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Fußball und Religion? Torschütze Felix Nmecha: "Ein kleines Gebet zusammen" nach 7:1-WM-Sieg

Jamal Musiala (23) jubelt mit Teamkollege Felix Nmecha (23) nach dem vierten deutschen Tor gegen Curaçao in Houston (14. Juni 2026).
Jamal Musiala (23) jubelt mit Teamkollege Felix Nmecha (23) nach dem vierten deutschen Tor gegen Curaçao in Houston (14. Juni 2026). Copyright  Eric Gay/Copyright 2026 The AP. All rights reserved.
Copyright Eric Gay/Copyright 2026 The AP. All rights reserved.
Von Kirsten Ripper & Euronews mit AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Nach dem Sieg Deutschlands gegen Curaçao hat Felix Nmecha die Mitspieler zu einem christlichen Gebet auf dem Rasen im Stadion von Houston aufgefordert. Während des Spiels seien sie "Gegner", aber danach "alle Brüder", erklärte der 25-Jährige aus Hamburg. Doch wie steht es um Fußball und Religion?

Er schoss das erste Tor für Deutschland bei dieser WM in seinem erst neunten Einsatz für das DFB-Team: Felix Nmecha. Und nach dem 7:1-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Curaçao rief der Mittelfeldspieler aus Hamburg die Mitstreiter dazu auf, gemeinsam zu beten.

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Aus Team Deutschland kam Jonathan Tah dazu, der wie Felix Nmecha aus Hamburg stammt. Aber fünf Fußballer aus Curaçao schlossen sich dem Kreis an.

Anja Tang vom "Observatory on Intolerance and Discrimination against Christians in Europe" (OIDAC Europe) in Wien sagt im Gespräch mit Euronews: "In einer pluralistischen Gesellschaft sollte es selbstverständlich sein, dass Sportler ihren Glauben auch öffentlich leben dürfen. Die Religionsfreiheit schützt nicht nur den privaten Glauben, sondern ausdrücklich auch dessen friedlichen Ausdruck im öffentlichen Raum. Gerade deshalb ist es wichtig, dass bekannte Persönlichkeiten ihren Glauben offen und respektvoll zeigen."

Auf der autonomen Karibikinsel, die zum Königreich der Niederlande gehört, sind etwa 70 bis 80 Prozent der 160.000 Einwohner römisch-katholisch.

Und in den sozialen Medien teilt das Curaçao National Football Team "The Blue Wave" ein Foto des Gebets.

Felix Nmecha, der im Alter von 7 Jahren mit seiner Familie nach England zog und auch einen britischen Pass hat, erklärte nach dem Match in der ARD zu seiner Initiative: "Im Spiel sind wir Gegner, aber nach dem Spiel sind wir alle Christen, wir sind Brüder. Dann haben wir einfach ein kleines Gebet zusammen gemacht. Wir sind immer noch sehr dankbar, vom Ergebnis er ist es natürlich schön für uns. Im Ganzen glauben wir alle, dass Jesus verherrlicht wird durch das Spiel. Deswegen sind wir zusammengekommen und haben mal kurz gebetet."

Auch der Stellvertretende Vorsitzende der Grünen Bundestagsfraktion, Konstantin von Notz, sieht die Geste positiv und teilte ein Foto des Gebets.

Ärger wegen Nmechas Äußerungen in den sozialen Medien

Bei seinem aktuellen Bundesliga-Verein Borussia Dortmund gab es Kritik, als Felix Nmecha 2023 vom VfL Wolfsburg zum BVB wechselte, da er schon damals von einigen als "homophob" oder "queerfeindlich" gelesene Posts in den sozialen Medien geliked hatte. Zu seiner Verteidigung sagte der Profifußballer damals laut ntv: "Ich bin natürlich Christ, aber ich liebe alle Menschen und diskriminiere auch nicht."

Doch richtig Ärger gab es, als Felix Nmecha nach der Ermordung von Charlie Kirk in den USA 2025 schrieb, der ultrakonservative Aktivist und rechte Influencer habe "friedlich für seine Überzeugungen und Werte eingestanden". Dieser Post wurde laut Medienberichten später gelöscht.

Die meisten Bundesliga-Vereine sehen - wohl auch angesichts einer mehr und mehr polarisierten Gesellschaft und nach der Polemik um die Rassismus-Vorwürfe von Mesut Özil 2018 - das politische und das religiöse Engagement ihrer Spieler eher kritisch. Der Fußball soll die Fans zusammenbringen - nicht zuletzt auch für den wirtschaflichen Erfolg der Klubs.

Nach dem Match in Houston dankt Felix Nmecha, der mit einer Bibel unter dem Arm in die USA gereist ist, auf Instagram wie schon oft zuvor "Jesus" für den sportlichen Erfolg und bekommt dafür mehr als 300.000 Likes.

Anja Tang vom "Observatory on Intolerance and Discrimination against Christians in Europe" sieht im Engagement von Felix Nmecha, "welchen positiven Beitrag öffentlich gelebter Glaube leisten kann. In einer Zeit, in der im Sport oft Nationalität, Herkunft oder politische Unterschiede betont werden, ist das gemeinsame Gebet von Spielern unterschiedlicher Mannschaften ein starkes Zeichen dafür, dass ein gemeinsamer Glaube Menschen über nationale und ethnische Grenzen hinweg verbindet. Genau diese Haltung braucht unsere Gesellschaft in einem zunehmend polarisierten Umfeld."

Weltstars mit christlicher Botschaft

Wie Felix Nmecha dankt Argentiniens Superstar Lionel Messi regelmäßig Gott für seinen fußballerischen Erfolg und bekreuzigt sich oft, wenn er ein Tor geschossen hat. Der inzwischen 38-Jährige trägt ein Tattoo von Jesus Christus auf seinem rechten Oberarm und einen Rosenkranz auf dem Unterarm.

Brasiliens Starfußballer Neymar Jr. spielt laut Domradio.de nicht selten mit einem Stirnband, auf dem steht: "100 Prozent Jesus". Inzwischen ist der 34-Jährige zurück bei seinem Heimatclub FC Santos, doch von 2017 bis 2023 war Neymar beim PSG in Paris. Der französische Klub, der gerade die Champions League gewonnen hat, gehört der katarischen Investmentgesellschaft Qatar Sports Investments und damit einer islamischen Monarchie.

Auch Portugals Nationalheld Cristiano Ronaldo bekennt sich auf dem Spielfeld zu seinem christlichen Glauben, indem er nach seinen Toren oft ein Kreuzzeichen macht. Dabei spielt Ronaldo - wie viele andere europäische Altstars - in Saudi-Arabien. Dort ist der Islam alleinige Staatsreligion.

Doch Saudi-Arabien ist auch Austragungsort der übernächsten FIFA-WM im Jahr 2034. Und offiziell steht der Kampf gegen Rassismus und für mehr Toleranz im Weltfußball ganz oben auf der Werteliste.

Weitere Quellen • Domradio, ntv

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