Loader
Finden Sie uns
Werbung

Neuer Ansturm auf Ceuta? Spanien und Marokko rüsten sich mit tausenden Sicherheitskräften

In der spanischen Exklave Ceuta nimmt ein Migrant am Sonntag, dem zweiten August 2026, von spanischen Soldaten verteiltes Wasser entgegen.
Ein Migrant holt Wasser, das spanische Soldaten im spanischen Exklave Ceuta ausgeben, am zweiten August 2026. Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.
Copyright Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.
Von Marina Neila
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Ceuta und Marokko halten ihre Grenzen unter maximaler Kontrolle. Die Stadt blickt einem Samstag voller Unsicherheit entgegen – begleitet von der Furcht, dass sich die Ereignisse vom 30. Juli wiederholen.

Ceuta verstärkt seinen Grenzschutz wegen des Risikos einer neuen unkontrollierten Einreise von mehreren Tausend Migranten aus Marokko an diesem Samstag, den 15. August.

WERBUNG
WERBUNG

Aufrufe in sozialen Netzwerken, in die autonome Stadt zu gelangen, haben die Sicherheitsapparate beider Länder mobilisiert. Vor etwa zwei Wochen waren mehr als 70.000 Einwanderer binnen eines Tages in die Stadt gelangt.

Spanien hat die Polizei- und Militärpräsenz in der Stadt deutlich erhöht. Derzeit sind 880 Polizisten der Nationalpolizei und 714 Mitglieder der Guardia Civil im Einsatz. Das Innenministerium will weitere 45 Kräfte entsenden. Innenminister Fernando Grande-Marlaska betont die Abstimmung mit Marokko und bezeichnete die Krise vom 30. Juli als "außergewöhnlich".

Strenge Sicherheitsvorkehrungen

Die spanischen Behörden halten ein verstärktes Sicherheitsdispositiv aufrecht, um zu verhindern, dass sich die Szenen vom Ende Juli wiederholen. Die Lage bleibt unter Beobachtung, je näher der Samstag rückt. Dieses Datum wurde in den über soziale Netzwerke verbreiteten Nachrichten explizit genannt.

Spanische Sicherheitskräfte sammeln sich an der spanisch-marokkanischen Grenze, um am Sonntag, dem zweiten August 2026, aus der spanischen Enklave Ceuta nach Marokko zurückzukehren.
Spanische Sicherheitskräfte sammeln sich an der spanisch-marokkanischen Grenze, um am Sonntag, dem zweiten August 2026, aus der spanischen Enklave Ceuta nach Marokko zurückzukehren. AP Photo/Antonio Sempere

Der Präsident des spanischen Senats, Pedro Rollán, und der Präsident Ceutas, Juan Jesús Vivas, fordern zudem einen neuen rechtlichen Rahmen. Er soll schnelleres Handeln bei künftigen massenhaften Einreisen ermöglichen und Rückführungen erleichtern, innerhalb eines rechtsstaatlich abgesicherten Systems. Vivas betont, die Stadt brauche Instrumente, um bei Vorfällen dieser Größenordnung sofort reagieren zu können.

Marokko riegelt Grenze Richtung Ceuta ab

Auf der anderen Seite hat Marokko rund 3.000 Polizisten eingesetzt, die Kontrollen auf den Straßen und an den Zufahrten zur Grenze durchführen. Die Überwachung erstreckt sich auch auf küstennahe Gebiete, wo Bereitschaftspolizei, Wasserwerferfahrzeuge und Boote der Königlichen Marine stationiert sind.

Die marokkanische Regierung erklärt, sie habe Beiträge entdeckt, die zu neuen Massenübertritten nach Ceuta und Melilla aufrufen. Wer hinter den Aufrufen steckt ist bisher nicht bekannt. Deshalb kündigte die Regierung Maßnahmen an, um jede Form irregulärer Einreise zu unterbinden.

Ceuta kämpft weiter mit Folgen

Die Stadt Ceuta hat nach der massenhaften Ankunft Ende Juli noch nicht wieder vollständig zur Normalität zurückgefunden. Das Innenministerium schätzt, dass derzeit etwa 5.000 Menschen in Ceuta verweilen. Der Präsident der Autonomieregion, Juan Jesús Vivas, setzt die Zahl höher an.

Vivas fordert vom Zentralstaat eine entschlossenere Antwort und verlangt die Rückführung derjenigen nach Marokko, die irregulär eingereist sind. Auch die Volkspartei (PP) kritisiert das Krisenmanagement der Regierung von Pedro Sánchez und verlangt mehr Informationen über das für diesen Samstag vorbereitete Dispositiv.

Pedro Rollán, Präsident des Senats, warnt außerdem, in Ceuta könnten noch Tausende nicht identifizierte Personen leben. Er fordert eine "weite, umfassende und solide" Regulierung, damit eine ähnliche Situation die Stadt nicht erneut überfordert.

Die Sorge wächst inzwischen auch in anderen europäischen Ländern. Italiens Regierungschefin, Giorgia Meloni, ruft zu höchster Wachsamkeit angesichts einer möglichen neuen Migrationswelle auf.

Nach Ceuta neues Ankunftsziel Melilla?

Ceuta und Marokko halten ihre Grenzen unter maximaler Kontrolle. Die Stadt blickt einem Samstag voller Unsicherheit entgegen – begleitet von der Furcht, dass sich die Ereignisse vom 30. Juli wiederholen. Medienberichte warnen jedoch, dass auch neue Routen für eine Wiederholung in Frage kommen könnten.

So sollen Recherchen des Global-Reporter-Netzwerkes von Axel Springer nahelegen, dass der Ansturm am Ende gar nicht Ceuta treffen könnte, heißt es laut der Bild-Zeitung. Es gebe weitere spanische Exklaven, die an marrokanisches Gebiet grenzen, so etwa die Stadt Melilla an der nordafrikanischen Mittelmeerküste. Experten warnen demnach, dass ein Ceuta 2.0 eine Sogwirkung entwickeln könnte.

In Melilla leben etwa 86.800 Menschen. Die autonome Stadt Spaniens ist Teil der Europäischen Union, obwohl sie auf dem nordafrikanischen Kontinent liegt. Die Stadt liegt auf einer Fläche von etwa 12,3 Quadratkilometern.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Frankreichs Verfassungsrat billigt Sterbehilfegesetz und kippt Social-Media-Verbot

4 Tage in Rhein und Main: Extremschwimmerin Pohl erreicht Köln

Vom Radar nicht erfasst: Drohne stürzt in Rumänien ab