Werden US-Soldaten nach einem Abzug aus Deutschland nach Polen verlegt? Ein polnischer Journalist fragte den US-Präsidenten. Donald Trump erklärte, Polen wünsche sich das und es sei denkbar. Er verwies auch auf sein gutes Verhältnis zu Präsident Nawrocki.
US-Präsident Donald Trump hat eingeräumt, dass er darüber nachdenkt, einen Teil der aus Deutschland abgezogenen US-Soldaten nach Polen zu verlegen. Die Erklärung fiel im Gespräch mit Journalisten im Weißen Haus. Sie fügt sich ein in die breitere Debatte über eine neue Kräfteverteilung der NATO in Mittel- und Osteuropa.
US-Soldaten: Verlegung von Deutschland nach Polen möglich
Auf die mögliche Verlegung eines Teils der Truppen nach Polen angesprochen, sagte Trump, dies sei "möglich". Er betonte die sehr guten Beziehungen zu den polnischen Behörden. Außerdem verwies er auf Präsident Karol Nawrocki, den er zuvor öffentlich unterstützt hatte.
"Polen würde das begrüßen. Wir haben großartige Beziehungen zu Polen. Ich habe hervorragende Beziehungen zu Präsident [Nawrocki]. Denkt daran: Ich habe ihn unterstützt, und er hat gewonnen – obwohl er anfangs deutlich zurücklag, hat er am Ende gewonnen. Er ist ein großartiger Kämpfer, ein toller Kerl, ich mag ihn sehr. Also ist das möglich … vielleicht werde ich es tun", sagte Trump.
Trump kündigt Teilabzug von US-Truppen aus Deutschland an
Nach Medienberichten plant die US-Regierung, in den kommenden sechs bis zwölf Monaten rund fünftausend Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Trump deutete jedoch an, dass der Umfang der Reduzierung noch größer ausfallen könnte. Derzeit sind in Deutschland etwa 35.000 bis 37.000 US-Soldaten stationiert.
Vor wenigen Tagen erklärte Nawrocki, dass Polen bereit sei, die aus Deutschland abgezogenen US-Soldaten aufzunehmen und dass das Land über die nötige militärische Infrastruktur verfügt. Warschau sieht eine mögliche stärkere Präsenz der US-Armee als Baustein zur Stärkung der Sicherheit der Region und der östlichen NATO-Flanke.
"Wir haben dafür eine einsatzbereite Infrastruktur. Im Interesse Polens, Litauens und der baltischen Staaten ist es, dass hier möglichst viele US-Soldaten stationiert sind", sagte Nawrocki.
Hinter dem geplanten Schritt stehen Spannungen zwischen der Trump-Regierung und Berlin. Schon in seiner ersten Amtszeit hatte Trump Deutschland wegen zu geringer Verteidigungsausgaben kritisiert und einen Abbau der US-Militärpräsenz angekündigt. Ein ähnlicher Plan aus dem Jahr 2020 für einen teilweisen Abzug wurde damals jedoch nicht umgesetzt.
Experten betonen, dass nicht nur die Zahl der Soldaten entscheidend sei, sondern auch ihr Stationierungsort.
"Die US-Truppen in Deutschland haben eine militärische Bedeutung, aber eine noch größere politische und historische. Aus unserer Sicht sollte es in Deutschland weiterhin eine US-Militärpräsenz geben, das ist klar. Wenn es nun trotzdem zu einer Reduzierung kommt, sollten wir entschieden dafür werben, dass diese Kräfte nach Polen verlegt werden. Das liegt in unserem Interesse. Und Polen sollte dazu ein klares Signal senden", sagte kürzlich Tomasz Szatkowski, ehemaliger polnischer Botschafter bei der NATO, in einem Interview mit Euronews.