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60.000 Migranten erreichen Ceuta: Europas Sorge vor neuer Migrationskrise wächst

Migranten überqueren aus Marokko die Grenze zur spanischen Exklave Ceuta am Donnerstag, 30. Juli 2026.
Migranten überqueren von Marokko aus die Grenze in die spanische Exklave Ceuta am Donnerstag, dem 30. Juli 2026. Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Christina Thykjaer
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Etwa 60.000 Menschen sollen innerhalb eines Tages aus Marokko nach Ceuta gelangt sein. Italien erwägt die Aussetzung von Schengen mit Spanien, Frankreich verstärkt die Grenzkontrollen.

Nach Darstellung von Ceutas Regierungschef Jesús Vivas sind inzwischen rund 60.000 Migranten irregulär in die spanische Exklave eingereist. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl Spaniens entspräche dies etwa 34 Millionen Menschen, die innerhalb eines Tages ins Land gelangen würden, so Vivas.

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Es ist eine der größten Migrationskrisen, die die autonome Stadt je erlebt hat. Der massive Zustrom überfordert die spanischen Behörden und Hilfsorganisationen vor Ort in einer Stadt mit nur 83.000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

Die Lage spitzte sich am Donnerstag und in der Nacht zum Freitag weiter zu. Nach vorläufigen Angaben sind mindestens 38 Migranten ums Leben gekommen, als sie versuchten, spanisches Hoheitsgebiet zu erreichen. Die meisten starben beim Versuch, die Küste zu erreichen. Einige kamen bei einer Massenpanik am Wellenbrecher von Tarajal neben dem wichtigsten Grenzübergang zwischen Marokko und Ceuta ums Leben.

Bilder aus den vergangenen Stunden zeigen Tausende Menschen, die die Grenze überqueren, viele von ihnen entlang der Wellenbrecher, die Marokko und Ceuta trennen. Unter den Ankommenden sind vor allem junge Männer, aber auch Familien mit Frauen und Kindern. Am Freitag begann die spanische Armee, die Rückführung Hunderter Migrantinnen und Migranten nach Marokko zu unterstützen.

Rachid Sbihi, Vertreter eines Berufsverbandes der Guardia Civil in Ceuta, spricht von einer "schweren humanitären Krise". Nach seinen Angaben verbrachten Tausende Menschen, darunter zahlreiche unbegleitete Minderjährige, die Nacht in Parks und auf Gehwegen. Andere streiften ohne Unterkunft durch die Stadt.

Migranten überqueren von Marokko aus die Grenze zur spanischen Exklave Ceuta am Donnerstag, dem 30. Juli 2026. (Foto AP/Antonio Sempere)
Migranten überqueren von Marokko aus die Grenze zur spanischen Exklave Ceuta am Donnerstag, dem 30. Juli 2026. (Foto AP/Antonio Sempere) AP Photo

"Die Menschen kommen weiter an. Die Verstärkung, die eingetroffen ist, kann nur Verletzte und die dringendsten humanitären Bedürfnisse versorgen. Die Lage ist chaotisch", sagte er der Nachrichtenagentur AP. In sozialen Netzwerken beklagen viele Bewohnerinnen und Bewohner die Unsicherheit, die die Krise in den Straßen von Ceuta ausgelöst habe.

Angesichts der sich weiter verschlechternden Lage mobilisierte Regierungschef Pedro Sánchez am Donnerstag das Militär. Am Freitag reiste er gemeinsam mit Innenminister Fernando Grande-Marlaska nach Ceuta, um die Entwicklung vor Ort zu verfolgen und die Reaktion der Regierung zu koordinieren.

Die marokkanischen Behörden haben bislang keine Erklärung für den massiven Zustrom abgegeben und sich nicht zu den Ereignissen geäußert. Unklar bleibt, was den plötzlichen Anstieg der Grenzübertritte ausgelöst hat, auch wenn die Zahl der Ankünfte bereits in den vergangenen Tagen gestiegen war.

Sorge in Europa: Italien erwägt Schengen-Aussetzung

Das Ausmaß der Migrationskrise in Ceuta sorgt inzwischen auch in mehreren europäischen Regierungen für Besorgnis. Italien erwägt, die Anwendung der Schengen-Regeln gegenüber Spanien vorübergehend auszusetzen, um Grenzkontrollen zu verstärken und mögliche Weiterreisen von Migrantinnen und Migranten in andere EU-Staaten zu verhindern.

Am Donnerstag sprach sich Italiens Außenminister Antonio Tajani dafür aus, den Schengen-Raum gegenüber Spanien befristet auszusetzen. Unkontrollierte irreguläre Migration stelle "eine Gefahr für die nationale Sicherheit" dar, erklärte er.

Seine Äußerungen lösten eine umgehende Reaktion des spanischen Außenministers José Manuel Albares aus. Dieser bezeichnete die Botschaft als "unangemessen" und kündigte an, den italienischen Botschafter in Madrid einzubestellen.

"Diese Botschaft ist eines Außenministers eines befreundeten Partnerlandes nicht würdig, von dem wir europäische Solidarität und keine parteipolitische Demagogie erwarten. Die heutigen Ereignisse stehen mit einem Gerichtsurteil in Zusammenhang und haben nichts mit dem zu tun, was im Tweet behauptet wird. Ich habe den italienischen Botschafter für morgen einbestellt", erklärte Albares.

Unterdessen kündigte der französische Innenminister am Freitag an, Frankreich werde die Kontrollen an der französisch-spanischen Grenze verstärken.

Die Debatte findet statt, während Brüssel die Lage in der autonomen Stadt genau beobachtet. Die Europäische Kommission bekräftigte ihre Unterstützung für Spanien beim Schutz der EU-Außengrenze und erklärte, sie stehe in engem Kontakt mit den spanischen Behörden, um den Bedarf vor Ort zu prüfen.

Weitere Quellen • AFP, AP

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