Iranische Staatsmedien berichten von US-Luftangriffen auf weite Teile des Südens und Westens des Landes, darunter auf Qeschm, Bandar Abbas sowie die an den Irak grenzende Provinz Chuzestan. In Bahrain, dem Sitz der fünften US-Flotte, heulten am Montag bei Tagesanbruch erneut Raketenalarm-Sirenen.
Das US-Militär hat in der Nacht zu Montag erneut Ziele im gesamten Iran angegriffen. Die neue Angriffswelle schwächt eine Übergangsvereinbarung zwischen Washington und Teheran, die den Krieg zwischen beiden Seiten beenden soll. Nach Angaben des US-Zentralkommandos (CENTCOM) begann die jüngste Angriffswelle am Sonntag um 21.00 Uhr GMT.
Ihr gingen bereits rund 140 Angriffe in der Nacht zuvor voraus. Laut CENTCOM wurden bei den aktuellen Angriffen "Dutzende Ziele" getroffen, darunter "iranische Luftabwehrsysteme, Küstenradare sowie Raketen- und Drohnenkapazitäten und kleinere Boote". Ziel der Angriffe sei es gewesen, "Irans Fähigkeit zu schwächen, weiterhin internationale Handelsschiffe anzugreifen, die die Straße von Hormus passieren".
Iranische Staatsmedien berichteten von US-Angriffen auf weite Teile des Südens und Westens des Landes. Getroffen worden seien unter anderem die Insel Qeschm, die nahe der Meerenge gelegene Hafenstadt Bandar Abbas sowie die an den Irak grenzende Provinz Chuzestan. Außerdem meldeten die Staatsmedien Angriffe auf die Insel Farur östlich von Qeschm im Persischen Golf. Dabei sei ein Mitarbeiter eines Telekommunikationsunternehmens getötet und zwei weitere Menschen verletzt worden.
"Nach dem Angriff des amerikanischen Feindes am Montagmorgen ... sei eine Person zum Märtyrer geworden und vier weitere seien verletzt worden", berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA. Später meldete IRNA, die Revolutionsgarden hätten Ziele in Jordanien, Bahrain und Kuwait angegriffen.
Am Sonntag erklärte Kuwait, bei einem Angriff seien drei Grenzposten im Norden des Landes beschädigt worden. Zudem sei eine Offshore-Bohrplattform „von einer feindlichen Drohne angegriffen“ worden. Dabei sei eine Person verletzt worden. Im Königreich Bahrain heulten am Montag erneut Luftschutzsirenen, wie das Innenministerium mitteilte. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, sich nach den Angriffen auf den Inselstaat in Sicherheit zu bringen. "Die Sirene wurde ausgelöst ... Bürger und Einwohner werden aufgefordert, ruhig zu bleiben und den nächstgelegenen sicheren Ort aufzusuchen", teilte das Innenministerium auf X mit.
Die erneuten Kampfhandlungen folgten auf einen iranischen Angriff am frühen Sonntag auf ein Handelsschiff in der Straße von Hormus, das daraufhin in Flammen aufging. Die Besatzung musste das Schiff verlassen. Nach dem Vorfall erklärten Irans Revolutionsgarden laut IRNA, "die Straße von Hormus werde bis auf Weiteres und bis zum Ende der amerikanischen Interventionen in dieser Region geschlossen". Das US-Zentralkommando entgegnete auf X, die Meerenge sei "für alle Schiffe geöffnet, die sie rechtmäßig durchqueren wollen". Die US-Streitkräfte seien "positioniert und bereit, die Freiheit der Schifffahrt zu gewährleisten", hieß es weiter. "Der Iran kontrolliert die Meerenge nicht. Der Schiffsverkehr läuft."