Christopher Nolans neuer Monumentalfilm sorgt schon vor dem Start für Streit: Im jüngsten Trailer stören viele moderne Begriffe und US-Akzente im antiken Griechenland.
Der neue Trailer zu The Odyssey ist da, und wie wir gestern berichtet haben, zeigt Christopher Nolans Adaption des homerischen Epos viele Bärte, einen niedlichen Hund und jede Menge Dunkelheit.
Doch der Trailer löst vor allem aus einem anderen Grund Kritik aus: wegen der Akzente. Viele stören sich an den amerikanischen Stimmen, die so gar nicht zur antiken griechischen Welt passen. Auch die moderne Sprache wirkt für viele wie ein Bruch mit der Vorlage.
Abgesehen davon, dass Odysseus (Matt Damon) an einer Stelle „Let’s go!“ als Schlachtruf brüllt (nein, einfach nein), sorgt vor allem eine Dialogzeile für Kopfschütteln ...
Antinous (Robert Pattinson), einer von Penelopes Freiern, stellt Telemachus (Tom Holland) zur Rede und sagt: „Du sehnst dich nach einem Daddy, den du nicht mal kanntest, wie so ein flennender Bastard.“
Dass ausgerechnet der Begriff „daddy“ fällt, wird garantiert jede Menge Memes auslösen. Bislang sorgt er vor allem für ungläubiges Staunen.
„Die amerikanischen Akzente sind unglaublich störend für einen Film, der in dieser Zeit spielt“, schreibt eine Person auf Reddit. Eine andere meint: „Bei etwas so Großem wie The Odyssey würde man erwarten, dass die Figuren nicht so ... modern miteinander reden.“
Manche nehmen Nolan die Entscheidung für diese Akzente übel – zumal sowohl Pattinson als auch Holland Briten sind. Andere geben dem Regisseur einen Vertrauensvorschuss und vermuten, die moderne Sprache sei bewusst gewählt. Insgesamt bleiben die Reaktionen gemischt.
Einige Reaktionen im Überblick:
The Odyssey ist Nolans erster Film seit seinem Oscar-prämierten Werk von 2024, Oppenheimer.
Trotz der sprachlichen Kritik, von Elon Musks erwartbar abwegigen Kommentaren und etwas Wirbel um die Drehorte bleibt der Film eines der meist erwarteten Projekte des Jahres 2026. Er ist zudem der erste Film, der vollständig mit IMAX-Kameras gedreht wurde.
In einem jüngeren Gespräch in Stephen Colberts „The Late Show“ betonte Nolan, dass die homerischen Epen viele moderne Blockbuster geprägt haben – besonders heutige Comicverfilmungen.
„Selbst die Comic-Kultur, ob Marvel, DC oder der Rest, geht in vielem ziemlich direkt auf die homerischen Epen zurück“, sagte er. „Das Faszinierende an Homer ist: Er ist das Marvel seiner Zeit, wenn man so will. Dahinter steht sehr direkt das Bedürfnis, dass wir fühlen oder glauben wollen, dass Götter unter uns wandeln. Und der moderne Comic ist gewissermaßen unser Ausdruck dieses Wunsches.“
Er fügte hinzu: „Das Besondere an Homer ist, dass niemand weiß, ob das überhaupt eine einzelne Person war. Man weiß es schlicht nicht. Homer ist in gewisser Weise so etwas wie der George Lucas seiner Zeit – vielleicht. Niemand weiß wirklich, wer dahintersteckte oder ob es mehrere Menschen waren.“
The Odyssey kommt weltweit am 17. Juli in die Kinos. Let’s go?