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"Schwerverbrecherin": 13 Jahre Haft für Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette (67)

Die mutmaßliche ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette wurde zu 13 Jahren Haft verurteilt
Die mutmaßliche ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette wurde zu 13 Jahren Haft verurteilt Copyright  AP Photo
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Von Kirsten Ripper & Euronews mit AP, NDR
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Wegen schwerer Raubüberfälle, bei denen etwa 2,7 Millionen Euro erbeutet wurden, Verstößen gegen Waffengesetze und erpresserischem Menschenraub, ist die mutmaßliche RAF-Terroristin Daniela Klette zu einer Haftstrafe von 13 Jahren verurteilt worden.

Die Staatsanwältin nannte die 67 Jahre alte Angeklagte eine "Schwerverbrecherin" und forderte eine Haftstrafe von 15 Jahren gegen Daniela Klette. Das Landgericht Verden in Niedersachsen hat die mutmaßliche ehemalige RAF-Terroristin wegen bewaffneter Überfälle auf Geldtransporter und Supermärkte zu einer Haftstrafe von 13 Jahren verurteilt. Eine Reithalle in Verden war extra für den Prozess zu einem Gerichtssaal umfunktioniert worden.

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Bei den Raubüberfällen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein wurden mehr als 2,7 Millionen Euro erbeutet. Damit sollen die ehemaligen Links-Terroristen der Rote-Armee-Fraktion (RAF) ihr Leben im Untergrund finanziert haben. In Daniela Klettes Wohnung wurden 240.000 Euro in bar gefunden.

Am schwersten wiegt bei der Verurteilung der Überfall auf einen Geldtransporter im niedersächsischen Cremlingen im Landkreis Wolfenbüttel. Dabei soll Klette einen Wachmann mit einer Panzerfaustattrappe bedroht und ihre Komplizen sollen auf einen Geldtransporter geschossen haben. Die Beschuldigten nahmen laut Anklage den möglichen Tod der Wachleute in Kauf. Der Richter erklärte, dass beide Männer seit dem traumatisiert sind, einer so schwer, dass er arbeitsunfähig wurde.

Ihre mutmaßliche Zugehörigkeit zur linksextremen Terrorgruppe RAF habe in diesem Verfahren keine Rolle gespielt, wie der Richter in Verden mehrfach erklärte.

Daniela Klette 1988 auf einem Fahndungsfoto aus dem Jahr 1993
Daniela Klette 1988 auf einem Fahndungsfoto aus dem Jahr 1993 AP Photo

Mutmaßliche Mitstreiter sind bis heute nicht gefasst

Die beiden Mittäter Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub, die wie Daniela Klette der RAF angehört haben sollen, sind bis heute nicht gefasst. Garweg soll sich sogar zweimal aus dem Untergrund gemeldet haben - auch um seine Solidarität mit Daniela Klette zu bekunden. Anfang März hatte eine linke Zeitung einen Brief des Gesuchten veröffentlicht, in dem der 57-Jährige die Freilassung der jetzt Verurteilten forderte.

Auch im Gerichtssaal in Verden forderten ihre angereisten Anhängerinnen und Anhänger lautstark "Freiheit für Daniela", wie der NDR berichtet. Auf Plakaten mit dem RAF-Emblem bekundeten etwa 30 Personen zudem vor dem Gebäude in Verden-Eitze ihre Solidarität.

Klette war 2024 in Berlin verhaftet worden

Nach mehr als 30 Jahren auf der Flucht war Daniela Klette im Februar 2024 in Berlin-Kreuzberg festgenommen worden, wo sie seit Jahren unbehelligt lebte. In ihrer Wohnung wurden zahlreiche Waffen gefunden.

Auch in der TV-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" im ZDF war nach dem ehemaligen Mitglied der berüchtigten linksextremen Terrorgruppe gefahndet worden. Daraufhin waren hunderte Hinweise eingegangen.

Beobachter gehen davon aus, dass Daniela Klette Berufung gegen das Urteil einlegen wird. Ihr Anwalt hatte auf Freispruch plädiert und bereits angekündigt, in Revision gehen zu wollen - Klette könne nur für den illegalen Waffenbesitz verantwortlich gemacht werden. Es gebe keine Beweise dafür, dass sie bei den Raubüberfällen dabei war.

Ob Daniela Klette in einem weiteren Prozess wegen der Mittäterschaft bei drei RAF-Anschlägen zwischen 1990 und 1993 angeklagt wird, steht noch nicht fest. Daniela Klette wird der sogenannten 3. Generation der Roten Armee Fraktion (RAF) zugerechnet.

Die Mitglieder der ersten Generation mit Ulrike Meinhof, Andreas Baader und Gudrun Ensslin - die in den 70er Jahren für Entführungen und Morde verantwortlich gemacht wurden. Nach ihrer Festnahme wurden die Mitglieder im sogenannten Stammheim-Prozess angeklagt; 1976 beging Meinhof im Gefängnis Selbstmord, 1977 wurden Baader, Ensslin und Jan-Carls Raspe tot in ihren Zellen aufgefunden, sie hatten Suizid begangen. Nachdem die zweite RAF-Generation vergeblich versucht hatte, sie freizupressen. Die zweite Generation war unter anderem für die Entführung und Ermordung von Hanns Martin Schleyer sowie weitere Anschläge erantwortlich. In den 80er Jahren folgte die dritte Generation, die unter anderem einen jungen US-Soldaten ermordete und den Chef der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen. 1998 löste sich die Terrorgruppe auf.

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