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Urlaub in Europa: Wo sich Menschen eine Auszeit leisten können

Ein Mann geht an einem Thomas-Cook-Laden in London vorbei, Mittwoch, 14. Dezember 2011.
Ein Mann geht am Mittwoch, dem 14. Dezember 2011, an einem Thomas-Cook-Reisebüro in London vorbei. Copyright  Copyright 2011 AP. All rights reserved.
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Von Servet Yanatma
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Immer mehr Europäer können sich eine Woche Urlaub leisten. Doch in fünf Ländern wächst der Anteil ohne Urlaubschance – auch in Deutschland und drei nordischen Staaten.

Der Sommer gilt in ganz Europa als Reisezeit, doch Millionen Menschen können sich nach wie vor keine Woche Urlaub fern von zuhause leisten. Gleichzeitig ist der Anteil der Europäerinnen und Europäer, die sich keinen Urlaub leisten können, deutlich gesunken.

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Im Jahr 2025 konnten sich 27,5 Prozent der EU-Bevölkerung ab sechzehn Jahren keine einwöchige Auszeit vom Zuhause leisten. 2015 lag dieser Anteil noch bei 35,2 Prozent – ein Rückgang um 7,7 Prozentpunkte und damit eine spürbare Verbesserung der Urlaubserschwinglichkeit.

In fünf Ländern ist der Anteil der Menschen, die sich keinen Urlaub leisten können, im vergangenen Jahrzehnt gestiegen – wenn auch teils nur leicht. Betroffen sind Norwegen, Schweden, Finnland, Deutschland und Österreich. Die drei nordischen Staaten verzeichneten die stärksten Zuwächse, liegen mit ihren Quoten aber weiterhin unter den niedrigsten in Europa.

Deutschland und Österreich weichen damit vom allgemeinen Trend ab: Dort konnte sich 2025 rund jede fünfte Person keinen einwöchigen Urlaub leisten. Der Anteil stieg in Deutschland innerhalb von zehn Jahren um 1,2 Prozentpunkte, in Österreich um 0,3 Punkte.

Urlaub und Wirtschaft

Welche europäischen Länder verzeichnen also den höchsten Anteil von Menschen, die sich keine einwöchige Reise leisten können? Wo hat sich die Lage in den vergangenen zehn Jahren am stärksten verbessert? Und welche Faktoren bestimmen, ob Urlaub erschwinglich ist?

2025 reicht der Anteil der Menschen ohne finanziellen Spielraum für eine Wochenreise von neun Prozent in der Schweiz und in Norwegen bis zu 61 Prozent in Rumänien.

Auch in Montenegro (58 Prozent), Albanien (53 Prozent) und der Türkei (51 Prozent) konnte sich mehr als die Hälfte der Bevölkerung keinen Urlaub leisten. Nordmazedonien (48 Prozent) und Griechenland (47 Prozent) lagen nur wenig darunter.

Mehr als jede dritte Person war in Bulgarien (39 Prozent), Ungarn (39 Prozent), Serbien (36 Prozent) und Italien (36 Prozent) nicht in der Lage, einen Urlaub zu bezahlen.

Unter dem EU-Durchschnitt lag der Anteil in Portugal (33 Prozent), Kroatien (33 Prozent), Spanien (32 Prozent), Litauen (31 Prozent), der Slowakei (29 Prozent), Lettland (29 Prozent), Zypern (28 Prozent) und Malta (28 Prozent).

Am anderen Ende der Skala lag der Anteil in Luxemburg, Schweden, den Niederlanden, Dänemark, Finnland und Slowenien bei 15 Prozent oder darunter; in der Schweiz und in Norwegen sogar nur bei neun Prozent.

In Deutschland waren es 21 Prozent, in Frankreich 23 Prozent.

Die höchsten Werte für Urlaubsverzicht finden sich in Süd- und Südosteuropa, einschließlich der EU-Beitrittskandidaten. Nordeuropa, vor allem die nordischen Länder, sowie Westeuropa melden die niedrigsten Quoten. Mittel- und Osteuropa liegt meist dazwischen, mit teils deutlich unterschiedlichen Werten von Land zu Land.

Rolle von BIP und wirtschaftlichen Ungleichheiten

Fachleute führen die Zahlen für 2023 vor allem auf die Einkommenslage zurück.

Professor C. Michael Hall von der Canterbury University betont, wie wichtig die Höhe des frei verfügbaren Einkommens ist, weil Menschen daraus Geld für Reisen aufbringen. „Unterschiede bei Urlaubsreisen und Ausgaben spiegeln die breiteren wirtschaftlichen Ungleichheiten innerhalb der EU wider“, sagt er.

Professor Lynn Minnaert von der Metropolitan State University of Denver erklärt, die Unterschiede zwischen den Staaten hätten meist mit der Stärke ihrer Volkswirtschaft zu tun. Länder mit hoher Urlaubsarmut verfügten in der Regel über ein niedrigeres BIP als jene mit geringerer Urlaubsarmut.

Die obenstehende Grafik macht diesen Zusammenhang sichtbar: Sie stellt den Anteil der Menschen, die sich keinen Urlaub leisten können, den jährlichen Nettoeinkommen gegenüber, die eine alleinstehende Person ohne Kinder mit Durchschnittslohn erzielt.

Vor 15 Jahren konnten sich in der EU fast zwei von fünf Menschen (38,8 Prozent) keinen einwöchigen Urlaub leisten. Nach einem Höchststand 2012 von 40,5 Prozent ging der Anteil schrittweise zurück und erreichte 2019 28 Prozent. Seither bewegt er sich relativ stabil um 27 bis 28 Prozent.

Vergleicht man die Daten von 2015 und 2025, verzeichnen 25 der 30 Länder einen Rückgang beim Anteil der Menschen ohne Urlaub, fünf melden einen Anstieg. Die größten Zuwächse in Prozentpunkten gab es in drei nordischen Staaten: Norwegen mit plus 3,8 Punkten, Schweden mit plus 3,2 und Finnland mit plus 1,5.

Allerdings starteten diese Länder 2015 von einem sehr niedrigen Niveau. In Norwegen konnten sich damals nur 5,3 Prozent der Menschen keinen Urlaub leisten, in Schweden 9,2 Prozent. Bis 2025 stiegen die Anteile auf 9,1 beziehungsweise 12,4 Prozent.

In Deutschland und Österreich, wo rund jede fünfte Person keinen Urlaub bezahlen kann, erhöhte sich die Quote um 1,2 beziehungsweise 0,3 Punkte.

Ganz anders die Entwicklung in Kroatien und Serbien: Dort sank der Anteil der Menschen ohne Urlaubsbudget um 33 beziehungsweise 32 Punkte.

In Zypern verringerte sich die Quote um 26 Punkte, in Irland um 22, in Bulgarien und der Türkei um jeweils 21 Punkte. Auch Polen, Portugal, die Slowakei, Malta und Ungarn verzeichneten deutliche Rückgänge von jeweils mehr als 15 Punkten.

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