Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Spanien: Waldbrand wird für Touristen zur Todesfalle, mindestens 12 Tote, 23 Vermisste

Brand in Bédar: Zwölf Tote am neunten Juli 2026 in Spanien
Brand in Bédar, Spanien, am 9. Juli 2026: Zwölf Menschen kommen ums Leben. Copyright  Andalusia Wildfire Service
Copyright Andalusia Wildfire Service
Von Emma De Ruiter
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopieren Copy to clipboard Link kopiert!

Der regionale Katastrophenschutzchef Antonio Sanz sprach von einer beispiellosen Tragödie und erklärte, der Schmerz sei unermesslich.

Ein verheerender Waldbrand in der Gemeinde Los Gallardos in der spanischen Provinz Almería hat mindestens 12 Menschen das Leben gekostet und zählt damit zu den schwersten Bränden in Andalusien der vergangenen Jahre. Nach dem offiziellen Stand vom Freitag um 13:45 Uhr gibt es 12 Tote, 23 Vermisste, vier Schwerverletzte mit Brandverletzungen sowie vier weitere Menschen mit leichten Verletzungen.

WERBUNG
WERBUNG

Der Brand hat seit seinem Ausbruch am Donnerstagnachmittag bereits rund 3.150 Hektar Fläche verwüstet. Wegen ungünstiger Wetterbedingungen breiteten sich die Flammen rasch aus, sodass mehrere umliegende Ortschaften evakuiert werden mussten.

Nach Angaben des andalusischen Notfalldienstes 112 wurden einige Opfer in Fahrzeugen gefunden, die während der Flucht aus dem betroffenen Gebiet von den Flammen eingeschlossen worden waren.

Der andalusische Minister für Präsidentschaft, Inneres, sozialen Dialog und Verwaltungsvereinfachung, Antonio Sanz, bestätigte, dass vier Menschen im ersten entdeckten Fahrzeug ums Leben kamen. Bei ihnen soll es sich offenbar um britische Staatsangehörige gehandelt haben.

An einer zweiten Stelle fanden Rettungskräfte die Leichen von sieben weiteren Menschen, die ihre Fahrzeuge verlassen hatten und zu Fuß zu fliehen versuchten. Nach Angaben der Behörden gehörten sie zu einer Gruppe von neun Personen, von denen zwei überlebten. Die Identifizierung der Opfer wird derzeit vom gerichtsmedizinischen Team durchgeführt.

Opfer wohl überwiegend Touristen

Sanz erklärte außerdem, dass es sich bei den meisten oder möglicherweise sogar allen Todesopfern um ausländische Staatsangehörige handeln könnte. Ersten Ermittlungen zufolge versuchten sie, über eine alternative Route durch ein ausgetrocknetes Flussbett zu entkommen.

Neben den Todesopfern forderte der Brand mehrere Verletzte. Darunter sind Menschen mit unterschiedlich schweren Brandverletzungen sowie Personen, die wegen Rauchvergiftungen in Krankenhäuser der Provinz gebracht wurden. Medizinische Teams behandelten zudem weitere Anwohner direkt vor Ort wegen leichter Verletzungen und Atemwegsproblemen.

Wegen der schnellen Ausbreitung des Feuers wurde Stufe 2 des andalusischen Waldbrand-Notfallplans INFOCA aktiviert. Hunderte Bewohnerinnen und Bewohner von Bédar und weiteren nahe gelegenen Gebieten wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht. An den Löscharbeiten beteiligen sich mehr als hundert Einsatzkräfte des INFOCA-Plans, der Guardia Civil, der Feuerwehr, des Zivilschutzes und der militärischen Nothilfeeinheit UME. Sie versuchen weiterhin, den Brand unter Kontrolle zu bringen.

Erste Ermittlungen deuten darauf hin, dass der Brand durch eine herabgestürzte Stromleitung ausgelöst worden sein könnte. Der Präsident der Regionalregierung von Andalusien, Juanma Moreno, bestätigte diese mögliche Ursache.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach den Angehörigen der Opfer auf X sein Beileid aus: "Tiefe Trauer und Bestürzung angesichts der schrecklichen Folgen des Brandes in der Provinz Almería. Ich möchte den Familien der Todesopfer des Waldbrands von Los Gallardos mein Beileid aussprechen. Den Verletzten wünsche ich eine schnelle Genesung, und allen betroffenen Anwohnern gilt meine Solidarität."

Der andalusische Regionalminister für Präsidium, Gesundheit und Notfälle, Antonio Sanz, bezeichnete den Brand als "den bislang folgenreichsten Brand in unserer Region". Er fügte hinzu: "Der Schmerz ist immens. Andalusien trauert, und unsere Gedanken sind bei Almería und allen Betroffenen."

UME unterstützt Löscharbeiten

Die militärische Nothilfeeinheit UME hat 150 Einsatzkräfte entsandt, um die Löscharbeiten beim Waldbrand von Los Gallardos zu unterstützen. Sie arbeiten vor Ort gemeinsam mit dem INFOCA-Plan, der Feuerwehr und weiteren Notdiensten. Insgesamt sind rund 300 Einsatzkräfte im Einsatz.

Der Brand befindet sich weiterhin in der Notfallphase, in Einsatzstufe 2. Diese Stufe war am Donnerstag um 22.37 Uhr wegen der schnellen Ausbreitung der Flammen und des hohen Risikos aktiviert worden.

Fünf Ortsteile von Los Gallardos und Bédar bleiben evakuiert. Die Bewohnerinnen und Bewohner von Almocáizar, Fuente del Albarico, Los Pinos, La Serena und Pinar de Bédar dürfen aus Sicherheitsgründen vorerst nicht in ihre Häuser zurückkehren. Das berichtet "El Diario de Almería".

Die psychologische Notfall- und Katastrophenhilfe GIPED hat für Betroffene des Brandes eine Informations- und Betreuungshotline eingerichtet: 677 904 624.

Weitere Quellen • AFP

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Brände in Portugal und Spanien: Behörden in Griechenland warnen vor giftigem Rauch

Waldbrandbilanz 2026: die Zahlen für Spanien

Waldbrand an Spaniens Costa Brava zerstört 750 Hektar, 12 000 Menschen sitzen fest