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Hitze in Deutschland: Vorsicht vor Betrug beim Klimaanlagenkauf

Auf der Fassade eines Gebäudes in Rom sind am Dienstag, dem 25. Juli 2023, Außenanlagen von Klimaanlagen zu sehen. Klimaanlagen prägen zunehmend Gebäude in ganz Europa.
Auf der Fassade eines Gebäudes in Rom sind am Dienstag, dem 25. Juli 2023, Außenanlagen von Klimaanlagen zu sehen. Klimaanlagen prägen zunehmend Gebäude in ganz Europa. Copyright  AP Photo/Andrew Medichini
Copyright AP Photo/Andrew Medichini
Von Veronika Schuerr
Zuerst veröffentlicht am
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Westeuropa hat den heißesten Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebt. Auch in Deutschland wurde mit 41,8 Grad ein neuer Temperaturrekord gemessen. Mit den steigenden Temperaturen wächst die Nachfrage nach Kältegeräten. Davon profitieren auch betrügerische Online-Shops.

Besonders deutlich wurde der Ansturm Anfang Juli in Frankreich. Vor mehreren Lidl-Filialen bildeten sich bereits vor Ladenöffnung lange Schlangen. Im Inneren der Märkte rissen sich Kunden gegenseitig Ventilatoren und Klimageräte aus den Händen, vereinzelt musste sogar die Polizei eingreifen. Auslöser war eine Rabattaktion, bei der Lidl rund 200.000 Ventilatoren und mobile Klimageräte zu günstigen Preisen anbot. Besonders betroffen war unter anderem Nanterre bei Paris.

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Die Bilder verbreiteten sich schnell im Internet und stehen stellvertretend für einen europaweiten Trend: Die Nachfragen nach Klimageräten steigen angesichts häufiger werdenden Hitzewellen deutlich.

Betrug durch Fake-Shops online

Da Klimaanlagen selbst in Neubauten noch längst nicht zur Standardausstattung gehören, greifen viele Menschen inzwischen auf mobile Kühlgeräte zurück, die häufig online gekauft werden. Das Verbraucherschutzportal Watchlist Internet warnt vor Fake-Shops, die die aktuelle Marktlage gezielt ausnutzen.

Die Betrüger setzen dabei auf verschiedene Maschen: Einige Anbieter locken mit günstigen Preisen, erfundenen Gütesiegeln oder professionell gestalteten Webseiten. In manchen Fällen erhalten Kunden nach langer Lieferzeit statt der bestellten Klimaanlage nur einen Ventilator. Auch KI-generierte Werbevideos sollen Seriosität vortäuschen.

Ausverkaufte Ware als Betrugsmasche

Konkret warnt Watchlist Internet unter anderem vor dem Online-Shop midea-klima.de, der mit günstigen Preisen für die beliebte mobile Klimaanlage Midea PortaSplit werben soll.

Verbraucher sollten besonders vorsichtig sein, wenn Geräte angeboten werden, die im regulären Handel bereits ausverkauft sind. Warnzeichen können außerdem gefälschte Gütesiegel, fehlende Kontaktmöglichkeiten oder die Aufforderung zur Vorauszahlung per Banküberweisung sein. Ein Blick ins Impressum und ein Anruf bei der angegebenen Telefonnummer können helfen, unseriöse Anbieter zu erkennen.

Zusätzlich können Verbraucher mit dem Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen prüfen, wie seriös ein Online-Shop einzuschätzen ist.

Deutschland: Klimaanlagen-Revolution?

Haushalte in Deutschland und anderen Ländern Nordeuropas sind auf extreme Hitze grundsätzlich bislang deutlich schlechter vorbereitet als etwa in den USA. Nach Angaben des US-Energieministeriums verfügen dort rund 90 Prozent der Haushalte über eine Klimaanlage. In Europa liegt der Anteil laut Internationaler Energieagentur dagegen bei etwa 20 Prozent.

In Deutschland aber scheint die Zurückhaltung gegenüber Klimaanlagen langsam abzunehmen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden 2024 rund 317.000 Klimageräte produziert. Damit lag die Produktion um 75,1 Prozent höher als fünf Jahre zuvor. Der Wert der hergestellten Geräte belief sich auf rund 1,5 Milliarden Euro.

Parallel dazu steigen auch die Importe: 2024 wurden Klimageräte im Wert von fast 950 Millionen Euro nach Deutschland eingeführt. Die meisten Geräte kamen aus Italien (25 Prozent), gefolgt von China (rund 14 Prozent) und Schweden (10 Prozent).

Wie stark die Nachfrage inzwischen auch bei Verbrauchern gestiegen ist, zeigt eine Verivox-Umfrage: Der Anteil der Haushalte mit einer Klimaanlage wuchs von rund drei Prozent im Jahr 2021 auf 19 Prozent im Jahr 2024.

Kühlung in deutschen Neubauten bleibt Ausnahme

Trotz wachsender Nachfrage wird der Hitzeschutz im Neubau bislang nur begrenzt berücksichtigt. Laut dem Statistischen Bundesamt verfügten nur 4,3 Prozent der im vergangenen Jahr fertiggestellten Wohngebäude über eine Kühlanlage. Zwar hat sich der Anteil innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt, insgesamt bleibt Kühlung im Wohnungsbau jedoch selten. Unter Anlagen zur Kühlung verstehen Statistiker neben klassichen Klimaanlagen auch Deckenkühlungen oder Fußbodenheizung mit Kühlfunktion.

Deutlich häufiger sind solche Systeme bei neuen Büro- und Verwaltungsgebäuden: Rund jedes dritte im vergangenen Jahr fertiggestellte Gebäude (37,8 Prozent) war entsprechend ausgestattet.

In Einrichtungen des Sozialwesens, darunter Kitas und Pflegeeinrichtungen, lag der Anteil der Kühlanlagen dagegen bei 14,5 Prozent.

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