Lupita Nyong’o ignoriert rassistische Online-Kritik, auch von Elon Musk, an ihrer Besetzung als Helena von Troja in Christopher Nolans Verfilmung der „Odyssee“.
Die oscarprämierte Schauspielerin Lupita Nyong’o hat auf rassistische Anfeindungen wegen ihrer Besetzung in Christopher Nolans kommendem Film The Odyssey reagiert.
Nyong’o spielt sowohl Helena von Troja, deren Schönheit den Trojanischen Krieg auslöste, als auch ihre Schwester Klytaimnestra. Zum Ensemble gehören außerdem Matt Damon, Anne Hathaway, Tom Holland, Robert Pattinson und Zendaya.
Nolans Adaption des antiken griechischen Epos von Homer kommt am 17. Juli in die Kinos und gilt als einer der meist erwarteten Filme des Sommers.
Schon die Meldung über Nyong’os Besetzung im Januar löste in den sozialen Netzwerken wütende Reaktionen aus. Einige Nutzer behaupteten, eine Schwarze Schauspielerin könne unmöglich die schönste Frau der Welt spielen.
In einem neuen Interview mit dem Magazin Elle spielte Nyong’o die Kritik herunter.
„Das ist eine mythologische Geschichte“, sagte sie. „Ich unterstütze Chris’ Ansatz und die Version, die er erzählen will. Unser Ensemble spiegelt die Welt wider. Ich verbringe meine Zeit nicht damit, mir eine Verteidigung zu überlegen. Die Kritik wird so oder so existieren, egal ob ich darauf eingehe oder nicht.“
Die Schauspielerin ziert das Cover der aktuellen Elle-Ausgabe, die den „Women of The Odyssey“ gewidmet ist.
„Es ist schon etwas Besonderes, Teil von The Odyssey zu sein, weil das Projekt so gewaltig ist“, ergänzte Nyong’o. „Es umfasst verschiedene Welten. Deshalb ist die Besetzung so vielfältig. Wir füllen das große Epos unserer Zeit mit Leben.“
Zu den Verärgerten über ihre Besetzung gehört auch Elon Musk. Er behauptete, „Chris Nolan hat seine Integrität verloren“, als Reaktion auf einen X-Post, der Helen von Troja als angeblich „hellhäutig und blond“ beschrieb.
Der Tech-Milliardär hat seine Angriffe auf den Regisseur inzwischen noch verschärft. Er wirft Nolan vor, „auf Homers Grab zu pissen“ und den antiken Dichter zu „schänden“.
Als Elle an diesem Freitag ein neues Bild von Lupita Nyong’o als Klytaimnestra veröffentlichte, schrieb ein Nutzer: „The Odyssey wird immer schlimmer, Bruder. Wenn diese Frau Griechin ist, dann bin ich der Präsident von Nigeria.“
„Chris Nolan ist ein anti-weißer Rassist“, antwortete Musk.
Christopher Nolan verteidigte seine Entscheidung in Elle und erklärte, Nyong’o sei seine erste Wahl für die Rolle der Helena von Troja gewesen.
„Ihre Stärke und ihre Haltung sind für die Figur Helena enorm wichtig. Und Lupita lässt das mühelos aussehen“, sagte er.
In den vergangenen Tagen meldete sich auch der US-Schauspieler Alec Baldwin zu Wort. Er postete ein Foto des Stars aus 12 Years A Slave auf Instagram mit der Bildunterschrift: „Lieber Elon … aber sie IST die schönste Frau der Welt … Alec.“
Lupita Nyong’o ist nur die jüngste Schwarze Künstlerin, die rassistische Beschimpfungen erhält, weil sie eine fiktive Figur spielt, die viele Zuschauer als weiß wahrnehmen – selbst wenn die Geschichte in einer magischen oder mythischen Welt spielt.
Zu Beginn dieses Jahres berichtete der britische Schauspieler Paapa Essiedu, er habe nach der Ankündigung, dass er Professor Snape in der neuen Harry-Potter-Serie von HBO spielen wird, rassistische Morddrohungen erhalten.
Bereits 2022 wurde die damals dreizehnjährige Leah Jeffries im Netz angefeindet, nachdem sie als Halbgöttin Annabeth Chase in der Serie „Percy Jackson and the Olympians“ besetzt worden war.