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Übertourismus: Wo verdrängen steigende Mieten die Einheimischen?

Europe in Motion: Wo treibt der Tourismus die Mieten für Einheimische besonders in die Höhe?
Europe in Motion: Wo treibt der Tourismus die Mieten für Einheimische besonders in die Höhe? Copyright  Euronews
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Von Alessio Dell'Anna & video by Léo Arnoux
Zuerst veröffentlicht am
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Griechen, Italiener und Spanier hatten laut einer aktuellen Untersuchung seit 2019 die höchsten tourismusbedingten Mietsteigerungen zu verkraften: jährlich um mehr als 200-300 Euro.

Europa ist die wichtigste Tourismusregion der Welt und zieht mehr als die Hälfte aller internationalen Touristen an.

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Die Tourismusbranche spült jedes Jahr Millionen Euro in die Wirtschaft. Für Menschen, die nicht direkt am Geschäft beteiligt sind, können die Nachteile jedoch erheblich sein.

Es geht dabei nicht nur um Überfüllung und Umweltbelastung. Sondern darum, dass der Tourismus auch die Lebenshaltungskosten nach oben treibt, vor allem die Mieten.

Am stärksten trifft es laut Berechnungen der New Economics Foundation, die die Lage in zwölf EU-Staaten untersuchte, die Menschen in Griechenland. Demnach sind die Mieten pro Jahr dort seit 2019 durch den Touristenstrom im Schnitt um 342 Euro gestiegen.

Die Studie verknüpft Daten zum Mietanstieg von Eurostat mit den Luftverkehrszahlen und den aktuellen Mietpreisen. Aufgrund der Daten, die zur Verfügung standen, beschränkt sie sich auf Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, die Niederlande, Österreich, Polen, Portugal und Spanien.

Griechenland gehört zu den Ländern, in denen es zuletzt Proteste gegen Übertourismus gab – ebenso in den Niederlanden, Italien und Spanien.

Spanien liegt nach den Berechnungen der New Economics Foundation mit einem geschätzten tourismusbedingten Mietanstieg von 236 Euro pro Jahr auf Platz zwei, gefolgt von Portugal mit 220 Euro und Italien mit 202 Euro.

Im Vergleich zu Griechenland haben Spaniens weitreichende Mietregulierungen den Preisschub nach Einschätzung der Forscher teilweise abgefedert. In Italien wirkt das große Wohnungsangebot dämpfend.

Die Analyse prognostiziert, dass unter den untersuchten zwölf Ländern Irland in den kommenden fünf Jahren den stärksten absoluten Mietanstieg verzeichnen dürfte – mit zusätzlich 251 Euro pro Jahr.

Die Studienautorinnen und -autoren warnen zudem, dass die geplante Erweiterung des Flughafens Dublin die Lage auf dem ohnehin angespannten Wohnungsmarkt weiter verschlechtern dürfte.

In allen untersuchten Ländern rechnen sie damit, dass die Mieten aufgrund des Tourismus weiter steigen.

Manche führen steigende Mieten auf höhere Baukosten zurück: EU-weit sind diese im vergangenen Jahrzehnt um 45 Prozent gestiegen.

Der Blick auf Länder mit besonders viel Tourismus zeigt jedoch: Baupreise und tourismusbedingte Mietsteigerungen hängen offenbar kaum zusammen.

In Italien, Spanien und Griechenland sind die Baukosten in den vergangenen Jahren laut Eurostat nur leicht gestiegen. Das legt nahe, dass der starke Mietanstieg andere Ursachen hat – und der Tourismus gehört aus Sicht der Forscher zu den Hauptverdächtigen.

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