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Lufthansa: Sorge vor Gewinnbelastung durch Iran-Krieg

Ein Lufthansa-Flugzeug am Flughafen in München, Deutschland, 13. April 2026
Ein Lufthansa-Flugzeug am Flughafen München, Deutschland, 13. April 2026 Copyright  AP Photo/Matthias Schrader
Copyright AP Photo/Matthias Schrader
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der deutsche Luftfahrtkonzern erzielte 2025 Rekordumsatz und steigerte sein Quartalsergebnis, muss wegen teurem Kerosin im Iran‑Krieg jedoch Strecken streichen und rechnet mit weniger Gewinn als ursprünglich geplant.

Der starke Anstieg der Kerosinpreise bereitet der europäischen Reisebranche große Sorgen. Besonders im Fokus steht Lufthansa.

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Laut dem jüngsten Geschäftsbericht rechnet die Airline für das Jahr 2026 mit zusätzlichen Treibstoffkosten von rund eine Komma sieben Milliarden Euro, umgerechnet gut zwei Milliarden Dollar, weil die hohen Kerosinpreise die Branche weiter belasten.

Viele Fluggesellschaften müssen bestimmte Lufträume meiden. Die Flugzeiten verlängern sich, der Verbrauch steigt. Die geänderten Routen erfordern zudem mehr Arbeitsstunden des Personals und häufigere Wartungen. Die ohnehin angespannte globale Lieferkette wird noch komplexer.

Wie Euronews berichtete, haben Fluggesellschaften weltweit im Mai bereits rund 13 000 Flüge gestrichen. Lufthansa allein nimmt bis Oktober etwa 20 000 Kurzstreckenflüge aus dem Programm, um Kerosin zu sparen.

Der Kapazitätsabbau ist eine direkte Reaktion auf die kaum noch tragbaren Kosten älterer, weniger effizienter Flugzeuge in Phasen hoher Preise.

Auch wenn Lufthansa bislang Gewinne schreibt, wirken sich die Preissprünge beim Kerosin deutlich aus. Das Unternehmen rät Reisenden, ihren Urlaub so früh wie möglich zu buchen, um zusätzliche Zuschläge zu vermeiden.

Parallel dazu investiert der Konzern massiv in sein Programm zur „Flottenmodernisierung“, um die Risiken langfristig zu begrenzen. Die kurzfristigen Ausschläge beim Treibstoffpreis drücken die Bilanz jedoch weiter.

Lufthansa hält an ihren Finanzzielen fest. Die Schwankungen am weltweiten Ölmarkt bleiben jedoch der größte Unsicherheitsfaktor für den Ausblick auf 2026.

„Wir sind mit dem ersten Quartal zufrieden [...] zugleich zwingt uns die aktuelle Lage, alle möglichen Stellschrauben konsequent zu prüfen, um Kosten zu senken, die Effizienz zu steigern und Risiken zu begrenzen. So wollen wir unsere Handlungsfähigkeit sichern. Unser Jahresgewinn wird voraussichtlich geringer ausfallen als ursprünglich erwartet“, erklärte Finanzvorstand Till Streichert.

Abgestellte Lufthansa-Flugzeuge am Flughafen Frankfurt, Deutschland, am zwölf. März 2026
Abgestellte Lufthansa-Flugzeuge am Flughafen Frankfurt, Deutschland, am zwölf. März 2026 AP Photo/Michael Probst

Der Lufthansa-Konzern hat ein Rekordergebnis verkündet: 2025 erzielte er den höchsten Umsatz seiner Geschichte. Die Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf rund neununddreißig Komma sechs Milliarden Euro.

Nach den jüngsten Zahlen legte auch das operative Ergebnis im Vergleich zu 2024 um zwanzig Prozent zu. Das unterstreicht die kräftige Erholung der Passagiernachfrage.

Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz im Jahresvergleich um acht Prozent, trotz der Belastungen durch den Konflikt mit Beteiligung Irans. Dazu zählen zusätzliche Kosten von rund eine Komma sieben Milliarden Euro wegen schwankender Kerosinpreise und der Aussetzung dutzender Verbindungen.

Die Kapazität hielt der Konzern insgesamt weitgehend stabil. Leichtes Wachstum im Langstreckenverkehr glich Kürzungen auf Kurz- und Mittelstrecken aus.

Auch Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo trugen deutlich zum Ergebnis bei. Die Nachfrage nach Wartungs-, Reparatur- und Überholungsleistungen nahm zu, ebenso der Vertrieb der Frachtkapazitäten von ITA Airways.

Die weltweite Nachfrage nach Flugreisen bleibt hoch und erweist sich selbst in Krisenzeiten als robust. Der Lufthansa-Konzern rechnet erneut mit einer starken Sommersaison.

„Im ersten Quartal haben wir unser Finanzergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert [...] doch die anhaltende Krise im Nahen Osten in Verbindung mit steigenden Treibstoffkosten und operativen Einschränkungen stellt die Welt insgesamt, den globalen Luftverkehr und auch unser Unternehmen vor enorme Herausforderungen“, sagte Vorstandschef Carsten Spohr.

„Gleichzeitig sind wir widerstandsfähig genug, um diese Auswirkungen abzufedern. Das gilt sowohl für unsere überdurchschnittliche Absicherung gegen Treibstoffpreisschwankungen als auch für unsere Multi-Hub- und Multi-Airline-Strategie, die uns mehr Flexibilität beim Streckennetz und bei der Flottenplanung verschafft“, fügte Spohr hinzu.

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