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EZB zeigt neue Euro-Scheine: Bargeld noch lange nicht abgeschrieben

Das Bild zeigt Entwürfe, die es in die engere Wahl für die dritte Euro-Banknotenserie geschafft haben.
Das Bild zeigt Ausschnitte aus den Entwürfen, die für die dritte Euro-Banknotenserie in die engere Wahl gekommen sind. Copyright  Copyright: European Central Bank 2026
Copyright Copyright: European Central Bank 2026
Von Eleonora Vasques
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Immer mehr Menschen zahlen bargeldlos, viele halten den digitalen Euro für Ersatz. Die EZB bringt neue Scheine mit klarer Botschaft: Bargeld bleibt.

Der Euro bekommt ein neues Gesicht. Markante Bilder statt abstrakter Motive, stärkere Sicherheitsmerkmale und ein Design, das den Bürgerinnen und Bürgern näherkommen soll – das sind die Kennzeichen der neuen Euro-Banknoten.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Juli Entwürfe für neue Scheine vorgestellt. Sie markieren einen klaren Bruch mit den Banknoten, die derzeit im Umlauf sind. Es ist das erste Mal, dass die EZB im Portemonnaie der Europäerinnen und Europäer eine so sichtbare Zäsur setzt.

„Wir arbeiten an der ersten vollständigen optischen Überarbeitung der Euro-Banknoten – mit neuen Themen, Motiven und Designs. Ziel ist es, die künftigen Banknoten den Europäerinnen und Europäern noch näherzubringen“, sagte die EZB-Direktorin für Banknoten, Doris Schneeberger, Euronews.

Unter den vorgestellten Finalentwürfen haben sich zwei große Themen herauskristallisiert: europäische Kultur und die Vielfalt der Natur.

Für die erste Option will die EZB Persönlichkeiten zeigen, die die Geschichte von Kunst, Musik, Wissenschaft und Literatur geprägt haben. Für die andere stehen Flüsse und Vögel im Mittelpunkt.

Die Zentralbank hat eine öffentliche Umfrage (Quelle auf Englisch) gestartet, bei der die Bürgerinnen und Bürger über die endgültige Option abstimmen können. Bis die neuen Scheine tatsächlich in Umlauf kommen, wird es jedoch noch einige Jahre dauern. Aus Bankenkreisen verlautete gegenüber Euronews, dass die neuen Banknoten frühestens 2029 eingeführt werden könnten.

Schneeberger sagte Euronews, auf die Umfrage hätten bereits „Millionen Europäerinnen und Europäer“ reagiert. Die Gewinner-Motive will die EZB im Dezember 2026 bekanntgeben.

Verschwindet das Bargeld?

„Niemand würde ein Haus renovieren, das in naher Zukunft abgerissen werden soll“, sagte Schneeberger im Hinblick auf die neuen Banknotendesigns.

Da Zahlungen immer häufiger bargeldlos erfolgen, will die EZB die Rolle der Banknoten als wichtigste Form von „öffentlichem Geld“ für die Bevölkerung stärken.

Unter öffentlichem Geld versteht man von einer Zentralbank ausgegebenes Geld – physisches Bargeld wie Banknoten und Münzen für die Öffentlichkeit sowie die Guthaben der Geschäftsbanken bei der Zentralbank. Es heißt „öffentlich“, weil eine öffentliche Institution es schafft und dafür einsteht.

Privates Geld entsteht hingegen in Geschäftsbanken. Es besteht vor allem aus Bankeinlagen auf Giro- und Sparkonten, die den Großteil des Geldes ausmachen, das wir im Alltag bei Überweisungen oder Kartenzahlungen verwenden.

Parallel zur Einführung des digitalen Euro, eines neuen elektronischen Zahlungsmittels in Form von öffentlichem Geld, das ab 2029 verfügbar sein könnte, will die EZB zudem Falschbehauptungen entkräften, nach denen Bargeld zugunsten der neuen Digitalwährung verschwinden soll.

„Wir setzen alles daran, dass das Bezahlen mit öffentlichem Geld immer möglich ist – ob mit Bargeld oder mit einem digitalen Euro. Ein digitaler Euro würde Bargeld ergänzen, nicht ersetzen. Alle Europäerinnen und Europäer werden weiterhin frei wählen können, wie sie bezahlen – mit Bargeld, dem digitalen Euro oder einem anderen Zahlungsmittel“, sagte Schneeberger zu Euronews.

Bisher nur eine Überarbeitung

Seit Einführung der Gemeinschaftswährung haben sich die Euro-Banknoten nur ein einziges Mal verändert, das grundlegende Design ist dabei weitgehend gleich geblieben.

„Seit ihrer ersten Ausgabe 2002 stand das Thema ‚Epochen und Stile‘ im Mittelpunkt der Euro-Banknoten, symbolisiert durch Fenster, Tore und Brücken. Mit der Europa-Serie, die erstmals von 2013 bis 2019 ausgegeben wurde, gab es zwar ein aufgefrischtes Design, der grundsätzliche optische Ansatz blieb aber ähnlich“, erklärte Schneeberger.

Die heutigen Euro-Banknoten zeigen abstrakte Bauwerke, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt, so Schneeberger. Mit dem Redesign will die EZB das ändern und Scheine schaffen, mit denen sich Europäerinnen und Europäer jeden Alters identifizieren können und die sie gern benutzen.

„Mit den Designvorschlägen haben wir nun die Chance, Banknoten näher an den Alltag der Menschen zu bringen – mit echten Personen, echten Vögeln und echten Gebäuden“, so das Fazit der EZB-Banknotendirektorin.

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