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Der Flughafen auf La Réunion erhält ein bioklimatisches Terminal, das erste in den Tropen

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Der Flughafen auf La Réunion erhält ein bioklimatisches Terminal, das erste in den Tropen
Copyright  Euronews
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Von Aurora Velez
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Der Flughafen auf der Insel La Réunion wurde mit dem ersten bioklimatischen Terminal der Welt in einer tropischen Zone ausgestattet. Ankunftshalle und Gepäckausgabe haben keine Klimaanlage: Die Belüftung erfolgt ausschließlich auf natürliche Weise.

Die Insel La Réunion „ist ein Kieselstein mitten im Indischen Ozean, sie ist ein bioklimatisches Labor“, sagt Marc Delanoë, Direktor für nachhaltige Entwicklung am Flughafen Roland Garros. „Zwischen der Idee, eine Ankunftshalle zu bauen, und der Realisierung vergingen acht oder neun Jahre,“ sagt er. Das Projekt wurde von anderen natürlich belüfteten Gebäuden in der Region inspiriert, wie dem bioklimatischen Amphitheater in Saint Denis und den traditionellen Häusern auf La Réunion.

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„Dieses Gebäude verbraucht etwa 55-60 % weniger Energie als ein vergleichbares klimatisiertes Gebäude. Wir sind von 8.000 Tonnen CO₂ im Jahr 2011 auf weniger als 1.000 Tonnen gekommen. Es ist wie ein großes kreolisches Haus. Der Wind kommt aus dem Osten. Wir kanalisieren ihn, indem wir mit diesen berühmten Lamellenfenstern spielen, die auf La Réunion  „naco“ heißen.
Marc Delanoë
Direktor für nachhaltige Entwicklung, Flughafen La Réunion Roland Garros

Nach Angaben der Europäischen Kommission verursacht der Luftverkehr mehr als 13 % der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen. Auf diesem internationalen Flugplatz konzentrieren sich die Bemühungen um ihre Reduzierung auf die Infrastruktur. Die Ankunftshalle am Flughafen auf La Réunion ist ein 13.000 m² großer Würfel aus Glas, Metall und Holz, der durch das Dach und die Fassaden „atmet“ und mit mehr als 800 „Lüftungsschlitzen“ ausgestattet ist, den automatisierten Lamellenfenstern. Für Thomas Dubus, den Vorsitzenden des Verwaltungsrats des Flughafens, ist „der auffälligste Effekt, wenn man hierher kommt, der Kathedralen-Effekt. Dieses gigantische Volumen und dieses Licht, das wir auf La Réunion „innen-außen“ nennen. Wir sind drinnen, aber in einem großen Raum und in direktem Kontakt mit der Natur draußen.“

Natürliche Belüftung und eine Strategie für gefährdete Pflanzen

Die Natur ist auch im Gebäude mit endemischen Pflanzen vertreten, die vom botanischen Konservatorium von La Réunion ausgewählt wurden. Sie verstärken das Gefühl der Frische und tragen zur Erhaltung dieser zum Teil bedrohten Arten bei. Sie wachsen in der Kuppel und auf dem Dach, genauer gesagt im Canyon: eine längliche Struktur, 10 Meter hoch und 10 Meter breit. Es ist das architektonische Meisterwerk dieses natürlichen Belüftungssystems. „Wir suchen nach einem natürlichen thermischen Komfort, der die Geschwindigkeit der Passatwinde nutzt.“ Éric Bussolino, Architekt und Direktor für Technik und Umwelt bei AIA Life Designers, erklärt: „Der bioklimatische Canyon ist das Highlight des Projekts. Der Wind wird oben auf dem Dach beschleunigt, wodurch eine Sogwirkung entsteht und die Luft durch die Außenfassaden ein- und durch den Canyon wieder austritt.“ Bei einer Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde fühlt sich die Luft bei Kontakt mit der Haut vier Grad kühler an, als sie tatsächlich ist. Die Fenster sind automatisiert und ihre Bewegung reagiert in Echtzeit auf die Angaben einer Wetterstation, die sich auf dem Deck des Abflugterminals befindet.

„Der Höhepunkt des Projekts ist der bioklimatische Canyon. Der Wind wird oben auf dem Dach beschleunigt, wodurch eine Sogwirkung entsteht und die Luft durch die Außenfassaden ein- und durch den Canyon wieder austritt. Mit einer Luftgeschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde auf der Haut atmet der Körper und die Luft fühlt sich vier Grad kühler an als die mit einem Thermometer gemessene Temperatur.“
Éric Bussolino
Architekt, AIA Life Designers

Die Idee zum Bau dieses bioklimatischen Terminals entstand aus der Notwendigkeit, die Gepäckkontrolle nach europäischen Standards zu modernisieren. Das Projekt verfügt über ein Gesamtbudget von rund 65 Millionen Euro, wovon 58 % aus Mitteln der europäischen Kohäsionspolitik finanziert werden. Außerdem waren 91 % der an den Arbeiten beteiligten Unternehmen aus der Region. Das Projekt hat 1.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze geschaffen.

Auch die Arbeiter vor Ort profitieren von der natürlichen Belüftung. Sabrina Almar arbeitet an einem der Stände des Verbandes für Tourismusveranstaltungen am Flughafen und merkt an, dass „der Schalter jetzt gut belüftet ist und es mehr Platz gibt. Wir können auch die Natur sehen. Es gibt eine transparente Wand, und sobald Sie ankommen, können Sie die Landschaft von La Réunion erblicken. Hier ist es viel schöner als dort, wo wir vorher gearbeitet haben.“

Die Dekarbonisierung des Flughafens geht weiter. Im Abflugterminal „wird die Halle komplett erneuert,“ sagt Thomas Dubus und betont, dass man das Ziel hat, „bis 2030 die Energieautonomie des Flughafens zu erreichen“. Dieser internationale Flugplatz wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Preis Versailles 2025, und zählt zu den fünf schönsten Flughäfen der Welt.

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