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Ukraine belegt „Mascha und der Bär“ wegen "russischer Propaganda" mit Sanktionen

ARCHIV: Ein Banner mit „Masha and Bear“ hängt in einem zerstörten Bauernhof nahe Browary in der Region Kyjiw nach einem russischen Angriff am 28. März 2022.
ARCHIV: Auf einem zerstörten Bauernhof nahe Browary in der Region Kyjiw hängt nach einem russischen Angriff ein Banner mit „Masha and Bear“, 28. März 2022. Copyright  AP Photo
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Von Sasha Vakulina
Zuerst veröffentlicht am
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Die Ukraine hat die Macher der Erfolgsserie „Mascha und der Bär“ mit Sanktionen belegt. Sie wirft dem Kinderformat vor, prorussische Botschaften zu verbreiten.

Die Ukraine verhängt Sanktionen gegen die Macher und Vertreiber der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“, einem populären Kinderformat. Die Regierung wirft der Reihe vor, unter dem Deckmantel kindgerechter Unterhaltung kreml-freundliche Botschaften zu verbreiten.

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Die Maßnahmen sind Teil eines neuen Sanktionspakets, das Präsident Wolodymyr Selenskyj unterschrieben hat. Es richtet sich gegen den russischen militärisch-industriellen Komplex, hochrangige Funktionäre und Unternehmen, denen Kyjiw vorwirft, den Kriegskurs Moskaus zu unterstützen.

Auf der Liste stehen fünf russische Staatsbürger und vier Organisationen, die an Produktion und Vertrieb von „Mascha und der Bär“ beteiligt sind. Dazu gehören das Studio Animaccord, der Gründer und Geschäftsführer sowie mehrere zentrale Kreative der Serie.

„Die Sendung verbreitet pro-russische Narrative, getarnt als Kinderprogramm“, teilte Selenskyjs Büro mit und nannte sie eine Gefahr für die nationale Sicherheit der Ukraine.

Die Sanktionen umfassen das Einfrieren von Vermögenswerten, Beschränkungen für geschäftliche Aktivitäten und für Nutzung und Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials in der Ukraine. Damit kann der Zugang zu „Mascha und der Bär“ auf YouTube und anderen Plattformen eingeschränkt oder vollständig untersagt werden.

Der Kreml verurteilte die Entscheidung Kyjiws am Freitag.

Sprecher Dmitri Peskow erklärte, das Vorgehen gegen die Kindersendung „zeige die Hässlichkeit des Kyjiwer Regimes“.

ARCHIV: Animator Andrei Beljajew arbeitet in Moskau, Russland, am 2. März 2016 an einer neuen Folge der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“.
ARCHIV: Animator Andrei Beljajew arbeitet in Moskau, Russland, am 2. März 2016 an einer neuen Folge der Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“. AP Photo

Was steckt in „Mascha und der Bär“?

Die Serie basiert lose auf dem russischen Märchen „Mascha und der Bär“. Sie erzählt die Abenteuer eines kleinen Mädchens und eines ehemaligen Zirkusbären, die im Wald leben.

Seit ihrem Start 2009 wurde die Produktion in Dutzende Sprachen übertragen und hat ein enormes internationales Publikum gewonnen. Auf YouTube und Streamingdiensten läuft sie in mehr als 100 Ländern.

Besonders groß ist der Erfolg auf YouTube, wo die Folgen Milliarden Abrufe verzeichnen. So zählt die Episode „Recipe for Disaster“ mit mehr als 4,6 Milliarden Aufrufen zu den meistgesehenen Videos der Plattform.

Die gewaltige Reichweite der Serie hat jedoch auch Kritik ausgelöst. Im Fokus steht der Einsatz russischer und sowjetischer Militärsymbolik in einem Programm für Vorschulkinder.

In einer Folge trägt Mascha eine Mütze, die mit dem NKWD verbunden ist, der sowjetischen Geheimpolizei und Sicherheitsbehörde. Unter Josef Stalin führte der NKWD eine breit angelegte Kampagne politischen Terrors und organisierte das System der Gulags.

In einer anderen Episode ist das Mädchen offenbar mit einer Panzerkappe und einer Uniform aus Sowjetzeiten zu sehen.

Ukrainische Behörden warnen seit Jahren, solche Bilder würden russische und sowjetische Symbole für junge Zuschauer normalisieren.

2017 prüfte eine Kommission der ukrainischen Filmagentur einen Antrag, die Serie zu verbieten. Der Vorwurf lautete, „Mascha und der Bär“ verbreite russische Propagandainhalte.

Die Debatte flammte im vergangenen Jahr wieder auf. Im August 2025 belegte „Mascha und der Bär“ bei ukrainischen YouTube-Nutzern Platz eins unter den Kinderkanälen.

Zwei Monate später forderte die Nationale Polizei der Ukraine Sanktionen.

ARCHIV: Kinder, Teilnehmer des Umzugs, vor einer Probe für die Militärparade zum Tag des Sieges auf dem Dvortsovaya-Platz in St. Petersburg, Russland, am 5. Mai 2024.
ARCHIV: Kinder, Teilnehmer des Umzugs, vor einer Probe für die Militärparade zum Tag des Sieges auf dem Dvortsovaya-Platz in St. Petersburg, Russland, am 5. Mai 2024. AP Photo

Ukraine will internationales Verbot der Kindersendung

Inzwischen hat sich die Debatte über die Ukraine hinaus ausgeweitet.

Zu Beginn des Sommers wandten sich mehr als fünfzig Abgeordnete des britischen Parlaments in einem Schreiben an Kulturministerin Lisa Nandy. Sie forderten, die Serie von Streamingplattformen zu entfernen. Einzelne Folgen setzten Kinder, so ihre Argumentation, russischer und sowjetischer Militärsymbolik aus.

Die Parlamentarier verwiesen besonders auf Bilder von Mascha in Kleidung mit militärischem Stil, die auch auf dem englischsprachigen Social-Media-Auftritt von Animaccord verwendet worden waren.

Das Material trage, so der Brief, „aktiv zur Normalisierung sowjetischer Militärikonografie für ein weltweites Publikum junger Kinder bei“. Animaccord weist den Vorwurf, die Sendung diene als russisches Propagandainstrument, entschieden zurück.

Die Ukraine kündigte an, sie wolle nun erreichen, dass auch internationale Partner die neuen Sanktionen übernehmen.

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