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100 Schafe arbeiten für Volkswagen: Was hinter dem Projekt in Polen steckt

Schafe auf der Photovoltaikfarm von Volkswagen Poznań
Volkswagen Poznań: Schafe auf der Photovoltaikfarm Copyright  Volkswagen Poznań
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Von Jan Bolanowski
Zuerst veröffentlicht am
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Volkswagen-Werk in Września bei Poznań stellt 100 neue „Mitarbeiter“ ein: Schafe mit vier Beinen und Hufen, die das Gras auf der firmeneigenen Solarfarm kurzhalten.

Schafe statt Rasenmäher: Auf dem Werksgelände von Volkswagen Poznań übernehmen rund 100 Tiere die Pflege einer riesigen Photovoltaikanlage. Was zunächst ungewöhnlich klingt, ist Teil eines Forschungsprojekts und gilt als eines der spannendsten Beispiele für Agri-Photovoltaik in Polen.

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„Die Photovoltaik-Farm liefert heute mehr als nur Energie. Hier fördern wir die Biodiversität, die lokale Landwirtschaft und die Wissenschaft. Wir zeigen, dass Industrie und Natur zusammenarbeiten können“, sagte Marzena Pillich-Grońska, Direktorin von Volkswagen Poznań.

Natürliche Rasenpflege unter Tausenden Solarmodulen

Die Photovoltaikanlage in Września zählt zu den größten Werksanlagen dieser Art in Europa. Auf rund 27 Hektar sind mehr als 31.000 Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 18,3 Megawatt installiert. Die Anlage deckt einen erheblichen Teil des Strombedarfs des Volkswagen-Werks in Września.

Die Pflege der weitläufigen Fläche erfordert eine regelmäßige Entfernung der Vegetation. Statt benzin- oder elektrisch betriebene Mäher einzusetzen, entschied sich das Unternehmen für eine Lösung, die in vielen westeuropäischen Ländern bereits verbreitet ist: Schafe übernehmen die Arbeit. Sie fressen Gras und Unkraut zuverlässig, ohne die Modulgestelle zu beschädigen, und machen den Einsatz schwerer Maschinen weitgehend überflüssig.

„Die Tiere haben sich sehr gut an die neuen Bedingungen gewöhnt. Wir sehen, dass sich die Herde sicher fühlt: Die Schafe teilen sich in kleinere Gruppen auf und grasen ruhig in verschiedenen Bereichen der Farm. Das ist der beste Beleg dafür, dass sie sich in dieser Umgebung wohlfühlen, denn eine bedrohte Herde bleibt immer eng zusammen“, sagte Justyna Nowak-Gajek, Besitzerin der Herde vom Hof Owczarnia im polnischen Winna Góra.

Agri-Photovoltaik im Fokus der Forschung: Vorteile für Umwelt und Tiere

Die Schafe bringen mehrere ökologische Vorteile mit sich. Die natürliche Beweidung reduziert Abgase und Lärm, die beim maschinellen Mähen entstehen würden, und trägt gleichzeitig zum Erhalt der Artenvielfalt auf dem Gelände bei.

Auch die Tiere profitieren von dem Konzept. Die Solarmodule spenden an heißen Tagen Schatten und bieten einen gewissen Schutz vor ungünstigen Witterungsbedingungen. Gleichzeitig können sich die Schafe frei über die Fläche bewegen und finden ausreichend natürliches Futter.

Das Projekt in Września beschränkt sich nicht auf die Grünpflege. Forschende der Universität für Naturwissenschaften in Poznań untersuchen, wie sich Agri-Photovoltaik auf das Tierwohl, die Vegetation und das Zusammenspiel des gesamten Ökosystems auswirkt.

Es handelt sich um eines der ersten Forschungsprojekte dieser Art auf einer großflächigen Photovoltaikanlage in Polen. Ziel ist es, herauszufinden, wie sich die Kombination aus erneuerbarer Stromerzeugung und landwirtschaftlicher Nutzung auf die Umwelt auswirkt und welche Konzepte sich für künftige Projekte eignen.

Für Bau und Betrieb der Anlage ist das Unternehmen Quanta Energy verantwortlich. Dessen Vertreter betonen, dass moderne Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien weit mehr leisten können als nur Strom zu produzieren. Die Verbindung von Photovoltaik und Tierbeweidung zeige, dass Energieinfrastruktur zugleich die lokale Landwirtschaft stärken, die Biodiversität fördern und die Kosten für die Pflege von Grünflächen senken könne.

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