Die USA erheben seit Donnerstag neue Zölle bis zu 100 Prozent auf Drohnen und Teile. Washington will so die Abhängigkeit von chinesischen Anbietern wie DJI senken.
In den USA sind am Donnerstag neue Strafzölle von bis zu 100 Prozent auf Drohnen und bestimmte Drohnenteile in Kraft getreten. Washington will damit seine Importabhängigkeit in einer Branche verringern, die China weitgehend beherrscht.
US-Präsident Donald Trump hatte die entsprechende Anordnung im August unterzeichnet. Das Weiße Haus sprach von einer „Bedrohung der nationalen Sicherheit durch Importe von Drohnen und deren Komponenten“.
Die Maßnahme soll außerdem heimische Lieferketten stärken.
Drohnen sind zu einem zentralen Instrument moderner Kriegsführung und Überwachung geworden. Das zeigt der Krieg in der Ukraine besonders deutlich. US-Vertreter warnen, die Abhängigkeit von in China produzierten Drohnen und Bauteilen – vor allem des Marktführers DJI – setze das US-Militär sowie kritische Infrastruktur dem Risiko von Störungen, Spionage und Nachteilen auf dem Schlachtfeld aus.
Drohnen mit einem Startgewicht von mehr als 25 Kilogramm sowie Modelle mit Wärmebildkameras und Andockstationen werden mit einem Strafzoll von 100 Prozent belegt.
Kleinere Drohnen werden mit 25 Prozent verzollt.
Auch einige als „nicht besonders sensibel“ eingestufte Drohnenkomponenten sollen mit Zöllen belegt werden. Diese Regelung tritt allerdings erst am 9. Februar kommenden Jahres in Kraft.
China hatte die geplanten Zölle kurz nach ihrer Ankündigung durch Trump kritisiert und Washington aufgefordert, die Maßnahmen zurückzunehmen.
Ein Sprecher des Handelsministeriums erklärte, die Zölle würden „die globale Lieferkette für Drohnen stören und ein faires, wettbewerbliches Marktumfeld weiter untergraben“.
China lehne den Schritt entschieden ab, fügte er hinzu.
Das chinesische Unternehmen DJI, das im Jahr 2006 gegründet wurde, beherrscht nach mehreren Studien inzwischen mehr als zwei Drittel des weltweiten Drohnenmarkts.
Seit 2022 steht DJI jedoch auf einer US-Liste chinesischer Firmen mit mutmaßlichen Verbindungen zum chinesischen Militär. Damit unterliegt der Konzern Einschränkungen beim Zugang zu US-Technologie.
DJI wehrt sich gegen die Aufnahme in diese Liste.