Mehrere der nach Ceuta entsandten Einsatzkräfte haben sich über die Unterbringung beschwert. Die Polizei-Gewerkschaft fordert eine schnelle Lösung.
In Spanien hat die Regierung nach dem massenhaften Zustrom von Migranten in die Exklave Ceuta aus Marokko am 30. und 31. Juli mit dem Einsatz verschiedener Einheiten der Policía Nacional, darunter der Unidades de Intervención Policial (UIP), den Sicherheitsapparat in der Autonomiestadt verstärkt. Einige Wochen später haben mehrere der verlegten Beamten nun ihren Unmut über die Unterbringungsbedingungen geäußert, mit denen sie während ihres Aufenthalts in der Stadt konfrontiert sind.
Wie die Beamten selbst der Zeitung ‚El Faro de Ceuta‘ schildern und wie auch die Confederación Española de Policía (CEP) kritisiert, weist die Kaserne des gemischten Artillerieregiments Nummer 30, in der ein Teil der nach Ceuta entsandten Kräfte untergebracht ist, Mängel auf, die sich sowohl auf die Hygiene als auch auf die Erholung der Polizisten auswirken.
Den Schilderungen der Polizisten zufolge herrscht in den Unterkünften Enge, es fehlen ausreichend Toiletten, die Duschen sind in schlechtem Zustand, die Belüftung ist unzureichend und viele Matratzen sind stark abgenutzt. Diese Umstände erschweren den Alltag der Einsatzkräfte während ihres Aufenthalts in Ceuta.
In einem Beitrag im Netzwerk X prangert die Polizei-Gewerkschaft, Confederación Española de Policía (CEP), im Sender ‚Onda Madrid‘ an: „Das schreit zum Himmel. In jeder Krise greift Marlaska auf die Polizei zurück. Er weiß, dass wir für Erfolg stehen. Aber dann, wie jetzt in Ceuta, bestraft er uns mit unwürdigen Unterkünften, die wie eine Horrorgalerie wirken.“
Enge, Hitze und fehlende Sanitäranlagen
Die verlegten Kräfte sind in Modulen mit jeweils acht Etagenbetten untergebracht, sodass sich in manchen Fällen sieben bis acht Beamte einen einzigen Raum teilen.
Hinzu kommt nach Angaben der Beamten das Fehlen einer Klimaanlage in den Modulen; es steht jeweils nur ein Ventilator für den gesamten Raum zur Verfügung. Gerade in den Sommermonaten mit den hohen Temperaturen in Ceuta wird der Schlaf der zur Verstärkung des Sicherheitsapparats entsandten Kräfte dadurch zusätzlich erschwert.
Zu den wichtigsten Kritikpunkten gehört die unzureichende Zahl hygienischer Einrichtungen. Nach Informationen, die der CEP vorliegen, könnten sich auf einer Etage des Kasernengebäudes rund 70 Bedienstete ein einziges WC teilen – eine Situation, die die Gewerkschaft mit angemessenen Bedingungen von Hygiene und Erholung für unvereinbar hält.
In einem weiteren Beitrag auf X mit Aussagen bei ‚Onda Cero‘ erklärt die CEP: „Die Kollegen geben in Ceuta alles. Sie sind Profis und wissen, was für Spanien dort auf dem Spiel steht. Gleichzeitig bestraft Marlaska sie mit einer würdelosen Unterkunft, unter Bedingungen, unter denen jeder Minister zurücktreten müsste.“
Nur ein Bad für Dutzende Beamte
Hinzu kommen Mängel an den Duschen und Probleme mit der Belüftung in den Bereichen, in denen die Polizisten untergebracht sind. Die Beamten stellen jedoch klar, dass sich ihre Kritik nicht gegen das militärische Personal richtet, das für die Anlagen verantwortlich ist.
Im Gegenteil, die Einsatzkräfte heben die Bereitschaft der Armee hervor, ihre Bedürfnisse im Rahmen der vorhandenen Mittel zu erfüllen und bewerten den Umgang mit ihnen während des Aufenthalts in der Kaserne positiv.
„Man hat uns sehr gut behandelt. Chapeau an sie, aber die Bedingungen sind nun einmal so, wie sie sind“, betonen die Polizisten. Sie unterscheiden dabei klar zwischen der Betreuung und dem Umgang durch das militärische Personal und den Einschränkungen der Einrichtungen, die für ihre Unterbringung vorgesehen sind.
Gewerkschaft verlangt Überprüfung der Unterbringung
Nach den Beschwerden der Beamten hat die CEP schriftlich eine dringende präventive Intervention beantragt, um vor Ort zu überprüfen, unter welchen Bedingungen die nach Ceuta entsandten Polizisten untergebracht sind.
Die Gewerkschaft fordert konkret eine gezielte Bewertung der Risiken, die mit diesen Einrichtungen verbunden sind, um festzustellen, ob sie die notwendigen Anforderungen in Bezug auf Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten erfüllen.
Im Rahmen dieser Überprüfung sollen Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Belüftung gemessen und zudem die Bedingungen in den Bereichen analysiert werden, die als Ruhezonen für die Beamten dienen.
Die CEP betont, wie wichtig es ist, die von den Polizisten geschilderten Mängel objektiv nachzuprüfen und, falls sie sich bestätigen, die nötigen Korrekturmaßnahmen zu ergreifen, um während ihres Einsatzes in der Stadt angemessene Bedingungen zu gewährleisten.
Sofortige Lösungen für alle entsandten Beamten
Die CEP verlangt, dass umgehend an den Einrichtungen gearbeitet wird: Sanitäranlagen und Duschen sollen instand gesetzt und beschädigte Matratzen ersetzt werden. Sollte die Kaserne die erforderlichen Standards nicht erfüllen, müsse eine alternative Unterkunft gesucht werden, die den entsandten Polizisten würdige Bedingungen bietet.
Die Organisation unterstreicht, dass Erholung und Hygiene bei längeren Einsätzen eine besondere Rolle spielen, vor allem wenn die Beamten gleichzeitig die Sicherheit in der Stadt gewährleisten müssen.
Die Beschwerden sind bereits offiziell übermittelt worden, und die CEP hofft, dass die Mängel behoben und die Situation so schnell wie möglich gelöst wird.