Brüssel verbannt ab Januar 2027 Miet-E-Scooter von den Straßen. Grund sind mehr Unfälle, verstopfte Gehwege und die wachsende Nutzung durch organisierte Banden. Leihfahrräder und E-Bikes bleiben.
Brüssel bremst E-Scooter zum Ausleihen per App aus.
Nach Jahren voller Beschwerden über riskante Fahrweisen, zugestellte Bürgersteige und sogar Verbindungen zur organisierten Kriminalität hat die belgische Hauptstadt angekündigt, dass Leih-E-Scooter ab Januar 2027 von ihren Straßen verschwinden sollen. Damit reiht sich Brüssel in eine wachsende Zahl europäischer Städte ein, die sich von dem einst boomenden Verkehrsmittel abwenden.
Die Region Brüssel-Hauptstadt teilte mit, dass die Lizenzen der zwei verbliebenen E-Scooter-Anbieter in der Stadt, Bolt und Dott, Ende dieses Jahres auslaufen.
Ab 2027 sollen in Brüssel - wie beispielsweise in Paris - nur noch Leihfahrräder zur Verfügung stehen.
Der Schritt folgt auf einen deutlichen Anstieg der Zwischenfälle mit den Elektrorollern.
The Brussels Times berichtet unter Berufung auf regionale Zahlen, dass allein im Jahr 2025 rund 666 Menschen bei Unfällen mit E-Rollern verletzt wurden. Das waren 26 % mehr als im Jahr davor.
Verletzungen und Verbrechen
Fachleute erklären, wegen der Bauweise von E-Scootern seien Verletzungen oft schwerer. Wer stürzt, erleidet überdurchschnittlich häufig Kopf- und Gesichtsverletzungen.
Zudem gibt es die Sorge, dass falsch abgestellte Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder ältere Personen behindern.
Die Brüsseler Regierung machte außerdem öffentlich, dass Drogendealer und Banden des organisierten Verbrechens die Scooter nutzten und dass die Gefährte im Jahr 2025 bei 25 Schießereien zum Einsatz kamen.
Die Stadt will nicht nur von E-Scootern abrücken, sondern auch ihr Fahrradverleihsystem stärken und mehr E-Bikes auf die Straßen bringen.
Brüssel ist längst nicht die erste Stadt in Europa, die geteilte E-Scooter verbietet; in Madrid, Paris und Prag sind sie bereits aus dem Straßenbild verschwunden.