Im Jahr 2025 verzeichnete das Land so viele Geburten wie seit zehn Jahren nicht mehr. Haupttreiber sind ausländische Mütter, die in Portugal leben.
In Portugal wurden 2025 insgesamt 87.130 Kinder geboren. Das sind 3.071 mehr als 2024, wie Daten des Programa Nacional de Rastreio Neonatal (PNRN) zeigen, die das Nationale Statistikamt am Montag veröffentlicht hat.
Die neuesten Zahlen zeigen, dass das Land wieder auf Wachstumskurs ist. Zwischen 2023 und 2024 war dieser Anstieg vorübergehend unterbrochen.
Nun erreicht Portugal erneut das Wachstumstempo von 2022. Lissabon verzeichnete die meisten Neugeborenen mit insgesamt 26.595, 739 mehr als 2024. Es folgten Porto mit 15.255 (plus 733) und Braga mit 6.534 (plus 246).
Portalegre (574) und Bragança (587) waren die Bezirke mit den wenigsten Geburten. Beide verzeichneten jedoch ein Plus gegenüber dem Vorjahr: plus 27 Geburten in Portalegre und plus 93 in Bragança. Die Insel Madeira und Santarém waren die einzigen Regionen, in denen 2025 weniger Kinder zur Welt kamen als 2024.
Ermittelt wurden die Zahlen anhand der geführten „teste do pezinho“. Das ist ein Fersenbluttest. Fachkräfte nehmen eine kleine Blutprobe durch ein oder zwei Stiche in die Ferse des Neugeborenen. Der Test erfolgt ab dem dritten Lebenstag, möglichst bis zum sechsten.
Geburten ausländischer Mütter in Portugal nehmen zu
Der Anteil der Geburten von Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Portugal ist gestiegen – von 26,3 % im Jahr 2024 auf 28,8 % im Jahr 2025. Diese Frauen leben vor allem an der Algarve und in der Metropolregion Lissabon, wo die Zahl der Zugewanderten in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen ist.
Frauen mit brasilianischer Staatsangehörigkeit spielen weiterhin eine zentrale Rolle. Im Jahr 2025 entfielen 10,5 % aller Geburten in Portugal auf sie.
Die Daten zeigen außerdem, dass Frauen ihre Kinder immer später bekommen. Diese Entwicklung hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten verstärkt. Zwischen 2003 und 2025 stieg der Anteil der Geburten von Frauen ab 35 Jahren von 17,2 % auf 32 %. Gründe sind vor allem berufliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Faktoren.
Besonders ausgeprägt ist dieser Trend bei Mehrlingsgeburten, bei denen eine Frau zwei oder mehr Kinder gleichzeitig zur Welt bringt. Im Jahr 2025 entfielen 40,4 % der Mehrlingsgeburten auf Frauen ab 35 Jahren, bei Einlingsgeburten waren es 31,9 %.
Die Statistik zeigt auch Unterschiede bei der Dauer der Schwangerschaft. Bei Einlingsgeburten überschritten 92,5 % der Schwangerschaften 37 Wochen. Bei Mehrlingsgeburten erreichten nur 37,9 % diese Dauer, mehr als die Hälfte endete zwischen 32 und 36 Wochen.
Beim Blick auf die medizinische Versorgung heben die Behörden die zunehmende Nutzung medizinischer Eingriffe während der Geburt hervor. Dystokische Entbindungen, zu denen Kaiserschnitte, Geburten mit Zange und mit Saugglocke gehören, machen seit mehr als einem Jahrzehnt über die Hälfte der Krankenhausgeburten aus.
Der Einsatz von Kaiserschnitten nimmt in Portugal weiter zu. Ihr Anteil an den Krankenhausgeburten lag 1999 bei 27,1 % und stieg bis 2024 auf 38,6 %.