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Handtuchkrieg am Pool: Deutscher Urlauber erstreitet fast 1.000 Euro zurück

Streit um Sonnenliegen eskaliert: Deutsches Gericht gibt verärgertem Urlauber recht
Liegestuhlkrieg eskaliert: Deutsches Gericht gibt verärgertem Urlauber Recht Copyright  Thomas Peham/Unsplash
Copyright Thomas Peham/Unsplash
Von Saskia O'Donoghue
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Ein deutscher Urlauber hat wegen blockierter Sonnenliegen auf der griechischen Insel Kos geklagt und bekam vor Gericht Recht. Der Fall zeigt, dass die sogenannten "Sunbed Wars" längst mehr sind als ein kurioses Urlaubsritual.

Der seit Jahren bekannte Urlaubsklassiker, die sogenannten "Sunbed Wars", beschäftigt nun auch die Gerichte.

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Ein deutscher Urlauber hat nach einer Pauschalreise nach Griechenland eine Entschädigung erstritten. Er gab an, er und seine Familie hätten die Liegen am Pool während ihres Urlaubs kaum nutzen können, weil andere Gäste diese bereits vor Sonnenaufgang mit Handtüchern reserviert hätten.

Der namentlich nicht bekannte Mann erhielt nach der Reise mit seiner Familie im Jahr 2024 mehr als 900 Euro zurück.

Nach eigenen Angaben verbrachte er täglich rund 20 Minuten damit, freie Liegen zu suchen – obwohl er bereits um 6 Uhr morgens aufstand, um sich Plätze am Pool zu sichern. Seine Kinder hätten schließlich auf dem Boden liegen müssen.

Deutscher Urlauber verklagt Reiseveranstalter

Nach dieser Erfahrung verklagte der Mann seinen Reiseveranstalter. Er warf ihm vor, ein solches Reservierungssystem geduldet zu haben. Die Liegen seien faktisch nicht nutzbar gewesen, weil sie nahezu durchgehend belegt gewesen seien.

Der Reiseveranstalter hatte zunächst 350 Euro erstattet. Das Amtsgericht Hannover entschied jedoch, dass dem Kunden eine höhere Rückzahlung zusteht. Die Familie habe Anspruch auf 986,70 Euro Erstattung für ihre Pauschalreise, hieß es. Das Gericht bewertete die Reise als "mangelhaft".

Der Mann hatte 7.186 Euro für die Pauschalreise auf die griechische Insel Kos gezahlt.

Vor Gericht erklärte er, der Reiseveranstalter habe das Handtuchverbot der Anlage gekannt, aber nicht durchgesetzt.

Die Richter in Hannover entschieden, der Veranstalter müsse sich vergewissern, dass die Anlage ein "angemessenes" Verhältnis von Liegen zu Gästen biete – auch dann, wenn er das Hotel nicht selbst betreibe.

"Sunbed Wars" gehen viral

Solche "Sunbed Wars" sind kein neues Phänomen. Im Sommer 2025 erreichte der Streit um Poolliegen einen neuen Höhepunkt: In sozialen Netzwerken kursierten Videos aus Teneriffa, in denen Urlauber sogar auf den Liegen übernachteten, um sich einen Platz am Pool zu sichern.

Ein weiteres Video zeigte Touristen, die im Paradise Park Hotel auf Teneriffa zum Pool sprinteten, um Handtücher auf Liegen zu werfen und sich so einen Platz in der Sonne zu sichern.

In einigen Regionen Spaniens drohen Urlaubern inzwischen Strafen von 250 Euro, wenn sie Liegen blockieren. Einige Reiseveranstalter überarbeiten deshalb bereits ihre Regeln für Poolliegen.

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