein. Fans und Händler gehen davon aus, dass von den insgesamt sechs Millionen von Simson gebauten noch etwa ein bis zwei Millionen im Umlauf sind, Hunderttausende gelten als fahrbereit.

Das Unternehmen Second Ride aus dem Umland hat im Jahr 2025 etwa 900 elektrische Umrüstsätze verkaufet. "Unsere Mission ist es, die Nachrüstung, also den Umbau von Verbrennungsmotor auf Elektroantrieb, skalierbar zu machen", erklärt der Firmengründer Schmid.

Seine Inspiration sei aus dem Wunsch entstanden, klassische deutsche Motorräder zu erhalten und sie von Spritfressern in effiziente, saubere Elektrofahrzeuge umzubauen. "Second Ride forciert eine nachhaltige Verkehrswende über die Umrüstung von Verbrennerfahrzeugen auf Elektroantrieb", erklärt das Unternehmen auf der eigenen Website.

"Wir haben einen Umbausatz entwickelt, den wir international versenden können und der in jedes Motorrad oder jeden Roller passt, bei dem der Verbrennungsmotor in der Mitte sitzt."

Cutter • Donogh McCabe

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