An Frankreichs Atlantikküste versuchen Feuerwehrleute bei extremer Trockenheit und kräftigem Wind eine weitere Ausbreitung der Feuer zu verhindern. Auch aus dem Harz trifft Hilfe ein: Das Löschflugzeug „Hexe 1“ ist am Mittwochmorgen mit einer weiteren Maschine entsandt worden.
Ein Löschflugzeug aus dem Harz soll dabei helfen, die schweren Waldbrände im Umfeld der französischen Millionenstadt Bordeaux einzudämmen.
Nach Angaben des Landesfeuerwehrverbands Sachsen-Anhalt wurde der Einsatz der Maschine vom Bundeskanzleramt vermittelt, wie Verbandschef Kai-Uwe Lohse dem MDR mitteilte.
Auch die Europäische Union hat auf die schweren Waldbrände in Frankreich reagiert. Über den EU-Katastrophenschutzmechanismus wurden zusätzliche Löschkapazitäten für die Region um Bordeaux bereitgestellt.
Mehrere europäische Länder entsandten Löschflugzeuge und Hubschrauber, während die Europäische Kommission die Koordination der internationalen Hilfe übernahm. Ein Verbindungsoffizier der Kommission unterstützt die französischen Behörden vor Ort bei der Organisation der Einsatzmaßnahmen.
Polen und Deutschland arbeiten zusammen
Das Löschflugzeug „Hexe 1“ wird bei dem Einsatz von einer weiteren Maschine unterstützt: Auch ein Flugzeug aus Polen ist auf dem Weg nach Frankreich. Die polnische Maschine startete am Dienstagabend kurz nach 20 Uhr in Ballenstedt. Beide Flugzeuge hoben am Mittwochmorgen gegen 6:30 Uhr in Richtung Einsatzgebiet ab.
„Hexe 1“, eine Propellermaschine, kann bei einem Einsatz bis zu 2.300 Liter Wasser aufnehmen und gezielt als Wasserlinie oder Wasserbombe abwerfen. Lohse erklärte zudem, die Anfrage habe ihn nicht überrascht. Ziel sei es, die französische Metropole Bordeaux vor den Flammen zu schützen. Dafür würden derzeit alle verfügbaren Kräfte innerhalb der EU gebündelt.
Seit dem Großbrand am Brocken im Jahr 2022 verfügt der Landkreis Harz als bislang einzige Kommune in Deutschland über ein eigenes Löschflugzeug, das zur Bekämpfung von Waldbränden aus der Luft eingesetzt werden kann. Die Maschine wird seitdem jährlich von April bis Ende September vom polnischen Unternehmen MZL angemietet.
Damit der Harz auch während des aktuellen Einsatzes weiterhin auf mögliche Waldbrände vorbereitet ist, wurde eine weitere Löschmaschine aus Polen in die Region verlegt. Das Propellerflugzeug traf am Mittwochvormittag in Ballenstedt ein.
Die französischen Behörden setzen im Kampf gegen die Waldbrände umfangreiche Kräfte ein. Insgesamt sind 2.750 Feuerwehrleute und 18 Flugzeuge beteiligt, unterstützt von 1.500 Soldaten sowie 1.440 Einsatzkräften anderer Behörden.
Die Feuer rund um Bordeaux haben nach offiziellen Angaben inzwischen rund 42.000 Hektar Land verwüstet und dazu geführt, dass etwa 220.000 Menschen evakuiert werden mussten.
Nach fast einer Woche der Angst und Ungewissheit dürfen indes Zehntausende Menschen in den Waldbrandgebieten rund um Madrid wieder in ihre Häuser zurück. Die Behörden beendeten Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen in 19 Ortschaften. Wegen der bevorstehenden vierten Hitzewelle des Sommers bleibt die Lage jedoch angespannt – die Behörden warnen weiterhin vor einer verfrühten Entwarnung.