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Polens Kriegsschiff ORP Wicher fertiggestellt: Was kann die neue Fregatte?

Zerstörer ORP Wicher
Schiff ORP Wicher Copyright  https://x.com/PGZ_pl
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Von Aleksandra Galka Reczko
Zuerst veröffentlicht am
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Polens neues Kriegsschiff, der Zerstörer ORP Wicher, läuft offizell vom Stapel. Was kann die Fregatte, die wohl erst 2029 an die polnische Marine geht?

Die Schiffstaufe in Polen ist für Mittwoch, den 13. August, vorgesehen. Einen Tag später soll der Zerstörer mit dem Namen ORP Wicher zu Wasser gehen. ORP steht für Okręt Rzeczypospolitej Polskiej, auf Deutsch: Kriegsschiff der Republik Polen. Wicher bedeutet "Starkwind".

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ORP Wicher hieß auch ein in Frankreich gebautes historisches Kriegsschiff der polnischen Marine, das zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in der Danziger Bucht von Nazi-Deutschland versenkt wurde.

Allerdings bleibt festzuhalten, dass sowohl die Taufe als auch der Stapellauf der neuen ORP Wicher vor allem symbolischen Charakter haben. Sie bedeuten weder, dass das neue Kriegsschiff einsatzbereit ist, noch dass der Bau abgeschlossen wäre. Zu Wasser kommt zunächst nur ein teilweise ausgerüsteter Rumpf, der lediglich schwimmfähig ist; weitere Ausrüstungsteile werden Schritt für Schritt eingebaut. Die vollständig ausgerüstete Fregatte soll erst 2029 an die Marine gehen.

Britischer Entwurf, polnischer Bau

ORP Wicher ist die erste von drei Fregatten, die im Rahmen des Programms "Miecznik" (auf Deutsch: "Schwertkämpfer) entsteht. Gebaut werden die Schiffe in polnischen Werften, doch die Konstruktion basiert auf dem britischen Entwurf Arrowhead 140 des Unternehmens Babcock. Dessen Wurzeln liegen in den dänischen Fregatten der Iver‑Huitfeldt‑Klasse.

Auf derselben Plattform entstehen auch die Fregatten des Typs 31, die derzeit für die britische Royal Navy gebaut werden.

Die Größe der Fregatte und ihre Bewaffnung

Die Wicher-Fregatten sind 138 Meter lang und verdrängen rund 5 700 Tonnen. Den Antrieb übernehmen vier Dieselmotoren. Sie ermöglichen eine Höchstgeschwindigkeit von 28 Knoten, also etwa 52 Kilometer pro Stunde, bei einer Reichweite von 8 000 Seemeilen. Die Besatzung umfasst eine Crew von 187 Frauen und Männern.

Bei den Sensorsystemen setzen die Fregatten vor allem auf Radare und Sonare des französischen Konzerns Thales. Ergänzend kommen optoelektronische Geräte der polnischen Firma PIT Radwar hinzu.

Zur Bewaffnung gehören eine automatische 76-Millimeter-Kanone OTO Melara Super Rapid Strales, zwei Flugabwehrkanonen PIT-Radwar OSU-35K, zwei vierfache Starter für Seezielflugkörper des Typs NSM – ursprünglich standen die schwedischen RBS15 zur Debatte – sowie Starter für leichte Torpedos zur U‑Boot‑Abwehr.

Ein wichtiger Bestandteil des Waffensystems sind auch die senkrechten Starter VLS Mk 41. Im Fall der Wicher-Fregatten sind vier Module mit je acht Zellen vorgesehen. Sie fassen zusammen 128 Flugabwehrraketen CAMM, mit der Option, später die Langstreckenversion CAMM-ER einzuführen.

Am Heck der Schiffe sind ein Landeplatz und ein Hangar für einen Bordhubschrauber geplant. Welcher Hubschraubertyp auf den polnischen Fregatten stationiert sein wird, steht noch nicht fest. Die Einheiten verfügen zudem über Laderäume, in denen sich mehrere Container oder Paletten transportieren lassen.

Bauzeitplan für die gesamte Serie

Das Verteidigungsministerium in Warschau hat insgesamt drei Schiffe dieses Typs bestellt. Der Bau der ORP Wicher begann 2024 mit dem Kiellegen, die ORP Burza folgte ein Jahr später. Der Beginn des Baus der dritten Einheit, ORP Huragan, ist für November 2026 vorgesehen.

Nach Plan sollen die Schiffe 2029, 2030 und 2031 an die Marine übergeben werden. Bis zur vollen Gefechtsbereitschaft können jedoch noch etliche Monate, teils zwei oder drei Jahre nach der Übergabe vergehen.

Die neuen Fregatten ersetzen die in die Jahre gekommenen Schiffe des Typs Oliver Hazard Perry, die ORP Gen. Kazimierz Pułaski und ORP Gen. Tadeusz Kościuszko.

Fachleute verweisen darauf, dass für eine dauerhafte Präsenz eines Schiffes auf See idealerweise drei Einheiten derselben Klasse nötig sind. Eine befindet sich im Einsatz, eine weitere liegt einsatzbereit im Hafen, die dritte ist bei der Instandhaltung, anderen Arbeiten oder beim Training der Besatzung.

Das Programm verläuft derzeit nach Plan, der ursprüngliche Finanzrahmen ist jedoch schon jetzt deutlich überschritten. Mehrere Vertragsnachträge erhöhten den Wert der 2021 unterzeichneten Vereinbarung von rund 8 auf fast 15 Milliarden Zloty - umgerechnet von rund 1,86 auf 3,43 Milliarden Euro. Der zügige Fortgang der Arbeiten bringt sowohl das Verteidigungsministerium als auch den Auftragnehmer, die Polska Grupa Zbrojeniowa, dazu, die Bestellung weiterer Schiffe über die drei Basiseinheiten hinaus zu prüfen. Auf diese Möglichkeit wies unter anderem PGZ-Vizepräsident Jan Grabowski im Gespräch mit dem Portal Defence24 hin.

Vom Korvettenplan zur Fregatte: Geschichte des Programms

Die Fregatten des Typs Miecznik sollen vielseitige Hochseeplattformen werden. Sie sollen Ziele über und unter Wasser bekämpfen und zugleich Luftverteidigung leisten – für sich selbst, für andere Schiffe und für Objekte an der Küste. Ähnliche Aufgaben übernehmen bislang alliierte Schiffe, die regelmäßig an der Ostsee in Polen einlaufen, darunter die italienischen Fregatten Luigi Rizzo und Antonio Marceglia, die niederländische HNLMS Tromp oder US-Zerstörer der Arleigh‑Burke‑Klasse.

Das Programm, das 2013 aufgelegt wurde, sah zunächst ein anderes Konzept vor: den Bau deutlich kleinerer Patrouillenboote oder Korvetten mit einer Verdrängung von etwa 2.000 Tonnen, nach dem Vorbild der Korvette ORP Ślązak. Solche Schiffe hätten selbst mit starker Bewaffnung nur begrenzte Luftverteidigungsfähigkeiten. Ihre geringe Größe hätte zudem Reichweite und Vielfalt der Sensoren eingeschränkt, den Einsatz eines Bordhubschraubers erschwert und die Fähigkeit begrenzt, bei schwerer See oder außerhalb der Ostsee zu operieren.

Über den endgültigen Zuschnitt des Programms wurde jahrelang gestritten. Erst 2019 entschied das Verteidigungsministerium, dass Polen Schiffe braucht, die mehr als dreimal so groß sind wie ursprünglich geplant – universeller einsetzbar und in der Lage, ein deutlich breiteres Aufgabenspektrum abzudecken.

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