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Mietspirale in Spanien: 71 Prozent sehen Hypothek als günstiger

Eine Frau trägt ein Schild auf dem Kopf mit der spanischen Aufschrift „Gerechte Mieten jetzt“ bei einer Demo 2025 gegen steigende Mietpreise.
Eine Frau trägt auf dem Kopf ein Schild mit der spanischen Aufschrift „Alquileres justos ya“. Sie nimmt an einer Demo 2025 gegen steigende Mietpreise teil. Copyright  AP Photo
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Von Maria Muñoz Morillo
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Sieben von zehn Spanierinnen und Spaniern halten den Immobilienkauf auf Kredit für rentabler als Miete. Sorge vor neuer Blase wächst, Wohnungsgesetz gilt als gescheitert.

Der drastische Anstieg der Mietpreise sorgt für einen tiefgreifenden strukturellen Wandel in der Psychologie des spanischen Wohnimmobilienmarktes. Die Monatsmieten erreichen inzwischen systematisch historische Höchststände. Dadurch verfestigt sich in der Bevölkerung eine klare Wahrnehmung: Sieben von zehn Privatpersonen (71 %) sind der Ansicht, dass es sich auf dem aktuellen Niveau wirtschaftlich mehr lohnt, eine Hypothek abzuzahlen, als eine Miete zu tragen.

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Das ist die wichtigste Schlussfolgerung des Berichts Bestandsaufnahme des Wohnungsmarktes 2026 (Quelle auf Spanisch), den Fotocasa Research erstellt hat. Die Daten zeigen den höchsten Konsenswert der gesamten Studie (Durchschnitt 7,6 von 10) und liegen leicht über dem ersten Halbjahr 2025, als 70 % der aktiven Marktteilnehmer dieser Aussage zustimmten.

Privatpersonen im Wohnungsmarkt aktiv (Anteil an der Bevölkerung über 18 Jahren).
Privatpersonen im Wohnungsmarkt aktiv (Anteil an der Bevölkerung über 18 Jahren). Fotocasa

Mietmarkt aus dem Gleichgewicht: Eigentum wird zur Zuflucht

Die Analyse zeigt, dass die Vorliebe für den Kauf nicht nur kulturell verankert ist. Sie ist auch eine finanzielle Überlebensstrategie angesichts des Mietpreisanstiegs.

„Eine eigene Immobilie zu erwerben bleibt wegen fehlender Ersparnisse und hoher Kaufpreise schwierig. Trotzdem finden immer mehr Menschen: Wenn sie sich den Schritt leisten können, ist eine Hypothek auf Dauer rentabler, als Monat für Monat eine Miete zu zahlen, die immer weiter steigt. Diese Wahrnehmung zeigt, wie stark der Mietmarkt derzeit aus dem Gleichgewicht geraten ist“, sagt María Matos, Leiterin der Studienabteilung und Sprecherin von Fotocasa.

Privatpersonen mit konkreten Wohnungsnachfragen (Anteil an der Bevölkerung über 18 Jahren).
Privatpersonen mit konkreten Wohnungsnachfragen (Anteil an der Bevölkerung über 18 Jahren). Fotocasa

Dieses Umfeld stärkt weitere traditionelle Kennzahlen des spanischen Immobilienmarktes:

  • Solide Geldanlage: 68 % der Befragten finden, dass der Kauf einer Immobilie weiterhin eine gute Investition ist (7,2 von 10 Punkten).
  • Tiefer Wunsch nach Eigentum: weitere 68 % geben an, dass der Wunsch nach einer eigenen Wohnung in der spanischen Gesellschaft nach wie vor stark verankert ist. Allerdings ist diese Überzeugung etwas schwächer geworden als im ersten Halbjahr 2025, als ihr noch 72 % zustimmten.
  • Immobilien als Erbe: 59 % der Befragten halten ein Eigenheim für das beste Erbe, das man Kindern hinterlassen kann. Dieser Wert liegt leicht unter den 61 % des Vorjahres.

Angst vor neuer Immobilienblase wächst

Die Kehrseite dieser Kaufneigung ist die Sorge. Die Geschwindigkeit, mit der Kauf- und Mietpreise steigen, hat die Alarmbereitschaft der Bürger wieder erhöht. 56 % der Befragten befürchten, dass sich der Markt auf eine neue Immobilienblase zubewegt – ein Anstieg um zwei Prozentpunkte gegenüber den 54 % im Jahr 2025.

Die kulturelle Sicht auf das Mieten bleibt ausgesprochen düster. Die Hälfte der aktiven Marktteilnehmer (50 %) findet weiterhin, Wohnen zur Miete sei „Geld zum Fenster hinauswerfen“, exakt derselbe Anteil wie im Vorjahr. Entsprechend sinkt der Glaube, dass Spanien sich dem europäischen Mietmodell annähern wird: Nur noch 40 % erwarten, dass der Markt künftig stärker vom Mieten statt vom Eigentum geprägt sein wird, nach 41 % im Jahr 2025.

Wohnungsgesetz überzeugt Immobilienmarkt nicht

Der Bericht zeigt erneut, wie wenig Vertrauen die Bevölkerung in die aktuelle Regulierung hat. Die Bewertung der Ley de Vivienda bleibt klar im negativen Bereich. Zwar ist der Anteil der Befragten, die das Gesetz befürworten, im vergangenen Jahr leicht von 27 % auf 28 % gestiegen, doch der Durchschnittswert verharrt bei 4,7 von 10.

Profil der Menschen, die in Spanien zur Miete wohnen
Profil der Menschen, die in Spanien zur Miete wohnen Fotocasa

Makroökonomischer Faktor: Kontext ist entscheidend

Für die Ergebnisse des Berichts ist der Zeitpunkt entscheidend: Die Fotocasa-Umfrage fand im Februar 2026 statt. Die Antworten spiegeln daher vor allem die Entwicklung der Jahre 2023 bis 2025 wider. In dieser Zeit sanken die Zinsen schrittweise, Hypothekendarlehen wurden günstiger, gleichzeitig verteuerte sich das Mieten weiter.

Der jüngste Zinsanstieg der Europäischen Zentralbank (EZB) im vergangenen Juni bringt eine neue Unsicherheitskomponente ins Spiel. Wie sich diese Verschärfung der Kreditbedingungen bei Hypotheken auf die Wahrnehmung der Rentabilität von Wohneigentum auswirkt, müssen künftige Branchenberichte zeigen.

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