Der Betreiber IJooz erstattete nach dem Video eines französischen Jugendlichen Anzeige bei der Polizei. Das Unternehmen reinigte den Automaten gründlich und tauschte alle 500 Trinkhalme aus. Doch was sagt die Justiz?
Ein 19-Jähriger aus Frankreich soll sich gefilmt haben, wie er in Singapur an einem Trinkhalm aus einem Getränkeautomaten leckt und ihn anschließend wieder in das Gerät zurücksteckt. Dieses Instagram-Video vor dem Orangensaft-Automaten ging viral. Die Staatsanwaltschaft will nun klären, ob der Teenager aus Europa sein Studium in Singapur fortsetzen darf, auch wenn das Gericht ihn verurteilt. An diesem Montag ist das Verfahren gegen den jungen Franzosen vertagt worden.
Der 19-jährige Didier Gaspard Owen Maximilien sollte nach Einschätzung von Beobachtern ein Geständnis ablegen und sich wegen groben Unfugs und öffentlicher Belästigung schuldig bekennen.
Das Gericht unterbrach die Verhandlung, nachdem die Anklage mehr Zeit verlangte, um zu prüfen, ob ihm im Fall einer Verurteilung seine Aufenthaltserlaubnis als Student entzogen wird.
Das Verfahren soll am 30. Juli 2026 fortgesetzt werden.
Die Tat soll sich laut Anklage am 12. März 2026 in einem Einkaufszentrum im Stadtstaat Singapur ereignet haben. Angeklagt wurde Maximilien am 24. April, nachdem sich das von ihm veröffentlichte Video in den sozialen Netzwerken viral verbreitet hatte.
Er besucht weiter eine Wirtschaftshochschule in Singapur und ist gegen Kaution auf freiem Fuß.
Es drohen bis zu zwei Jahre Haft
Für den Tatbestand des groben Unfugs drohen bis zu zwei Jahre Haft oder eine Geldstrafe, oder beides. Öffentliche Belästigung gilt als weniger schweres Delikt. Hier sieht das Gesetz bis zu drei Monate Haft oder eine Geldstrafe, oder beides, vor.
IJooz, der Betreiber des Getränkeautomaten, erstattete nach der Aktion mit dem viralen Video Strafanzeige. Das Unternehmen ließ das Gerät desinfizieren und alle 500 Trinkhalme in dem Automaten austauschen.
Nach eigenen Angaben will IJooz seine Automaten aufrüsten. Geplant sind etwa einzeln verpackte Trinkhalme und Fächer, die sich erst nach Abschluss des Kaufs öffnen.
Singapur, der kleine, dicht besiedelte Stadtstaat, überwacht öffentliches Verhalten und Sauberkeit sehr streng. Dazu gehören Beschränkungen wie ein weitgehendes Kaugummiverbot sowie hohe Strafen für illegales Entsorgen von Müll und Vandalismus.
Zudem gibt es in Singapur weiterhin die Todesstrafe - und es werden nach wie vor zum Tode Verurteilte auch wegen Drogendelikten hingerichtet.