Normalerweise kostet eine Vorzugsdurchfahrt durch den Panamakanal rund 55.000 Dollar. Ein südkoreanisches Unternehmen zahlte jetzt das Hundertfache, um seinen Gastanker durchzuschleusen.
Ein Tankschiff mit Flüssiggas aus Erdöl hat für eine bevorzugte Durchfahrt durch den Panamakanal einen Rekordpreis von 5,3 Millionen Dollar (4,5 Millionen Euro) gezahlt. Das berichtete der stellvertretende Leiter der Wasserstraße am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.
Die südkoreanische Firma SK Gas zahlte die Rekordsumme, damit die „G. Spirit“ den Kanal am 1. September passieren konnte. Zwei Tage später will die Kanalbehörde wegen des Wetterphänomens El Niño die Zahl der täglichen Durchfahrten senken, berichtete Bloomberg.
Panama hat am Dienstag wegen El Niño den Notstand ausgerufen. Eine schwere Trockenheit in der Region lässt die Wasserreserven schwinden, die für den Betrieb des Kanals nötig sind.
Die Niederschläge auf der Pazifikseite des Landes liegen bis zu 60 Prozent unter dem Durchschnitt. In elf Einzugsgebieten herrscht bereits Wassermangel.
Ganz Zentralamerika leidet unter einer schweren Dürre, ausgelöst durch El Niño. Das Wetterphänomen erwärmt die Oberfläche des zentralen und östlichen äquatorialen Pazifiks und verändert weltweit Windmuster, Luftdruck und Regenfälle.
Schiffe buchen ihre Passage durch den Panamakanal normalerweise lange im Voraus. Wer keine Reservierung hat, wartet im Schnitt fünf Tage. Kurzfristige Durchfahrten lassen sich zusätzlich über eine Auktion sichern.
Die Kanalbehörde erklärte, der durchschnittliche Preis bei Auktionen habe zwischen Oktober 2025 und Februar 2026 bei rund 55.000 Dollar (47.000 Euro) gelegen.
Im April zahlte ein Schiff mit Flüssigerdgas jedoch 4 Millionen Dollar (3,4 Millionen Euro), um die Warteschlange zu umgehen und Verzögerungen zu vermeiden. Der Krieg im Nahen Osten hatte die Nachfrage nach Transport wichtiger Fracht durch den Kanal erhöht.
Die Wasserstraße, über die rund fünf Prozent des weltweiten Seeverkehrs laufen, senkt ab dem 3. September die Zahl der täglichen Durchfahrten von 36 auf 34. Später im Monat soll sie weiter auf 32 sinken.
Bereits 2023 war der Wasserstand in den den Kanal speisenden Seen so niedrig, dass die Betreiber die Zahl der täglichen Schiffspassagen von 38 auf 22 reduzierten.
El Niño dürfte sich in den kommenden Monaten weiter verstärken. Die Auswirkungen könnten bis Mai 2027 anhalten.