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Europas Börsen legen zu, Ölpreis fällt in Hoffnung auf Durchbruch USA–Iran

Mitarbeitende der Hana Bank posieren für ein Foto, nachdem der Aktienindex Kospi in Seoul die Marke von 7.000 Punkten überschritten hat, 6. Mai 2026.
Mitarbeitende der Hana Bank posieren für ein Foto, um den KOSPI-Anstieg auf über 7.000 Punkte in der Zentrale in Seoul zu feiern. 6. Mai 2026 Copyright  AP Photo/Lee Jin-man
Copyright AP Photo/Lee Jin-man
Von Doloresz Katanich mit AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Mehrere führende europäische Börsenindizes legten am Mittwoch um mehr als drei Prozent zu, Öl wurde günstiger; Hoffnung auf eine Iran-Entspannung stützte die Stimmung.

Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Mittwochvormittag kräftig erholt. Die Hoffnung auf einen diplomatischen Durchbruch im Iran-Konflikt hat die Stimmung aufgehellt, nachdem das Portal Axios berichtet hatte, Washington und Teheran näherten sich einer einseitigen Rahmenvereinbarung, die die Feindseligkeiten beenden und den Weg für umfassendere Atomverhandlungen frei machen soll.

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Dem Bericht zufolge umfasst der Entwurf unter anderem ein Moratorium für die iranische Urananreicherung, eine Aufhebung der US-Sanktionen, die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder und die Öffnung der Straße von Hormus für die Schifffahrt.

US-Regierungsvertreter rechnen damit, dass Iran innerhalb der nächsten 48 Stunden zu mehreren Kernpunkten Stellung nimmt. Quellen beschrieben die Gespräche laut Axios als so weit fortgeschritten wie noch nie seit Beginn des Konflikts.

Die Hoffnungen auf einen Durchbruch haben die weltweite Aktienrally bis nach Europa getragen. Mehrere wichtige Indizes legten bis 15.30 Uhr MEZ deutlich zu. Der EURO STOXX 50 stieg um drei Prozent, während der deutsche DAX 2,8 Prozent gewann. In London legte der FTSE 100 um zwei Prozent zu, der französische CAC 40 kletterte um 3,2 Prozent.

Auch die Ölpreise setzten ihre Verluste fort, da die nachlassenden geopolitischen Spannungen die Sorge vor Angebotsunterbrechungen dämpften. Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im Folgemonat notierte gegen 15.30 Uhr MEZ 5,9 Prozent niedriger bei unter 104 Dollar je Barrel, die US-Sorte West Texas Intermediate gab mehr als 5,7 Prozent auf etwas über 96 Dollar nach.

Trotz des starken Rückgangs liegen die Ölpreise damit noch immer deutlich über den rund 70 Dollar je Barrel, die vor Beginn des Konflikts üblich waren.

Bereits zuvor hatten die Notierungen nachgegeben, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, Washington werde „Project Freedom“, die Marineoperation zum Geleitschutz von Schiffen durch die Straße von Hormus, vorübergehend aussetzen. Er sprach von „großen Fortschritten“ in den Gesprächen mit Teheran.

Auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, die Pause solle Zeit verschaffen, um zu klären, ob ein Abkommen „finalisiert und unterzeichnet werden kann“. Zugleich betonte er, die US-Blockade der iranischen Häfen bleibe in Kraft.

Aktienmärkte im Rallye-Modus: Samsung knackt dank KI-Boom Marke von einer Billion Dollar

Auch an der Wall Street starteten die Kurse höher. Alle drei wichtigsten Indizes lagen zum Handelsauftakt fast ein Prozent im Plus. Rückenwind kam von besseren Arbeitsmarktdaten und der breiten Kursrally in Europa und Asien.

Die Beschäftigung im US-Privatsektor stieg im April um 109.000 Stellen – das schnellste Plus seit Januar 2025 und deutlich über den Prognosen, wie der Dienstleister ADP meldete. Das gilt als positives Signal für den Arbeitsmarkt vor den offiziellen US-Beschäftigungszahlen.

In Asien war Südkoreas Leitindex KOSPI nach dem Feiertag am Dienstag mit einem Kurssprung von 6,5 Prozent auf ein Rekordhoch zurückgekehrt. Angeführt wurde der Anstieg von Samsung Electronics: Die Aktie legte fast 13 Prozent zu und trieb die Marktkapitalisierung des Konzerns erstmals über die Schwelle von einer Billion Dollar.

Samsung hat sich zusammen mit dem Rivalen SK Hynix zu einem wichtigen Anbieter von Hochleistungs-Chips entwickelt, die den globalen KI-Boom antreiben. Die Papiere von SK Hynix stiegen im frühen Handel ebenfalls um rund zehn Prozent.

Auch in anderen Teilen Asiens ging es aufwärts. Australiens S&P/ASX 200 gewann fast ein Prozent, Hongkongs Hang Seng legte 0,7 Prozent zu und der Shanghai Composite rückte um ein Prozent vor.

Die Märkte in Japan blieben wegen eines Feiertags geschlossen.

US-Futures notierten nach der Rally fester.

Unterdessen kletterten die britischen Staatsanleiherenditen auf den höchsten Stand seit fast drei Jahrzehnten. Anleger reagierten auf Sorgen wegen der Kommunalwahlen und steigender Energiepreise. Die Rendite 30-jähriger Gilts stieg auf 5,78 Prozent und erreichte damit den höchsten Wert seit 1998. Die Renditen zehnjähriger Anleihen kletterten über 5,10 Prozent.

Am Devisenmarkt legten wichtige Währungen gegenüber dem US-Dollar zu. Der Euro wurde zu 1,1775 Dollar gehandelt, der Dollar fiel auf 155,95 Yen. Das britische Pfund gewann ebenfalls an Wert und kostete zur Mittagszeit in Europa 1,3619 Dollar.

Gold verteuerte sich um 3,2 Prozent auf 4.724 Dollar je Feinunze, Silber sprang um 5,9 Prozent auf 77,905 Dollar.

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