Seit 1992 zeichnet der Preis das beste Album britischer oder irischer Acts aus. 2026 treten RAYE, Nia Archives und Florence + The Machine an, Paul McCartney erhält mit 84 seine erste Nominierung.
Die vollständige Shortlist für den Mercury Prize 2026 steht fest. Sie versammelt eine spannend vielfältige Reihe von Nominierten, die um den renommierten Albumpreis konkurrieren.
Unter den diesjährigen Kandidatinnen und Kandidaten sind JADE, Nia Archives, Suede, Olivia Dean, RAYE, Florence + The Machine und Paul McCartney. Der Ex-Beatle ist mit seinem Album „The Boys Of Dungeon Lane“ erstmals überhaupt für den Mercury Prize nominiert.
Der 84-jährige Ex-Beatle reiht sich neben Folk-Pionier Martin Carthy als ältester jemals nominierter Künstler für den Mercury Prize ein. Carthy war im vergangenen Jahr mit seinem Album „Transform Me Then Into A Fish“ ebenfalls 84 Jahre alt, als er auf der Shortlist stand.
McCartneys jüngstes Album, ein sentimentaler Rückblick auf seine frühen Jahre vor dem Erfolg der Fab Four, erhält breite Anerkennung. In Euronews Cultures Kritik zu „The Boys Of Dungeon Lane“ schrieben wir: „Es mag kein spätes Meisterwerk sein, doch McCartney erreicht, was er sich vorgenommen hat: Er nimmt seine Vergangenheit ohne jede Scheu in den Arm, folgt noch einmal ihrer langen, verschlungenen Strecke und genießt das Erinnern. Und das, ohne ins Rührselige abzugleiten.“
Die vollständige Kritik lesen Sie hier; weiter unten folgt die komplette Liste der Nominierten.
Zu den besonders beachteten Nominierten in diesem Jahr gehören Olivia Dean und Florence + The Machine, die zwei unserer Lieblingsalben 2025 veröffentlicht haben; die Jazzband Knats aus Newcastle, nominiert für ihr starkes Album „A Great Day In Newcastle“; unsere Favoritin Nia Archives mit ihrem zweiten Album „Emotional Junglist“; sowie das War-Child-Records-Kompilationsalbum „HELP(2)“, auf dem unter anderem Pulp, Fontaines D.C., Depeche Mode, Young Fathers, Damon Albarn und Olivia Rodrigo vertreten sind.
Das Benefizalbum entstand in den Abbey Road Studios, um Geld für War Child (Quelle auf Englisch) zu sammeln. Die internationale Organisation wurde 1993 gegründet und schützt, bildet und setzt sich weltweit für die Rechte von Kindern ein, die in Konfliktgebieten aufwachsen. Die Platte ist der Nachfolger von „The Help Album“ aus dem Jahr 1995 – der einzigen anderen Compilation, die in der Geschichte des Mercury Prize jemals nominiert war.
Um in diesem Jahr für den Preis infrage zu kommen, mussten Alben von britischen oder irischen Künstlerinnen und Künstlern zwischen dem 30. August 2025 und dem 17. Juli 2026 erschienen sein.
Naturgemäß fehlen auf der diesjährigen Shortlist einige Namen – allen voran Lily Allens „West End Girl“, Blood Oranges starkes „Essex Honey“, das zweite Album von The Last Dinner Party „From The Pyre“ (ein weiteres unserer Lieblingsalben 2025) sowie Kneecaps „Fenian“ – das in unserer bisherigen Rangliste der besten Alben des Jahres unter die Top 3 kam.
Die Siegerinnen und Sieger werden am 22. Oktober bei einer Zeremonie in der Utilita Arena in Newcastle bekannt gegeben. Wer gewinnt, reiht sich ein in eine Reihe früherer Preisträgerinnen und Preisträger wie Ezra Collective, Little Simz, Arlo Parks, Elbow, PJ Harvey und Franz Ferdinand. Der Vorjahressieger Sam Fender spendete sein Preisgeld von 25.000 Dollar an den Music Venue Trust (Quelle auf Englisch) und machte damit auf die Bedeutung kleiner, ums Überleben kämpfender Konzertorte im Vereinigten Königreich aufmerksam.
Hier die komplette Shortlist für den Mercury Prize 2026:
- Dave – „The Boy Who Played The Harp“
- Dove Ellis – „Blizzard“
- Florence + The Machine – „Everybody Scream“
- JADE – „THAT’S SHOWBIZ BABY!“
- Knats – „A Great Day In Newcastle“
- Kojey Radical – „Don’t Look Down“
- Nia Archives – „Emotional Junglist“
- Olivia Dean – „The Art Of Loving“
- Paul McCartney – „The Boys Of Dungeon Lane“
- RAYE – „THIS MUSIC MAY CONTAIN HOPE.“
- Suede – „Antidepressants“
- War Child Records – „HELP(2)“