Zehntausende Fans feierten die NBA-Champions bei einer historischen Parade durch Manhattan. Für viele Anhänger wurde ein Lebenstraum wahr.
Zehntausende Fans der New York Knicks haben am Donnerstag Manhattan für eine streng gesicherte Meisterparade geflutet. Die Stadt verwandelte sich in ein blau-oranges Farbenmeer, um den Titelgewinn ihres Basketballteams in den NBA-Finals zu feiern. Immer wieder hallten "Let's go Knicks"-Rufe durch die dicht gedrängte Menge.
Einige Fans hatten Hunderte Dollar bezahlt, damit andere über Nacht für sie in der Schlange standen und ihnen einen Platz mit Blick auf den Umzug sicherten. "Die Knicks vereinen diese Stadt wie kein anderes Team. Wir haben so lange darauf gewartet", sagte der 29-jährige Einzelhandelsangestellte Anthony Martorelli. Bereits am Samstag war in New York ausgelassener Jubel ausgebrochen.
Die Knicks hatten die San Antonio Spurs auswärts in Texas besiegt und damit ihre 53 Jahre andauernde Titeldürre beendet. Für die Parade am Donnerstag stellte die Stadtverwaltung unter Bürgermeister Zohran Mamdani nach eigenen Angaben rund 10.000 Polizistinnen und Polizisten bereit.
Es war der größte geplante Einsatz in der Geschichte der New Yorker Polizei. Die Zuschauerbereiche entlang der Strecke waren laut NYPD bereits drei Stunden vor Beginn vollständig gefüllt. Wer später kam, musste sich kurzfristig nach einem anderen Platz umsehen.
In einem Fall kletterten Dutzende Fans auf einen als Sicherheitsbarriere aufgestellten Müllwagen der Stadt, um einen Blick auf die vorbeiziehenden Spieler und die Meistertrophäe zu erhaschen. Auch ein Paar in Hochzeitskleidung bahnte sich seinen Weg durch die Menge: Er trug einen Smoking mit Fliege, sie ein cremefarbenes Kleid. Eine Freundin erklärte, die beiden würden noch am selben Tag heiraten.
"In den vergangenen Jahren ist in Amerika so viel Schlechtes passiert. Da tut es gut, so etwas zu erleben", sagte Martorelli. Während er sprach, hallten Jubelrufe zwischen den Wolkenkratzern rund um das World Trade Center wider, wo Angehörige der Nationalgarde das Gelände sicherten.
Der 42-jährige Informatiklehrer Jeff Gartner bezeichnete die Parade als "chaotisch", brachte seinen Sohn aber trotzdem mit, damit dieser einen historischen Moment miterleben könne. "Das ist wahrscheinlich eine Erinnerung, die ihn sein ganzes Leben begleiten wird", sagte Gartner.
"Bedeutet so viel"
Die Knicks fuhren bei der Parade von Bowling Green an der Südspitze Manhattans bis zum Rathaus – entlang einer rund zehn Häuserblocks langen Strecke, die als "Canyon of Heroes" bekannt ist. Nach Angaben der Stadt gingen dabei 1,1 Tonnen recyceltes Konfetti auf die Mannschaft nieder.
Die Tradition der sogenannten Ticker-Tape-Paraden reicht bis ins späte 19. Jahrhundert zurück. Später überreichte Bürgermeister Zohran Mamdani den Knicks im Rathaus symbolisch den Schlüssel zur Stadt. Dort sang die Grammy-Preisträgerin Alicia Keys den Song "Empire State of Mind", ihren gemeinsam mit Jay-Z aufgenommenen Hit aus dem Jahr 2009.
"Was für ein Geschenk, dass uns pure, unverfälschte Freude auf diese Weise zusammenbringt", sagte Mamdani. Er trug über Hemd und Krawatte ein blau-oranges Knicks-Trikot und darüber ein Sakko.
"Solange wir leben, werden wir uns an dieses Gefühl erinnern: an eine Stadt, die zusammensteht, an eine lebendige Stadt, an eine Stadt, die vor Glück überwältigt ist", fügte er hinzu.
Jalen Brunson, der als wertvollster Spieler der NBA-Finals 2026 ausgezeichnet wurde, bedankte sich bei den Knicks-Fans für ihre Unterstützung auf dem Weg zum Titelgewinn. "Irgendwie, auf die eine oder andere Weise, wusste ich, dass wir einen Weg finden würden, das zu schaffen", sagte Brunson.
New York war wegen der Fußball-Weltmeisterschaft ohnehin voller Fans. Während der Parade sorgten zusätzliche Straßensperrungen in ganz Manhattan für erhebliche Verkehrsbehinderungen. Für viele Knicks-Fans, die ihrer Mannschaft seit Jahren die Treue halten, war dieser Ausnahmezustand jedoch mehr als gerechtfertigt. Die Parade am Donnerstag bildete für sie den emotionalen Höhepunkt einer langen Leidens- und Erfolgsgeschichte als Anhänger des Teams.
Der 62-jährige Rentner James Smallwood erinnerte sich an den letzten Meistertitel der Knicks im Jahr 1973. "Ich war damals neun Jahre alt, machte die typischen New Yorker Kindersachen, fuhr Fahrrad und spielte Fangen. Und ich erinnere mich noch daran, wie meine Schwestern Miller High Life tranken, als die Knicks gewonnen haben."
"Damals bin ich Knicks-Fan geworden. Ich habe fünf Krebserkrankungen überstanden, deshalb bedeutet es mir unglaublich viel, diesen Moment noch erleben zu dürfen", sagte er.