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Trump kündigt Kontrolle über Straße von Hormus an: 20 % Abgabe für Schiffe

Archivaufnahme: Ein kleines Motorboot fährt an vor Anker liegenden Schiffen in der Straße von Hormus bei Bandar Abbas vorbei, 11. Juni 2026.
Archivaufnahme: Ein kleines Motorboot fährt an vor Anker liegenden Schiffen in der Straße von Hormus nahe Bandar Abbas vorbei, 11. Juni 2026. Copyright  AP Photo
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Von Aleksandar Brezar
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Trump kündigt an, die USA kassierten als «Wächter der Meerenge» zwanzig Prozent Gebühr auf jede Hormus-Fracht. Gleichzeitig greifen US-Truppen Ziele im Iran an, die IRGC beschießt Bahrain, Jordanien, Kuwait und Oman – heftigster Schlagabtausch seit der April-Waffenruhe.

US-Präsident Donald Trump hat am Montag die Rückkehr einer Seeblockade gegen iranische Häfen angekündigt. Washington will hohe Gebühren für Schiffe erheben, die die Straße von Hormus passieren. An der lebenswichtigen Wasserstraße flammt die Gewalt erneut auf.

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Als Antwort auf Trump betonte Irans Militärführung, die USA dürften „unter keinen Umständen“ in die zentrale Öl- und Gasroute eingreifen. Zugleich warnte sie die Golfnachbarn – die bisher am stärksten unter Teherans Angriffen leiden –, mit Washington zu kooperieren.

Die widersprüchlichen Aussagen fallen in eine Phase intensiver Angriffe, wie es sie seit der Waffenruhe im April nicht mehr gegeben hat. Das US-Militär meldete am Montag Angriffe auf Dutzende Ziele. Die Revolutionsgarden verkündeten als Antwort neue Schläge gegen Bahrain, Jordanien, Kuwait und Oman.

Die Straße von Hormus spielte vor Ausbruch des Iran-Kriegs im Februar als Konfliktherd keine Rolle; die Durchfahrt war frei.

Danach blockierte Teheran die Passage und betrachtet sie heute als zentrales Druckmittel gegenüber Washington.

Die USA haben Teherans Plan, in der Straße von Hormus Maut zu verlangen, vehement kritisiert; internationales Recht lässt dies in der Regel nicht zu. Am Montag stellte Trump das Konzept jedoch auf den Kopf und erklärte, Washington werde selbst Gebühren erheben.

In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump, die USA würden künftig „als ‚Wächter der Straße von Hormus‘ bekannt sein“ und „mit 20 % auf alle transportierten Güter entschädigt werden, für sämtliche Kosten, die nötig sind, um Sicherheit und Schutz in diesem höchst explosiven Teil der Welt zu gewährleisten“.

Irans Häfen würden erneut blockiert, erklärte er, alle anderen Staaten sollten die Meerenge dagegen frei und fair nutzen können.

Der Sprecher des zentralen Militärkommandos Khatam Al-Anbiya in Iran beharrte hingegen darauf, Teheran werde „unter keinen Umständen zulassen … dass die Vereinigten Staaten in die Verwaltung“ der strategischen Wasserstraße hineinregieren.

Rahmenabkommen in der Krise

Obwohl Trump in der vergangenen Woche die Waffenruhe mit Iran für „beendet“ erklärte, spricht er weiter von Verhandlungen über eine dauerhafte Lösung.

Er sagte dem Sender Fox News, es habe am Sonntag stundenlange Gespräche gegeben, warf den iranischen Unterhändlern aber vor, von ihrer Zusage abzurücken.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baqaei, erklärte bereits am Montagvormittag, das Rahmenabkommen vom Juni, Grundlage der Gespräche und Auslöser für die Aufhebung der US-Blockade, befinde sich „in der Krise“.

Die vorherige Blockade von April bis Juni hatte Irans Ölexporte unterbrochen und drohte die Branche weitgehend lahmzulegen.

Baqaei kündigte an, Iran werde seine Verpflichtungen aus dem Abkommen ignorieren, falls die USA genauso handelten. Gleichzeitig betonte er, Teheran setze die Gespräche mit Vermittlern aus Katar, Pakistan und Oman fort, um eine weitere Eskalation zu verhindern.

Die Gefechte der vergangenen Woche konzentrieren sich auf die zentrale Route des Energiemarktes, die die Revolutionsgarden inzwischen als „geschlossen“ bezeichnen.

Am Montag warf IRGC-Sprecher Hossein Mohebi Washington vor, durch sein Eingreifen in der Meerenge die weltweiten Öl- und Gaslieferungen zu gefährden. Die USA müssten dafür „zur Verantwortung gezogen“ werden, sagte er und pochte auf Teherans Souveränität über Hormus.

Trotz der Kämpfe versuchen Vermittler weiter, eine diplomatische Lösung des Kriegs zu erreichen.

Pakistan, neben Katar einer der zwei wichtigsten Vermittler, zeigte sich nach Angaben seines Außenministeriums „zutiefst besorgt über die Zuspitzung der regionalen Spannungen“.

Der Nahost-Experte Bader Al-Saif vom Thinktank Chatham House geht davon aus, dass die zunehmenden Angriffe eine endgültige Vereinbarung lediglich verzögern.

„Beide Seiten wollen die Pattsituation zu ihren Bedingungen beenden und tun sich zunehmend schwer damit. Deshalb greifen sie wieder zu Angriffen – und verstärken sie“, sagte Al-Saif.

„Das verlängert nur, was am Ende ohnehin kommen wird: eine ausgehandelte Lösung“, ergänzte er.

Bahrain verurteilt Teherans „grausame Angriffe“

Irans Staatsmedien meldeten Tote nach den jüngsten US-Angriffen, die demnach große Gebiete im Süden und Westen des Landes trafen.

Seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe am Mittwoch sind nach einer Zählung auf Basis der Angaben aus Teheran mindestens 25 Menschen in Iran getötet worden.

Die Revolutionsgarden erklärten laut Staatsmedien am Montag, sie hätten US-Militärziele und -Stützpunkte in Jordanien, Bahrain und Kuwait angegriffen.

In Bahrain heulten Luftschutzsirenen. Die Armee Kuwaits teilte mit, die Streitkräfte hätten am Montag „feindliche Luftziele“ abgefangen.

Das jordanische Militär erklärte, es habe vier iranische Raketen abgefangen.

Die Streitkräfte Bahrains warfen Iran „grausame Angriffe mit Raketen und Drohnen vor, die auf Zivilisten zielen“. Sie erklärten, sie hätten am Montagmorgen mehrere iranische Flugkörper abgeschossen.

Iran betont, es greife im Golf nur US-Interessen an. Am Montagnachmittag erklärte jedoch der Sprecher des Militärkommandos, jede Zusammenarbeit von Golfstaaten mit den USA werde als „Kriegsakt“ gewertet.

Weitere Quellen • AFP

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